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Nichts rührt sich auf dem riesigen Areal des ehemaligen Jodschwefelbads in Bad Wiessee. Wann die Bauarbeiten dort wieder aufgenommen werden, lässt Investor SME offen.

Baugenehmigung liegt vor

Nach Jodbad-Abriss: Mega-Baustelle im Zentrum von Wiessee steht still - keiner weiß, wie lange noch

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Eigentlich soll dort ein Luxushotel in die Höhe wachsen. Doch die Baustelle im Herzen von Bad Wiessee am Tegernsee steht seit Mai still. Der Investor verweist auf Behörden. Das Landratsamt zeigt sich überrascht.

  • Seit Mai stehen die Maschinen auf der SME-Baustelle in Bad Wiessee still. 
  • Damals hatte der Investor überraschend einen Baustopp verkündet. 
  • An der trostlosen Situation wird sich so schnell nichts ändern.

Bad Wiessee – Im Herzen Bad Wiessees – dort, wo das neue Edel-Badehaus der Gemeinde gerade seiner Fertigstellung entgegenstrebt – klafft ein gewaltiges Loch. Die Szenerie auf dem riesigen Areal des einstigen Jodschwefelbads wirkt schon fast gespenstisch: Die Gemäuer des alten Jodbads sind längst verschwunden, nurmehr die denkmalgeschützte Wandelhalle reckt wie zum Trotz ihr Haupt in die Höhe.

Seit die Sports Medicine Excellence Group (SME) die Großbaustelle im Mai auf Eis gelegt hat, herrscht Stillstand auf dem Gelände. Eine Situation, mit der sich die Wiesseer auch über den Jahreswechsel hinaus arrangieren müssen. „Wir sind mit den Behörden noch nicht am Ziel, weshalb eine Wiederaufnahme des Baus leider noch nicht verkündet werden kann“, lässt SME-Verwaltungsratspräsident Florian Kamelger auf Nachfrage der Tegernseer Zeitung wissen.

Damit macht er alle Hoffnungen zunichte, dass der anvisierte Zeitrahmen für den Baustopp gehalten werden kann. „Das Ende des Jahres war als Richtwert für unser Team zu sehen“, stellt Kamelger klar. 

Aufgrund der „komplexen Zusammenhänge“ zeichne sich jedoch ab, „dass die erforderlichen Anpassungen zeit- und ressourcenintensiver sind, als angenommen“.

Woran hakt‘s? Investor SME macht keine konkreten Angaben

Konkretere Angaben – etwa dazu, woran es hakt und wann mit einer Wiederaufnahme der Arbeiten gerechnet werden kann – macht der Vertreter des Schweizer Investors nicht. In der Vergangenheit war vor allem die Rede von Problemen mit dem Denkmalschutz. Bekanntlich soll die historische Wandelhalle umgebaut und künftig für die Gastronomie genutzt werden. Auch schwierige Bodenverhältnisse wurden seinerzeit von SME als Begründung für die Bauunterbrechung angeführt.

Lesen Sie hier: Rohbau des neuen Jodbads steht: Bürgermeister dankt für „mutige Entscheidung“

Im Juli hatte der Investor im Wiesseer Gemeinderat zuletzt Rede und Antwort gestanden zu dem Baustopp. Seither hüllte man sich gegenüber der Öffentlichkeit in Schweigen. Fast hätte man den Eindruck gewinnen können, das Unternehmen sei abgetaucht. Dieser Vermutung tritt Bürgermeister Peter Höß (Wiesseer Block) aber mit Nachdruck entgegen. „Wir stehen in einem intensiven Kontakt mit dem Investor“, versichert der Rathaus-Chef. Die Vertreter von SME seien sehr daran interessiert, für die Wiesseer Baustelle schnellstmöglich Lösungen herbei zu führen.

Wie genau das aussieht, dazu machte auch Höß keine Angaben. Nur so viel: „Es gibt noch ein paar Dinge, die geregelt werden müssen – und das geht nicht beim laufenden Bauverfahren.“ Der Bürgermeister deutete an, dass das Problem nicht nur beim Investor, sondern auch auf behördlicher Seite angesiedelt sei. Der ins Thema eingearbeitete Kreisbaumeister sei nun schon seit gut einem Jahr im Ruhestand, ein Nachfolger nicht in Sicht. „Das beschleunigt die Situation sicher nicht“, meint Höß.

Landratsamt sieht nach wie vor keinen Anlass für die Bauunterbrechung

Kamelger seinerseits betont, dass sein Unternehmen in „sehr guten Gesprächen“ mit den zuständigen Behörden sei. Allerdings sei man noch nicht dort, „wo wir sein müssten, um wieder starten zu können“. Das Landratsamt Miesbach, das schon im Mai erklärt hatte, dass es aus behördlicher Sicht keinen Grund für den Baustopp gebe und ein solcher auch nie angeordnet worden sei, erklärte nun erneut, dass seit 15. November 2017 eine gültige Baugenehmigung für das Areal vorliege. „Sollte der Bauherr Änderungen beabsichtigen, so liegen uns jedenfalls noch keine Anträge vor“, sagt Pressesprecher Birger Nemitz.

Bekanntlich möchte SME auf dem alten Jodbad-Gelände neben einem Hotel mit 121 Zimmern samt Wellness- und Sportbereich auch ein medizinisches Funktionsgebäude verwirklichen. Der Investor aus der Schweiz hatte stets betont, dass man an der Vollendung dieser Pläne festhalte und nie vorgehabt habe, das Grundstück in andere Hände weiterzugeben.

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