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Sensation in Bad Wiessee: Robert Kühn (SPD) ist neuer Bürgermeister

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Von: Gabi Werner

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Fassungslos war Robert Kühn (M.), hier mit seinem Mann Thomas (l.) und Anhänger Hartl Fischbacher, als das Ergebnis der Bürgermeisterwahl feststand. © Andreas Leder

Die Sensation ist perfekt: Robert Kühn (SPD) ist neuer Bürgermeister von Bad Wiessee. Mit 19 Stimmen Vorsprung gegenüber seinem CSU-Kontrahenten Florian Sareiter sicherte sich der 37-Jährige den Sieg.

Bad Wiessee – Es war am Sonntag gegen 19.30 Uhr, als im historischen Sitzungssaal des Wiesseer Rathauses Jubel aufbrandete. Soeben hatte Wahlleiter Thomas Lange das – denkbar knappe – Ergebnis verkündet: Mit 1351 Stimmen (50,3 Prozent) haben die Wiesseer Robert Kühn zu ihrem neuen Bürgermeister gewählt. Kühn selbst, der die Bekanntgabe mit einigen Gefolgsleuten persönlich im Rathaus verfolgte, war perplex: „Wahnsinn, Wahnsinn – ich kann es noch gar nicht in Worte fassen“, meinte der Geschäftsmann, der in seinem Wahlkampf mit frechen Slogans wie „Mut haben, Kühn wählen“ für sich geworben hatte.

Hier finden Sie alle Ergebnisse der Stichwahl im Landkreis Miesbach in unserem Ticker

Die Wiesseer – so viel steht seit der Stichwahl fest – haben Mut bewiesen. Mit einer hauchdünnen Mehrheit von nur 19 Stimmen schenkten sie dem exotischsten der ursprünglich drei Bürgermeister-Kandidaten ihr Vertrauen. Florian Sareiter kam auf 1332 Stimmen (49,7 Prozent). Die Wahlbeteiligung war etwas höher als beim ersten Wahlgang vor zwei Wochen und lag bei 63,4 Prozent.

Lesen Sie hier den Bericht über den ersten Wahlgang: Wiesseer Wahlkrimi geht in die Verlängerung

„Ein rotes Rathaus hier in der Region, das ist einfach fantastisch“, jubelte Kühn. Er dankte seinen Unterstützern im Ort, die ihm mit Sicherheit zu diesem Erfolg verholfen hätten. Gerade auf den letzten Metern hatte der Wahlkampf in Wiessee noch einmal an Fahrt aufgenommen – Grüne und Wiesseer Block hatten sich klar hinter den SPD-Bewerber gestellt. Angesichts der Corona-Krise gab’s gestern natürlich keine Wahlparty: Kühn wollte seinen Sieg ganz privat zuhause mit seinem Mann feiern.

Florian Sareiter (41) über Ergebnis bitter enttäuscht

Bitter enttäuscht über das Wahlergebnis zeigte sich am Abend Florian Sareiter. Er habe viel Zeit in den Wahlkampf investiert. Dass es am Ende ganz knapp nicht für einen Sieg gereicht habe, „ist schon sehr hart und bitter“, räumte der 41-Jährige ein. Als amtierender Gemeinderat und CSU-Vertreter war Sareiter vergangenes Jahr als klarer Favorit in den Wahlkampf gestartet. Er selbst müsse nun mit dem Ergebnis leben, „und die Wiesseer müssen es auch“, meinte er. Sareiter, der das Ergebnis angesichts von Corona in den eigenen vier Wänden abgewartet hatte, wünschte „dem Kollegen Kühn viel Glück bei seiner neuen Aufgabe“.

Keine allzu große Überraschung war der Ausgang der Wahl für den noch amtierenden Bürgermeister Peter Höß (Wiesseer Block). Er habe mit einem sehr knappen Ergebnis gerechnet, erklärte er. „Das war wirklich extrem spannend“, meinte Höß. Er wünsche seinem Nachfolger, dass er das Amt mit „viel Mut, Kraft und Gesundheit“ meistere. „Gerade vor dem aktuellen Hintergrund ist das keine einfache Aufgabe.“

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