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Die Außenrutsche des Badeparks muss dem neuen Badehaus weichen.

Baubeginn in zweiter Jahreshälfte

Fürs neue Badehaus: Rutsche kommt weg

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Im Mai oder Juni lässt Wiessees Bürgermeister Peter Höß die Außenrutsche des Badeparks abreißen. Sie muss Platz machen fürs neue Badehaus - auch wenn die CSU es anders will.

Bad Wiessee„Das Badehaus muss jetzt kommen. Und es wird auch kommen“, sagt Peter Höß. Rund 400 000 Euro hat die Gemeinde schon in die Eingabeplanung gesteckt, 75 000 Euro davon entfallen auf die Dienste des Architekturbüros Matteo Thun. Die ganze Planung jetzt in die Tonne zu treten, wie von der CSU gefordert (wir berichteten), wäre schlicht Irrsinn, findet der Bürgermeister.

Dass der Gemeinderats-Beschluss für den Badehaus-Bau in Januar nur mit 8:7 Stimmen fiel, soll das Projekt nicht hemmen. Um Platz für das Gebäude zu schaffen, lässt Höß im Mai oder Juni die Außenrutsche des Badeparks abbauen. Das Außenbecken bleibt unberührt und auch während der Bauarbeiten geöffnet. Um den Badegästen einen Platz an der Sonne zu bescheren, bekommt das Bistro eine Terrasse mit neuem Mobiliar. Der erste Spatenstich fürs Badehaus soll in der zweiten Jahreshälfte gesetzt werden.

„Wir sind auch zum Handeln gezwungen“, erklärt Höß. Das Betriebsdefizit des Jodbads belaufe sich aktuell auf rund 500 000 Euro jährlich. Um es zu senken, brauche es einen Neuanfang. Schöne Räume, eine klare Ausrichtung, dazu ein griffiges Marketingkonzept. Um das zu entwickeln, hat sich Höß einen Berater gesucht, einen Experten aus Bad Füssing.

Die Strategie wird auch Thema der Klausurtagung des Gemeinderates am Donnerstag, 27. April sein. Bis dahin dürfte auch endlich der Förderbescheid der Regierung von Oberbayern vorliegen. Weil das Papier immer noch fehlt, wurde eine zuvor angesetzte Klausur verschoben. Die zuständige Sachbearbeiterin sei erkrankt, erklärt Höß den Verzug. Mündlich habe ihm der Freistaat aber eine Förderung von über drei Millionen Euro zugesagt. „Die Finanzierung fürs Badehaus steht“, sagt Höß.

5,8 Millionen Euro koste das vom Büro Thun geplante Gebäude, das sei zu stemmen. Die Gemeinde könne nicht immer nur planen, findet Höß, sondern müsse jetzt loslegen. Seit dem Kauf des Jodbad-Areals sind fast sechs Jahre vergangen. Ende 2011 hatte die Gemeinde zwölf Millionen Euro für das rund 100 000 Quadratmeter große Areal finanziert. „Irgendwann müssen wir auch zurückzahlen“, sagt Höß. Er setzt darauf, dass ein neues Konzept das gewaltige Minus des Badebetriebs schnell schrumpfen lässt. Und er hofft, die CSU von der Strategie überzeugen zu können.

Bei der Klausur am 27. April mit nachfolgender Sitzung des Gemeinderates dürfte das schwerlich gelingen. CSU-Fraktionschef Kurt Sareiter sowie sein Stellvertreter und Neffe Florian Sareiter, sind an diesem Tag verhindert. Von der CSU liegt ein – noch nicht diskutierter – Antrag auf dem Tisch: Die Planung fürs Badehaus solle unterbrochen und geändert werden. Heißt: Alles auf Anfang. Darin sieht Florian Sareiter auch kein Problem. „Durch die Interimslösung im Badepark haben wir keinen Zeitdruck.“ Der Gemeinderat könne das Projekt wirtschaftlich und konzeptionell neu überdenken. „Mit der jetzigen Konzeption wird das Bad nicht punkten können“, meint Sareiter. Von neuen Überlegungen wisse er nichts. „Wir haben bis jetzt nichts erfahren. Wie immer.“

Die Gräben sind tief. Höß weigere sich aus taktischem Kalkül, die Klausur auf einen Termin zu verschieben, den die gesamte CSU-Fraktion wahrnehmen könne, glaubt Florian Sareiter: „Das soll jetzt halt durchgedrückt werden.“ Aber die CSU werde ein „anderes Mittel“ anwenden, um sich Gehör zu verschaffen. Näheres verrät er noch nicht. Nur so viel: Es werde kein Bürgerbegehren sein. „Das müsste ja von den Bürgern kommen.“

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