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Low-Tech statt High-Tech in der Söllbachklause: Initiator Stephan Baur vor dem Prototyp des Wasserrads, das in Nepal Strom erzeugen soll.

Strom für eine ganze Schule

Prototyp im Söllbach: Dieses Wasserrad soll Nepal retten

Bad Wiessee – In Nepal hat gerade einmal die Hälfte der Bevölkerung einen Stromanschluss – dafür gäbe es ein immenses Potenzial für Wasserkraft. Der Prototyp steht jetz in Wiessee.

Stephan Baur aus Geretsried, der sich seit Jahren mit Hilfsprojekten für Nepal engagiert, will das ändern. Und der Prototyp dafür steht nun am Söllbach in Bad Wiessee: In Zusammenarbeit mit dem E-Werk Tegernsee hat die Technische Universität München (TUM) dort ein Wasserrad zur Stromerzeugung gebaut.

„Für eine flächendeckende Umsetzbarkeit und Nachhaltigkeit des Projekts ist eine einfache, kostengünstige und robuste Technik gefragt“, erklärt Baur, der als wissenschaftlicher Mitarbeiter der TUM und als Lehrer für Mathematik und Physik am Gymnasium Geretsried arbeitet: „Eine simple Low-Tech-Lösung statt einer perfekten High-Tech-Lösung.“ Mit Materialien, die auch in Nepal leicht zu haben sind, und einem Know-how, das man über Schulen und Handwerksbetriebe vor Ort gut vermitteln kann.

Bei der Pilotanlage an der Söllbachklause handelt es sich um ein oberschlächtiges Wasserrad – das bedeutet, das Wasser läuft von oben zu. Bei der vorhandenen Wassermenge von 90 Litern pro Sekunde erzielt es eine mechanische Leistung von 60 Watt. Die Kraft des Rades wird über zwei Keilriemen aus dem Kfz-Bereich auf ein Getriebe übertragen, das die Umdrehungen auf etwa 1000 für den Generator erhöht. Der günstige und äußerst robuste, weltweit verfügbare Asynchronmotor erzeugt rund 230 Volt Wechselspannung – zum Handyladen, für PC, Fernseher oder Radio. Die Pilotanlage am Söllbach soll beweisen, ob sie für den Einsatz in Nepal taugt, erklärt Baur, der als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der TUM und als Lehrer für Mathematik und Physik am Gymnasium Geretsried arbeitet. „In der angedachten Größenordnung könnte sie zum Beispiel eine Schule oder drei Familien mit Strom versorgen.“  

mm

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