Bei Wiesseer Yachtclubs

Nach Streit um Toiletten-Schlüssel kommt es zur Schlägerei

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Offenbar ging es um einen Toilettenschlüssel. Ein 70-Jähriger aus Sauerlach wurde gegen ein Mitglied des Wiesseer Yachtclubs handgreiflich. Jetzt muss sogar ein DNA-Test her.

Bad Wiessee/Miesbach – „Jetzt sitzen wir hier vor Gericht wegen eines Toilettenschlüssels.“ Diese Feststellung des Nebenklägers brachte den ein oder anderen im Miesbacher Amtsgericht zum Schmunzeln. Die Anklage jedoch war nicht sonderlich amüsant. Ein 70-Jähriger aus Sauerlach musste sich wegen gefährlicher Körperverletzung verantworten. Mit Bleigewichten in der Hand hatte der Mann einem Mitglied des Wiesseer Yachtclubs ein Schädel-Hirn-Trauma samt Platzwunde zugefügt. Aus Sicht des Angeklagten war es Notwehr.

Die Geschichte dahinter: Nach vier Jahren im Yachtclub Bad Wiesee kündigte der Sauerlacher aufgrund Differenzen im Verein seine Mitgliedschaft. Da er noch einen Toilettenschlüssel für das Privatgelände des Yachtclubs besaß, bat ihn der Vorsitzende schriftlich, diesen zurückzugeben. Nachdem keine Antwort kam, sprach er den Angeklagten an einem Nachmittag im März persönlich an.

Der 70-Jährige hatte sich Zutritt zum Gelände verschafft, um seine private Boje aus dem Hafen zu entfernen. Als der Vorsitzende in Begleitung eines Mitglieds den Pensionisten auf den Schlüssel ansprach, kam es zunächst zu einer verbalen, später zu einer körperlichen Auseinandersetzung. Dabei schlug der Angeklagte dem Begleiter mit zwei Bleigewichten an die Schläfe.

Angeklagter: Es war Notwehr

Über den genauen Tathergang gingen die Aussagen jedoch weit auseinander. Lediglich die teils massiven Beleidigungen wurden von beiden Seiten bestätigt. Trotz eines Appells von Amtsrichter Walter Leitner („Der Angeklagte darf lügen, bis sich die Balken biegen. Bei Ihnen als Zeuge ist das strafbar“) hielt der Zeuge an seiner Version des Tathergangs fest.

Der Geschädigte als Nebenkläger beteuerte, dass er den 70-jährigen Pensionisten nicht angefasst habe. Dieser habe ihm aus reiner Aggressivität ins Gesicht geschlagen. Der Angeklagte selbst sprach von Notwehr, da ihn sein Gegenüber am Hals gepackt und zugedrückt habe. „Ich sah keinen anderen Ausweg“, sagte der Sauerlacher.

Da nicht geklärt werden konnte, welche Aussage der Wahrheit entspricht, schlug der Verteidiger einen DNA-Test an der Kleidung des Angeklagten vor. Der soll auflösen, ob der Geschädigte selbst handgreiflich wurde. Ein Urteil gab es deshalb noch nicht – die Sitzung wird im neuen Jahr fortgesetzt.

ls

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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