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Das Hotel Ritter soll verkauft werden. Aber was kommt danach? Über die Gestaltung des Areals in der Ortsmitte denkt der Gemeinderat schon länger nach. Nun werden Vorschläge diskutiert.

Erbengemeinschaft will verkaufen

Ringen um die Zukunft des Ritter-Areals

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Das alte Hotel Ritter soll verkauft werden. Aber was kommt danach? Damit befasst sich der Wiesseer Gemeinderat in nicht öffentlicher Sitzung. 

Bad Wiessee – Das in die Jahre gekommene Hotel Ritter, derzeit noch als „Ritter’s Bed & Breakfast“ in Betrieb, steht zum Verkauf. Seit gut zwei Jahren will die Familie Grühn, eine Erbengemeinschaft aus drei Geschwistern, ihren Besitz an der Wiesseer Ortsdurchfahrt versilbern. An Interessenten mangelt es nicht. Aber eine entscheidende Frage ist offen: Was lässt die Gemeinde auf dem 7500 Quadratmeter großen Areal in zentraler Lage zu? Baurechtlich ist aktuell nur ein Hotel erlaubt. Mit einem Weiterbetrieb ist aber kaum zu rechnen. Das alte Gemäuer wird wohl abgerissen. Was sich interessierte Investoren auf dem Areal vorstellen können, präsentiert ein Bevollmächtigter der Familie dem Gemeinderat bei dessen Sitzung am Donnerstag, 19. Juli, in nicht öffentlicher Sitzung.

Unterdessen meldet sich eine der Eigentümerinnen, Uschi Grühn (48), zu Wort. Ihr gehören nicht nur 25 Prozent des Hotels, sondern auch ein derzeit nicht bewohntes Zweifamilienhaus. Dieses habe sie am 1. Juli verkauft, erklärt Grühn. „Als Privatperson, wie viele andere Privatpersonen es auch pro Jahr tun und tun müssen“, schreibt sie in einer E-Mail an die Redaktion. Sie könne schließlich unabhängig von einem Einzelhandelsgutachten oder gar von einem Investorenauswahlverfahren handeln, lässt Grühn wissen. Von der Gemeinde fühlt sie sich hingehalten. Verschiedene Anträge ihrerseits würden seit Monaten vom Bauausschuss und dem Gemeinderat nicht behandelt, erklärt Grühn.

Ein Vorwurf, den Bauamtsleiter Helmut Köckeis zurückweist. Aktuell liege gar kein ordentlicher Antrag vor, den das Gremium behandeln könnte. Es gebe keine konkreten Entwürfe, lediglich Anfragen.

Aber das Problem ist bekannt. Die Familie will die Immobilie versilbern – und der Gemeinderat muss die Weichen für die Gestaltung des riesigen Areals in zentraler Lage stellen. Grundlage ist das Einzelhandelsgutachten. Es liegt vor, der Inhalt ist aber noch unter Verschluss. Vor der öffentlichen Präsentation müssten noch einige vertrauliche Dinge geklärt werden, erklärt Köckeis. Überhaupt wolle sich der Gemeinderat Zeit nehmen, um ein Nutzungskonzept für das Grühn-Areal zu entwickeln. „Dabei wollen wir auch die Öffentlichkeit einbinden“, macht Köckeis deutlich. Schließlich handle es sich um einen ortsprägenden Bereich. „Da geht es auch darum, was die Bürger wollen.“

Im Gespräch ist seit Langem ein Drogeriemarkt. Aber was ist in Zeiten von Amazon noch sinnvoll? Und wie groß dürfen Gebäude an dieser Stelle sein? All dies hat der Gemeinderat noch zu erörtern. Sicher ist Köckeis zufolge nur, dass die Gemeinde keinen Komplex zulassen wird, in dem es ausschließlich Eigentumswohnungen gibt: „Da wären dann wieder nur die Rollläden unten.“

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