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Saurüsselalm bereit für Wanderer

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Von: Gerti Reichl

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Tanja und Martin Frühauf freuen sich, wenn‘s endlich losgeht.
Tanja und Martin Frühauf freuen sich, wenn‘s endlich losgeht. © Thomas Plettenberg

Auch wenn es der ein oder andere verhindern wollte und Behörden noch immer nicht den letzten Punkt hinter die Schriftstücke gesetzt haben: Ab Donnerstag, 16. Dezember, ist die Saurüsselalm bei Bad Wiessee bereit für Besucher.

Bad Wiessee – Während die ersten Lebensmittel ins Kühllager gebracht werden, sind Handwerker immer noch mit letzten Arbeiten beschäftigt. Vor allem im Nebengebäude, in dem sich Sanitäranlagen für Angestellte sowie Lagerräume befinden, muss noch aufgeräumt werden. Es wurde nachträglich genehmigt und gebaut. In der eigentlichen Alm, die ihren Namen in Anlehnung an den benachbarten Saurüsselgraben bekam und bisher der Almwirtschaft im eigentlichen Sinn diente, ist alles bereit für die Besucher.

„Es wird auch Zeit“, sagt Martin Frühauf (59), der mit seiner Frau Tanja den Besitz von Unternehmer Franz Haslberger auf vorerst unbefristete Zeit mit Leben füllen wird. Die beiden arbeiten schon seit sieben Jahren mit Haslberger zusammen, sind auch für dessen Anwesen „Bauer in der Au“ zuständig, der nur für Privat-Events vermietet wird. Schon im Herbst wollte das Gastro-Paar, dessen Hauptgeschäft Business-Restaurants und Event-Catering ist, mit der Alm loslegen. Doch wie das so ist am Bau in diesen Tagen, sorgten Lieferprobleme und auch Corona für eine Verzögerung.

Saurüsselalm Bad Wiessee.
Bereit für die Eröffnung: die Saurüsselalm bei Bad Wiessee © Thomas Plettenberg

Saurüsselalm öffnet am 16. Dezember: Urige Hütte mit viel Schick

Doch jetzt ist es soweit: Für die Eröffnung wird draußen der Schnee von der Terrasse geschaufelt. Im Sommer haben hier 120 Gäste Platz, eine lange, überdachte und beheizte Hausbank dient das ganze Jahr über als Sonnenbankerl – oder als bewirtetes Wartezimmer für drinnen, wo der mit urigem Schick umgebaute Stall das Herzstück bildet. 120 Personen haben hier an den langen Holztischen Platz. Hier und auch in einer zusätzlichen Stube, servieren die vier Angestellten, was sich die Frühaufs ausgedacht haben: gefüllte Knödel, Wollwürste vom Grill, kälberne Fleischpflanzerl, Hirschbraten, Brotzeiten oder Kaiserschmarrn, Kuchen und hausgebackenes Brot. Die Gäste werden streng nach 2G-Regeln reinlassen, täglich von 9.30 bis 16 Uhr, ohne Ruhetag. Im Sommer darf bis 19 Uhr, beziehungsweise bis zum Einsetzen der Dunkelheit geöffnet sein. Einmal wöchentlich sind Hüttenabende bis 24 Uhr erlaubt, dazu 15 Mal im Jahr Sonderveranstaltungen.

Eröffnung der Saurüsselalm: Ministerium antwortet auf Protestbrief

So steht’s in der Genehmigung, die zwar offiziell vorliegt, aber immer noch für Abstimmungsbedarf sorgt. „Nach eingehender Untersuchung stellen sich für uns noch offene Fragen, deren Untersuchung wir dem Landratsamt empfohlen haben“, heißt es in einer Antwort des Bayerischen Bauministeriums auf einen Protestbrief der Schutzgemeinschaft Tegernseer Tal (SGT) und des Vereins zum Schutz der Bergwelt. Sie wollten – und wollen immer noch – die Umwandlung der Alm in eine Wirtschaft verhindern (wir berichteten). Laut Ministerium sei „beispielsweise noch nicht hinreichend deutlich geworden, dass es sich wirklich um einen so stark frequentierten Bereich handelt, der eine gastronomische Versorgung objektiv erforderlich macht.“ Das Landratsamt hat bereits reagiert und laut Sprecherin Sophie Stadler die Gemeinde Bad Wiessee gebeten, ihre ursprüngliche Einschätzung hinsichtlich der touristischen Erforderlichkeit des Vorhabens mit Zahlen zu untermauern. Dies könnte etwa über die Auswertung der Parkautomaten an den Wanderparkplätzen erfolgen.

„Wir werden nicht locker lassen“, reagiert SGT-Vorsitzende Angela Brogsitter-Finck auf das Schreiben des Ministeriums, auch wenn sie vermutlich nichts daran ändern wird, dass sich am Donnerstag die ersten Wanderer auf den Weg zu Alm machen.

Anders könnte es bei Haslbergers Ziegenstall kommen, einem neu errichteten Gebäude, das in Sichtweite der Saurüsselalm die Blicke auf sich zieht. Hier steht laut Landratsamt eine finale Abstimmung zwischen dem Bauherrn und dem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) noch aus. Ob ein nachträglicher Bauantrag genügt, oder das Gebäude abgerissen werden muss, wird sich zeigen.

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