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„Service-Wohnen“ jetzt in größerem Stil

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Von: Gabi Werner

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Noch ist nichts zu sehen: Auf dem brachliegenden Grundstück des früheren Hotels Edelweiß soll eine exklusive Wohnanlage für Senioren entstehen.
Noch ist nichts zu sehen: Auf dem brachliegenden Grundstück des früheren Hotels Edelweiß soll eine exklusive Wohnanlage für Senioren entstehen. © Thomas Plettenberg

Ein Wohnprojekt für Senioren – so etwas gibt es in Bad Wiessee derzeit nicht. Mit dem Neubau auf dem einstigen Edelweiß-Grundstück soll sich das ändern. Der Investor hat inzwischen sein Konzept überarbeitet: Anders als ursprünglich geplant, sollen nun sämtliche Einheiten auf dem Areal dem „Service-Wohnen“ dienen.

Bad Wiessee – Von „betreutem Wohnen“ möchte Markus Oswald im Zusammenhang mit seinem Projekt nicht so gerne sprechen. Das klingt zu sehr nach Pflegeeinrichtung. Es gehe vielmehr um „ein Leben im Ruhestand“, bei dem ein ganzes Service-Paket inklusive ist. Neben der wöchentlichen Wohnungsreinigung beinhaltet dieses Paket unter anderem ein tägliches Drei-Gänge-Mittagsmenü im hauseigenen Restaurant. Weitere Annehmlichkeiten können hinzu gebucht werden: In einer Broschüre mit dem Titel „Resort Lebensart“, die unserer Zeitung bereits vorliegt, ist unter anderem von wechselnden Nachmittagsangeboten wie einer Cocktail-Happy-Hour oder einer hauseigenen Bar die Rede. Auch ein gemeinsames Freizeitprogramm, einen Fitness- und Wellnessbereich sowie einen Naturpool soll es geben.

Markus Oswald baut die Wohnanlage.
Markus Oswald baut die Wohnanlage. © Thomas Plettenberg

„Wir wollen die Leute physisch und psychisch fit halten“, sagt Oswald, der das Projekt mit seinem in Ingersheim (Baden-Württemberg) ansässigen Immobilien-Unternehmen OSWA realisieren möchte. Das Stadium, in dem die Bewohner auf Hilfe und Betreuung angewiesen sind, solle so weit wie möglich aufgeschoben werden. Sobald der Mieter aber Pflege von außerhalb benötigt, könnte er die Dienste des Diakonievereins Tegernseer Tal in Anspruch nehmen. Der Verein hat per Kooperationsvereinbarung zugesichert, die Bewohner der Anlage im Falle einer Pflegebedürftigkeit ambulant zu versorgen, wenn diese das wünschen. „Die Mieter sollen die Sicherheit haben, dass sie nicht aus ihren Wohnungen raus müssen, wenn sie sich nicht mehr selbstständig versorgen können“, macht Florian Findeisen deutlich. Der Wiesseer steht dem Unternehmen OSWA bei dem Projekt beratend zur Seite.

Wohnanlage in Bad Wiessee zielt auf zahlungskräftiges Klientel ab

Richten wird sich das Angebot der exklusiven Wohnanlage – so viel dürfte klar sein – in erster Linie an ein zahlungskräftiges Klientel. Für die Einheiten, die sich in einer Größenordnung zwischen 35 und 106 Quadratmetern bewegen, werde es eine unterschiedliche Preisgestaltung geben, erläutert Oswald. Konkreter werden wollte er dazu nicht. Auf Anfrage erklärt Anton Bammer vom Wiesseer Bauamt aber, dass für eine Teilfläche des Hauptgebäudes, das sich zur Münchner Straße hin ausrichtet, eine Mietpreis-Deckelung vorgesehen sei. Dies sei in einem städtebaulichen Vertrag zwischen Gemeinde und Grundstückseigentümer so vereinbart worden.

Für diesen dreigeschossigen Hauptbau ist auch die Nutzung für betreutes Wohnen und die zugehörigen Gemeinschaftsräume festgelegt. In den beiden rückwärtigen, kleineren Gebäuden wollte Oswald ursprünglich herkömmliche Eigentums- und Mietwohnungen unterbringen.

„Service-Wohnen“ in Bad Wiessee: Interessenten sind schon da

Diese Pläne haben sich mittlerweile geändert. Wie der Unternehmer mitteilt, solle nun das gesamte Objekt dem „Service-Wohnen“ zugeschlagen werden. Insgesamt handle es sich um 41 Wohnungen, die dann den Senioren zur Verfügung stehen. Dass sich die Einheiten gut vermieten lassen, daran hat Oswald keinen Zweifel. Das Interesse an dem Projekt sei schon jetzt enorm. „Da gibt es einen Riesenbedarf“, sagt er. Auch Bürgermeister Robert Kühn (SPD) kann das aus eigener Erfahrung bestätigen. Er habe schon von vielen älteren Bürgern im Ort vernommen, dass sie das Angebot der Wohnanlage nutzen möchten.

Wann der Bau des Projekts auf dem Grundstück des einstigen und längst abgerissenen Hotels Edelweiß beginnen wird, lässt sich für Oswald allerdings nur schwer abschätzen. „Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren“, sagt er. Ein solches Großprojekt sei in der aktuellen Phase aber von vielen Unsicherheitsfaktoren begleitet: Stehen die nötigen Handwerksbetriebe bereit? Ist das Material verfügbar? Und schließlich: Wo laufen die Baukosten hin? Sein Ziel sei es aber, so Oswald, noch heuer mit dem Projekt durchzustarten.

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