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Selbstbewusst präsentierte SME-Chef Florian Kamelger nach dem Kauf des früheren Jodbad-Areals seine Pläne für das Hotel nebst Medizinzentrum. Inzwischen herrscht auf der Baustelle totaler Stillstand.

Gremium fasst konkrete Beschlüsse

SME-Baustelle: Gemeinderat Bad Wiessee verschärft Gangart gegenüber Investor

  • Gabi Werner
    vonGabi Werner
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Seit über einem Jahr herrscht Stillstand auf der Baustelle des früheren Jodbad-Areals. Der neue Gemeinderat von Bad Wiessee will seine Gangart gegenüber Investor SME jetzt verschärfen. Es gab bereits erste Beschlüsse.

Bad Wiessee – Monatelanger Stillstand auf der Riesenbaustelle im Kurviertel, wenig Informationsfluss seitens des Investors: So – das stand für den neuen Wiesseer Gemeinderat offenbar fest – kann es nicht weitergehen. Bürgermeister Robert Kühn (SPD) vergleicht die Situation mit einer „Ehekrise“. „Da hilft nur: viel miteinander reden“, sagt der neue Rathaus-Chef. Vertrauen müsse neu aufgebaut werden. Nun hat der Gemeinderat erste konkrete Schritte unternommen, um die Sports Medicine Excellence Group (SME) aus der Reserve zu locken.

Personalhaus-Grundstück: Gemeinderat beschließt Rückabwicklung des Verkaufs

In nicht-öffentlicher Sitzung hatte der Gemeinderat zunächst beschlossen, den Verkauf eines Grundstücks an SME – nämlich das Areal mit den Tennisplätzen an der Wilhelminastraße – rückgängig zu machen. Hier will der Investor bekanntlich sein Personalhaus errichten. Nun habe der Gemeinderat einstimmig beschlossen, eine Option im Kaufvertrag zu nutzen und die Rückabwicklung in die Wege zu leiten.

Als Druckmittel will Kühn diesen Schritt nicht verstanden wissen. Wohl aber als klares Zeichen des neuen Gemeinderats, dass die Fläche mit den Tennisplätzen eine große Bedeutung für die Gemeinde habe. Sollte es mit dem geplanten Hotel nebst Medizinzentrum voran gehen, werde man sicher eine geeignete Lösung fürs Personalhaus finden, meint Kühn und fasst zusammen: „Der Gemeinderat will kritisch mit dem Investor sprechen.“

Lesen Sie hier einen Bericht aus dem alten Gemeinderat: Baustopp in Bad Wiessee: Bürgermeister fordert anständigen Umgang mit Investor 

Die Gelegenheit zum persönlichen Gespräch bekamen die Gemeinderäte in einer weiteren nicht-öffentlichen Sitzung. Florian Kamelger, Verwaltungsratspräsident von SME, stellte sich am Donnerstagabend erstmals seit Langem den Fragen der Gemeinderäte. „Er hat beteuert, dass sie weiterhin mit Hochdruck an dem Projekt arbeiten“, berichtet Kühn. Bekanntlich will das Schweizer Unternehmen auf dem 18.000 Quadratmeter großen Areal des früheren Jodbads ein Hotel mit 121 Zimmern, Wellnessbereich, mehreren gastronomischen Outlets sowie ein medizinisches Funktionsgebäude errichten.

Beschluss im Gemeinderat: Änderungen an der Planung werden nicht genehmigt

Bei diesem Konzept, so viel machte der Gemeinderat in der Sitzung deutlich, solle es auch bleiben. „Der jetzige Gemeinderat steht hinter dieser Planung und wird unter den jetzigen Gegebenheiten nicht über mögliche Änderungen diskutieren“, erklärt Kühn. Diese Haltung habe das Gremium auch mit einem einstimmigen Beschluss zementiert. Heißt im Klartext: Sollte Grundstückseigentümer SME von der beschlossenen Planung abweichen und beispielsweise in Richtung Wohnbebauung abzielen wollen, spielt die Gemeinde nicht mit.

Konkrete Gründe dafür, dass das ehrgeizige Projekt im Mai 2019 zum totalen Stillstand kam, hatte Kamelger in der Vergangenheit nicht genannt. Ein belasteter Untergrund, die denkmalgeschützte Wandelhalle, deren Umbau offenbar nicht wie geplant möglich ist, die fehlende Wirtschaftlichkeit des Projekts – diese Argumente waren in der Diskussion um die Baustelle immer wieder an die Öffentlichkeit gedrungen.

Wann mit einer Wiederaufnahme der Bauarbeiten zu rechnen ist, darauf gab es auch diesmal keine wirkliche Antwort. „Herr Kamelger meinte, dass er bis Herbst oder Ende des Jahres mit Neuigkeiten aufwarten kann“, berichtet Kühn.

Kamelger selbst wollte sich auf Anfrage unserer Zeitung nicht zu den einzelnen Punkten äußern. Nur so viel: „Es hat mich gefreut, den neuen Gemeinderat kennen zu lernen.“

Auch interessant: SME-Projekt: Landratsamt sieht keinen Grund für Baustopp

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