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Die Wandelhalle ist inzwischen entkernt. Das Foto zeigt Florian Kamelger vor Beginn der Arbeiten. Das Wandbild am Turm muss erhalten bleiben. 

Behörde weist Vorwürfe des Bauherren zurück

SME-Projekt: Landratsamt sieht keinen Grund für Baustopp

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Das Unternehmen SME wird die Großbaustelle im Wiesseer Kurviertel demnächst auf Eis legen. Begründet hatte der Bauherr dies mit Auflagen der Behörden. Das Landratsamt weist die Vorwürfe zurück. 

Bad Wiessee– Es war eine Nachricht wie ein Donnerschlag: Die Firma Sports Medicine Excellence Group (SME) legt die Großbaustelle in Wiesseer Zentrum vorläufig auf Eis. Am Dienstag kündigte das Unternehmen eine vorläufige Unterbrechung der Arbeiten für Hotel und Medizin-Gebäude bis zum Jahresende an. SME-Chef Florian Kamelger machte dafür in seiner Begründung vor allem die Behörden verantwortlich. Ein Vorwurf, den das Landratsamt Miesbach als zuständige Behörde zurückweist. Der Denkmalschutz der Wandelhalle und die nötige Abstimmung mit den zuständigen Ämtern bezüglich des Baustellenbetriebs seien sicher kein Grund für einen Baustopp, meint Landratsamt-Sprecher Birger Nemitz: „Schon gar nicht in dieser zeitlichen Länge bis zum Ende des Jahres.“ Es müsse andere Gründe für die Entscheidung geben.

In einer Pressemitteilung hatte Kamelger vor allem Auflagen beim Umbau der historischen Wandelhalle beklagt. Die für den Denkmalschutz zuständige Behörde stelle bereits verbindlich getroffene Entscheidungen wieder infrage. Zudem würden immer neue Abklärungen im Baustellenbetrieb verlangt.

Dies treffe nicht zu, hält Nemitz entgegen: „Das Problem liegt sicher auch in der falschen Erwartungshaltung aufseiten des Bauherren.“ In der Baugenehmigung seien Details zum Denkmalschutz gar nicht enthalten. Hauptdiskussionspunkt sei die Außendämmung der Wandelhalle mit Theatersaal und Turm. Dort sollen mehrere Restaurants ihren Platz finden. Der Bauherr wünsche nun eine Außendämmung mit Polystrol, erklärt Nemitz. Eine Zusage, dass diese erfolgen dürfe, habe es – anders als von Kamelger behauptet – nie gegeben. „Es ist vermutlich so, dass sich der Bauherr eine solche Zusage wünscht“, merkt Nemitz an. Das Landesamt für Denkmalpflege – in diesem Fall Berater des Landratsamtes – sei aber strikt gegen eine Beeinträchtigung des Baudenkmals durch eine solche Dämmung. Diese würde die Außenmaße der Wandelhalle verändern. Bei dem Turm sei eine Außendämmung ohnehin nicht zulässig: Dort ist ein Wandbild zu erhalten.

„Auch über weitere Eingriffe in die Substanz der geschützten Gebäudeteile wird noch mit dem Bauherren beraten“, berichtet Nemitz. Keine Probleme und keine Beanstandungen habe es übrigens bei einem Termin des Bauamts mit einem Prüfstatiker gegeben. Also nichts, was eine Unterbrechung der laufenden Arbeiten rechtfertigen würde. „Sowohl das Staatliche Bauamt als auch die Untere Denkmalschutzbehörde haben hier schnell und effizient gehandelt“, versichert Nemitz. Vielmehr habe der Bauherr verschiedene Resultate aus der Planung noch nicht zu Ende gedacht. Daher lege er nun nach und nach weitere Sachverhalte zur Abstimmung vor.

Vonseiten der Gemeinde Bad Wiessee gebe es keine Auflagen zum Baustellenbetrieb, versichert Bürgermeister Peter Höß. Die sei allein Sache des Landratsamtes. Höß sieht das Problem vor allem in der Beschaffenheit des Bodens, der in Bad Wiessee sehr weich und oft mit Öl belastet sei. Vielleicht, so Höß, dauere die Unterbrechung der Arbeiten ja auch gar nicht bis zum Jahresende an.

Während im Ort gemunkelt wird, SME wolle das ganze Projekt abstoßen, versichert Kamelger, man sei vom Konzept überzeugt und arbeiten daran, die Wirtschaftlichkeit darzustellen. Interessenten für eine Übernahme dürfte es geben. Im Vorfeld hatte das seit Langem in Bad Wiessee ansässige Unternehmen Medical Park lebhaftes Interesse angemeldet. 

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