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Vor einem Jahr zerstörte ein Brand das Wiesseer Rettungszentrum.

Brandursache gilt als geklärt

Vor einem Jahr brannte das Wiesseer Rettungszentrum: So geht es den Verletzten heute

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Vor einem Jahr erlebte Bad Wiessee mit dem Brand im Rettungszentrum eine schlimme Katastrophe. Dass ein Jahr danach alles komplett neu dasteht, war ein hartes Stück Arbeit – und ist es noch immer.

Vieles ist geschafft, vieles muss noch bewältigt werden: BRK-Bereitschaftsleiter Benedikt Dörder (32) ein Jahr nach der Brandkatastrophe in der neuen Garage des Rettungszentrums. 

Bad Wiessee – Benedikt Dörder erinnert sich noch an jedes Detail: Der 32-Jährige, der drei Wochen später Leiter der BRK-Bereitschaft Bad Wiessee und damit Nachfolger seines Vaters Wilhelm werden sollte, war gerade bei einem Einsatz in Rottach-Egern, als die Nachricht vom Brand am Hüglweg in Bad Wiessee kam. „Ich dachte nicht im Traum daran, dass es sich um unser Rettungszentrum handeln könnte“, sagt Dörder. Doch es war so. Am 13. Februar, gegen 14 Uhr, lösten Schweißarbeiten an einem Wasserwachtsboot eine Brandkatastrophe aus, die es so in Bayern noch nicht gegeben hatte. Retter werden selbst zum Opfer. Die Garage der BRK-Bereitschaft mit sechs Fahrzeugen und zwei Booten wird komplett zerstört. Elf Feuerwehren mit 150 Mann, 40 Atemschutzträgern und zwei Drehleitern, das THW, die Johanniter, ehrenamtliche Kräfte verschiedener Schnelleinsatzgruppen (SEG) und zwei Hubschrauber sind im Einsatz. Alle packen an. Zum Glück bleiben die angrenzenden Garagen der Feuerwehr weitestgehend verschont.

Auslöser des Unglücks inzwischen geklärt

Zwölf Feuerwehrler müssen mit Rauchvergiftungen behandelt werden. Die beiden 34 und 42 Jahre alten Männer, die an dem Boot gearbeitet hatten, trifft es schlimm: Sie erleiden schwere Brandverletzungen. Während der 42-Jährige inzwischen wieder wohlauf ist, befindet sich der 34-Jährige noch in Behandlung: Seine Unterarme erlitten Verbrennungen, Haut musste transplantiert werden. „Er ist nach wie vor arbeitsunfähig“, weiß Dörder. „Und es ist leider nicht abzuschätzen, wie lange er es noch sein wird.“ Dass die Schweißarbeiten das Unglück auslösten, ist inzwischen gesichert. „Die Ermittlungen sind abgeschlossen“, sagt Johann Schweiger von der Kripo Miesbach. Die Staatsanwaltschaft München II hat das Verfahren eingestellt.

Uli Hoeneß grillt Würstel, um Spenden zu sammeln

In den Wochen und Monaten nach dem Brand musste viel improvisiert werden. Leihfahrzeuge und Ausweichstandorte sicherten den Rettungsbetrieb. Jetzt, genau ein Jahr danach, ist nach außen hin fast so etwas wie Normalität eingekehrt. In Windeseile und dank einer enormen Gemeinschaftsleistung wurde eine neue Garage gebaut. Sie konnte Mitte November bezogen werden. Klar ist: Der Brand hat rund drei Millionen Euro Schaden verursacht, rund 1,2 Millionen Euro entfallen auf das Inventar. „Das hat natürlich am meisten geschmerzt“, sagt Dörder. „Denn durch die Kasko-Versicherung wird nur der Zeitwert der Fahrzeuge übernommen.“ Während das Gebäude also von der Brandversicherung der Gemeinde Bad Wiessee übernommen wurde, muss das BRK eine Finanzlücke zur Wiederbeschaffung der Fahrzeuge von 300 000 Euro stopfen. „Es ist überwältigend, wie groß die Spendenbereitschaft von Beginn an war und immer noch ist“, freut sich der Bereitschaftsleiter. Privatpersonen, darunter auch FC-Bayern-Präsident Uli Hoeneß, der bei Aldi Würstl zugunsten des BRK grillt, aber auch Vereine, Schulen, Kindergärten, die Gemeinden und der Freistaat helfen mit. Bis dato sind genau 272 001 Euro auf dem Konto. Dörder hofft, dass auch die fehlende Summe noch zusammenkommt.

Ersatz für „Unglücksboot“ gibt es seit Oktober

In der neuen Halle steht zwar alles wieder an seinem Fleck, doch zum Teil handelt es sich noch immer um Leihgaben: Etwa der Rettungswagen, den der Landesverband zur Verfügung gestellt hat. „Aufgrund des guten Spendenzulaufs konnten wir jetzt die Bestellung anstoßen“, freut sich Dörder. In drei bis vier Monaten soll der neue Rettungswagen eintreffen. Kostenpunkt: rund 109 000 Euro. Auch der Einsatzleitwagen, die mobile Kommandozentrale mit der gesamten Kommunikationstechnik, ist noch eine Leihgabe, wird Mitte März aber durch ein neues Fahrzeug ersetzt. Kostenpunkt: 300 000 Euro. Das Motorrettungsboot der Schnelleinsatzgruppe Wasserwacht konnte bereits Mitte 2017 neu angeschafft werden, das dazugehörige Wassernot-Fahrzeug, derzeit noch eine Leihgabe aus Greinau, soll diesen Sommer folgen. Zwischen 10 000 und 15 000 Euro muss das BRK noch dafür aufbringen. Der Gerätewagen Sanitätsdienst 25 der SEG stand zum Zeitpunkt des Brandes zum Glück noch nicht in der Garage: Es wurde den Wiesseern zwar schon vorher zugewiesen, ist aber erst im Herbst ausgeliefert worden. Auch der Ersatz für das „Unglücksboot“, das Motorrettungsboot der Wasserwacht, steht seit Oktober wieder an Ort und Stelle.

Es ist ein enormer Kraftakt, den das BRK immer noch schaffen muss: die Bürokratie, das Spendensammeln, die Aufarbeitung des Unglücks, Schuldgefühle, die das Unglücksopfer noch immer belasten. „Wir versuchen, alles zu verarbeiten so gut es geht“, sagt Dörder, der bei der jüngsten Hauptversammlung sogar drei neue Mitglieder begrüßen konnte. Er weiß: „Bad Wiessee hat Gigantisches geleistet.“ Am 5. Mai will man die Wiedereinweihung und ein Jubiläum feiern. Da jährt sich zugleich die ursprüngliche Eröffnung zum fünften Mal. „Und dann“, hofft Dörder, „schließt sich der Kreis.“

gr

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