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Das Krankenhaus Paphlu vor dem Beben.

Hillary-Stiftung und Hauser-Exkursionen haben Spenden gesammelt

Ringen um ein neues Krankenhaus Paphlu

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Bad Wiessee - Seit den verheerenden Beben in Nepal kämpft die Wiesseer Ingrid Versen um den Wiederaufbau des zerstörten Krankenhauses Paphlu. Doch die Verhandlungen gehen nur schleppend voran.

Ein Erdbeben zerstörte am 15. Mai das Krankenhaus Paphlu in Nepal. Seitdem ist Ingrid Versen, Vorsitzende der Sir-Edmund-Hillary-Stiftung Deutschland, nicht mehr zur Ruhe gekommen. Mit ihren Mitstreitern hat sie 500 000 Euro gesammelt und schon viel Geld verteilt. Vor allem kämpft sie um den Wiederaufbau des Hospitals.

Die Soforthilfe der Hillary-Stiftung kann sich sehen lassen. Gemeinsam mit dem Münchner Unternehmen Hauser-Exkursionen wurden seit den beiden verheerenden Beben in Nepal im Mai über 500 000 Euro an Spenden gesammelt. Um das zu erreichen, hat sich Ingrid Versen aus Bad Wiessee, Vorsitzende der Sir-Edmund-Hillary-Stiftung Deutschland, nur wenige Pausen gegönnt. Jetzt legt sie Rechenschaft über das bisher Erreichte ab. 

100 000 Dollar wurden für die Erstversorgung der Erdbebenopfer mit Zelten, Decken, Medikamenten und Baumaterialien aufgewendet. 5000 Dollar gingen an ein Schulprojekt. Es ermöglicht einem Mädchen und einem Buben aus armen Familien den Besuch eines Gymnasiums. 15 000 Dollar flossen in den Wiederaufbau eines buddhistischen Tempels in 4000 Metern Höhe. 10 500 Dollar ermöglichten eine Aufforstungsmaßnahme unter der Federführung der Hauser-Aktion „Ein Tag – ein Baum“. Etwa 13 000 Dollar investierte die Stiftung in ein digitales Röntgengerät. 210 000 Dollar – 35 000 Dollar im Jahr – stehen von 2016 bis 2021 für die Entlohnung von Ärzten und medizinischen Helfern sowie für Medikamente der Krankenstationen Paphlu und Bung bereit. 

Vor allem beschäftigt Versen der geplante Wiederaufbau des beim Beben zerstörten Krankenhauses Paphlu. Die Verhandlungen mit der nepalesischen Regierung und dem Gesundheitsministerium verlaufen jedoch schleppend. Hillary hatte das Hospital in 2400 Metern Höhe errichten lassen, die Entscheidungsbefugnisse liegen aber letztlich bei der Regierung. Das von der Stiftung unterhaltene Krankenhaus war mit 20 000 Patienten im Jahr das größte in der Everest-Region. Für den Wiederaufbau hat die Stiftung eine sechsstellige Summe reserviert. Doch gehen die Vorstellungen der Stiftungsvertreter und der Regierung, wie das neue Krankenhaus aussehen sollte, weit auseinander. 

Die Hillary-Stiftung will ein energieautarkes „Green Hospital“ mit 50 Betten schaffen. Die Planung sieht neun ebenerdige und erdbebensichere Häuser mit einem zentralen Verwaltungsgebäude vor. Kostenschätzung: 630 000 Dollar. Nepals Regierung sieht dies skeptisch und bevorzugt ein einziges, zweistöckiges Bauwerk für bis zu 100 Patienten, also fast doppelt so viele wie bisher. Das würde fast 1,3 Millionen Euro kosten. Die Entscheidung liege letzlich bei der Regierung, macht Versen deutlich. Die Stiftung werde sich in jedem Fall weiter für die medizinische Versorgung der Bevölkerung im Everest-Gebiet engagieren, versichert sie: mit der Finanzierung von Geräten für den Neubau.

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