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Die Riesen-Baustelle steht seit Mai 2019 still. 

Viele Fragen offen 

SME noch ohne Zeitplan: Keine Ende des Baustopps in Sicht

  • Christina Jachert-Maier
    vonChristina Jachert-Maier
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Wann geht’s endlich weiter auf der Mammut-Baustelle um die Wandelhalle? SME-Chef Florian Kamelger hat nach acht Monaten Baustopp keinen Zeitplan – und lässt viele Fragen offen.

Bad WiesseeAls es in der Januar-Sitzung des Wiesseer Gemeinderats um die Neugestaltung der Wilhelmina-Straße ging, schockte Städteplaner Eberhard von Angerer die Zuhörer mit einer düsteren Prognose. Seiner Einschätzung nach werde das Unternehmen Sports Medicine Excellence Group (SME) die seit Mai 2019 gestoppten Bauarbeiten erst Ende 2020 wieder aufnehmen.

Nicht nur CSU-Gemeinderat Florian Sareiter wünscht sich ein schnelles und klares Statement von SME-Verwaltungsratspräsident Florian Kamelger dazu. Es sind viele Fragen offen. Wirft SME die gesamte Planung um? Hat sich das Unternehmen finanziell verhoben und sucht einen neuen Investor, der das Projekt übernimmt?

SME-Chef Kamelger: „Wir sind von dem Konzept überzeugt“

Letzteres verneint Kamelger auf Nachfrage. „Wir sind von dem Konzept überzeugt und auch nicht an unsere Grenzen gekommen. Wir halten an dem Projekt fest“, versichert Kamelger. Auf dem 18 000 Quadratmeter großen Areal des früheren Jod- und Schwefelbades will das Schweizer Unternehmen ein Hotel mit 121 Zimmern, Spa-, Wellness und Sportbereich, mehreren gastronomischen Outlets sowie einem davon unabhängigen medizinischen Funktionsgebäude bauen. Star-Architekt Matteo Thun hat die Pläne entworfen. Die denkmalgeschützte Wandelhalle sollte die Gastronomie beherbergen.

Statik der Wandelhalle ist ein Problem

Doch schon aus statischen Gründen erweist sich der Umbau der Wandelhalle als Problem. Aber nicht nur deshalb stoppte SME den im Dezember 2018 begonnenen Bau nach einem knappen halben Jahr. Im Mai 2019 verkündete SME einen Baustopp bis zum Jahresende. Ein Datum für den Neustart nennt SME jedoch bis heute nicht. „Es ist zu früh, um dazu eine Aussage zu machen“, erklärt Kamelger. Er spricht von Evaluation und nötigen Anpassungen, intensiven Diskussionen mit den Behörden, komplexen Zusammenhängen und dem Ziel, die Wirtschaftlichkeit darzustellen. Zum Zeitplan sagt er nichts. „Intern ziehen wir eine Deadline“, lässt Kamelger wissen. Nach außen hält er sich bedeckt.

Bürgermeister Höß setzt weiter Vertrauen in SME

Das Vertrauen von Bürgermeister Peter Höß hat SME trotzdem nicht verloren. Allerdings vermisst auch er die Kontaktpflege. Zuletzt sei SME im Ort in Erscheinung getreten, als die Wandelhalle winterfest gemacht wurde, berichtet Höß. Aktuell habe er keine neuen Informationen. Doch er wisse, dass die ursprüngliche Planung für die Wandelhalle nicht zu realisieren sei. Der Boden unter der Halle habe sich gesenkt, die Statik lasse den Umbau in der vorgesehenen Form nicht zu. Dies habe sich erst in der Bauphase gezeigt. Im Ort werde viel über die Leistungsfähigkeit von SME spekuliert, räumt Höß ein. „Aber die sich da abfällig äußern, haben keine Ahnung“, ist er überzeugt. Das Unternehmen sei angetreten, um in einer Größenordnung von 100 Millionen Euro zu investieren. 30 Millionen Euro seien schon in das Projekt geflossen, erklärt Höß: „SME wird das jetzt nicht schleifen lassen.“

Nicht nur ein Problem, sondern viele

Hakt es also nur an der Wandelhalle? Kamelger lässt durchblicken, dass die Probleme sehr viel komplexer sind. Es habe bei Baubeginn nicht die eine große Überraschung gegeben, sondern einige Dinge, die zur Entscheidung geführt haben, den Bau zu unterbrechen. „Manchmal muss man Schritte tun, die auch mir als Unternehmer nicht schmecken“, meint Kamelger. Nun gelte es, das Projekt sauber aufzugleisen.

Eine Information des noch bis Mai amtierenden Gemeinderats ist nicht geplant. Nach der Wahl gebe es schließlich neue Ansprechpartner, weiß Kamelger. Die Entscheidung, wann der Bau weitergeht, sei im Fluss. „Darüber spreche ich, wenn ich alle Puzzleteile beisammen habe.“

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