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Wird bald abgerissen und edel neu gebaut: Jodbad in Wiessee.

Die besten Wortmeldungen aus der Marathon-Sitzung

Sitzung zum Badehaus: "Ich möchte nicht Wiessee heißen"

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Bad Wiessee - Geschlagene vier Stunden diskutierten die Wiesseer Gemeinderäte am Donnerstagabend über die Zukunft des Jodschwefelbads. Die besten Sprüche.

Eine lange, teils emotional geführte Debatte ging der Entscheidung des Gemeinderats voraus, die Entwurfsplanung und Kostenberechnung fürs neue Wiesseer Badehaus zu billigen.

Vor allem die Tatsache, dass das Jobad auch künftig nicht wirtschaftlich geführt werden kann, ließ manche Gemeinderäte mit dem kostspieligen Neubau hadern. Die Gemeinde rechnet auch in Zukunft – bei einer möglichen Verdreifachung der Anwendungen – mit einem jährlichen Defizit von knapp unter 100 000 Euro.

„Wir stehen eher für die junge Generation im Ort“, meinte etwa Florian Sareiter (CSU). Mit Blick auf nachkommende Generationen müsse der Gemeinderat schon genau überlegen, wie viel er in welche Projekte investiere. „Wir waren einstimmig dafür, ein kleines, feines Bad zu bauen“, erinnerte Sareiter. „Die Frage ist nur: zu welchem Preis?“ Fraktionskollegin Ingrid Versen wurde noch deutlicher. „Ich sitze seit 26 Jahren hier am Ratstisch, seither schreibt das Jodbad dicke rote Zahlen, die durch Steuergelder ausgeglichen werden“, sagte sie. Die Situation des „dauernden Defizits“ könne man der nächsten Generation nicht zumuten. Angesichts der höheren Baukosten werde sie der Planung nicht mehr zustimmen.

Markus Trinkl (Wiesseer Block) hingegen brach eine Lanze für den Entwurf Matteo Thuns. „Das ist ein sehr schönes Badehaus“, meinte er und fügte hinzu: „Das Jodbad ist Teil von unserem Ort, wir müssen das schaffen.“ Auf den Zusatz „Bad“ im Ortsnamen wolle er in keinem Fall verzichten: „Ich möchte nicht Wiessee heißen.“

Ähnlich sah es Fritz Niedermaier, ebenfalls Wiesseer Block: „Wir wollten ein Alleinstellungsmerkmal in der Bäderlandschaft – da müssen wir halt kräftiger hinlangen“, meinte er mit Blick auf die Baukosten. Und Bernd Kuntze-Fechner (SPD) zeigte sich überzeugt, dass die staatliche Förderung für das Projekt fließen werde. „Es wäre eine Katastrophe, wenn unser Bad nicht mehr existieren würde – alle beneiden uns um diesen Schatz.“ Seine Fraktionskollegin Klaudia Martini forderte ihre Kollegen am Ratstisch schließlich auf, sich „durch Kommentare in Internet-Zeitungen nicht auseinander dividieren zu lassen“. „Wir sollten den Mut haben für solche Entscheidungen.“

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