Wenn nicht nur Ihm die Hand ausrutscht

Paar vergreift sich aneinander - Er muss vor Gericht, sie nicht

Häusliche Gewalt ist bei diesem Paar aus Bad Wiessee kein Neuland. Als Begründung: das slowakische Temperament. Doch dass die Freundin zuerst zuschlägt kommt auch nicht oft vor.

Bad Wiessee – Weil ein 32-jähriger Slowake seine damalige Freundin körperlich misshandelte, musste sich der Leiharbeiter aus Bad Tölz nun vor dem Amtsgericht verantworten. Der Angeklagte hatte Einspruch gegen einen Strafbefehl über 1800 Euro erhoben. So kam es zur Verhandlung.

Die Vorgeschichte: Bei einem gemeinsamen Discobesuch in Rottach-Egern beklagte sich die 36-jährige Lebensgefährten des Täters über Schmerzen in ihrem frisch operierten Arm. Da dieser beim Tanzen jedoch keine „Obacht“ gab, wie es sich die Slowakin wünschte, fuhr sie ohne ein Wort mit dem Taxi nach Hause.

Der Angeklagte schlief daraufhin im Auto, um morgens in die gemeinsame Wohnung nach Bad Wiesee zurückzukehren. Die Freundin, sichtlich erbost über das Fernbleiben ihres Partners, bat ihn, die Wohnung umgehend wieder zu verlassen.

Das hatte der Mann auch vor, jedoch nicht, ohne vorher Lebensmittel und Kleidung einzupacken. Beides hatte die slowakische Arzthelferin laut ihrer Aussage aber von ihrem Geld bezahlt. Deshalb wurde sie handgreiflich, schlug ihren Freund mit der Faust in den Rücken und trat ihm ins Bein. So kam es quer durch die Wohnung zu einem Gerangel, bei dem die Frau ihrem Mann seine Halskette abriss, wobei er sich Blessuren am Hals zuzog. Das ließ dieser sich nicht gefallen, und schlug daraufhin mit der flachen Hand drei Mal in das Gesicht seiner Partnerin. Anklage: vorsätzliche Körperverletzung.

Auf die Frage von Richter Leitner, ob und weshalb solche Vorfälle öfters geschehen würden, antwortete der Angeklagte das läge am slowakischen Temperament.

„Ich will kein Schmerzensgeld, es soll ihm einfach eine Lehre sein, damit er es nicht mehr macht“, so die Geschädigte.

Seit dem Vorfall leben die Beiden getrennt, bemühen sich aber um ein freundschaftliches Verhältnis.

Strafmildernd wirkte sich die Einsicht und Reue des Slowaken aus. Außerdem habe die Klägerin selbst auch Aggressionspotenzial gezeigt. Daher wurde das Urteil von 1800 Euro Strafe auf 1600 Euro Strafe heruntergesetzt. Der Angeklagte nutze das letzte Wort, um sich zu entschuldigen: „Und Ich hoffe, dass mein Temperament zukünftig nicht mehr mit mir durchgeht.“

Leah Stefan

Rubriklistenbild: © dpa

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