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Gemütlich tummeln sich die Fische im neuen Auadome. Jede Artengruppe hat ihr eigenes Becken - damit sie sich nicht gegenseitig fressen.

Und es hat einiges zu bieten - exklusiver erster Blick mit Video

Ab sofort: Preysings Aquadome wieder offen - neues Konzept

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Bad Wiessee - Einmal mit den Fischen quer durch den Tegernsee tauchen - von der Raubfischbucht bis zu den tiefen Renken-Schwärmen - geht ja gar nicht? Geht ja wohl. Per Aquadome.

Der Flussbarsch ist tot, gefressen. In einer Ecke des Beckens kauert träge ein Hecht - nennen wir ihn Manfred - und schaut so gar nicht schuldbewusst drein, eher satt, mit recht dickem Bauch. Kein Wunder, der Flussbarsch hatte bereits stolze 20 Zentimeter. Trotzdem hat Manfred keine zwei Nächte gebraucht, sich seinen Beckengenossen zu schnappen. Das Verdauen - so scheint es - könnte da länger dauern.

Blau: das tiefste Becken im Haus - mit Renken. Daneben steht Fisch-Fachberater Ulrich Wunner.

Aber so ist das eben im wahren Leben des Tegernsees. Und genau das soll das frisch sanierte Aquadome gleich neben dem Fischer-Bistro in Wiessee abbilden. In fünf riesigen Aquarien spielt sich das Seeleben ab, als wäre man gerade selbst abgetaucht. Rechts und links neben dem Eingang sind die Flachwasserbereiche angesiedelt. Dort tummeln sich Karpfen, Schleien und andere Friedfische auf der einen Seite und die schlimmsten Räuber von Hecht Manfred bis zu einem gewaltigen Waller auf der anderen. 

Video: Exklusiver Tauchgang vor der Eröffnung

Riesig: Der Waller kommt nur bei Nacht raus. Dann verstecken sich alle anderen. Denn auch er ist hungrig.

Karpfen & Co. sind ganz bewusst von den Jägern getrennt - Manfred hätte sonst leichtes Spiel. Danach kommen Saiblinge auf der einen und Bachforellen auf der anderen Seite. Letztere sind noch recht klein. Aber die Fischer rätseln noch, welche Tierchen sie ihnen als Gesellschaft antun können - ohne dass das große Fressen ausbricht.

Eigentlich wäre die Auswahl recht groß. Bereits jetzt haben es 14 Arten in die fünf Becken geschafft. Gut, minus einen Flussbarsch. Flusskrebse sollen noch dazukommen, auch die können nicht überall rein. Bei Hechten und Wallern wären sie schnell weg, auch die Forellen würden kurzen Prozess machen, bleibt also nur das Friedfischbecken - wo wiederum die Krebse das Futtern anfangen werden.

Renke müsste man sein. Die ziehen ganz unbeeindruckt von profanen Flachwasser-Problemen im fünften Becken am Kopfende des Raums ihre ewigen Bahnen durchs tiefe Blau, ganz wie im großen Original, da sind es auch die Renkenschwärme, die die Untiefen des Tegernsees bevölkern. 

Neu gestaltet hat den Aquadome eine Kooperation aus der Fachberatung für Fischerei des Bezirks Oberbayern, dem Landesfischereiverband, der Gemeinde Bad Wiessee - und natürlich die Tegernseer Berufsfischer um Christoph von Preysing. 

Gut, die Sanierung hat schon recht lange gedauert. Das gibt auch Fachberater Dr. Ulrich Wunner etwas zerknirscht zu. Die Wasserversorgung war wohl das Problem. Sowohl Preysings Bruthaus als auch die Aquarien werden nun direkt mit Seewasser gespeist. Das ist weit besser als das Söllbachwasser, weil wärmer und angenehmer für die Fische. Bis alle Leitungen und Pumpen funktionierten, dauerte es allerdings.

Genauso bis die Verantwortlichen die Fördermittel zusammen hatten. Stolze 40.000 Euro hat die Sanierung des Aquadomes gekostet. Es waren Profis am Werk - mit Liebe zum Detail, was auf den ersten Blick in die Becken klar wird: Jedes Aquarium stellt eine andere Seeregion dar. Die ufernahen Gewässer verfügen über genügend Astwerk und Wurzeln, damit sich die Fischlein wie zuhause fühlen. Im tiefen See und in den Flußmündungen wechseln sich Kiesel und kleine Riffe ab. Das Licht kommt nun mit modernster LED-Technik - extra für Fische konzipiert - von oben, wie auch daheim im Tegernsee.

Der Aufwand hat sich gelohnt. Der Besucher hat beim Betreten des finsteren Raumes das Gefühl tief in den See einzutauchen, genießt einen Anblick und eine Ruhe, wie es sonst nur in einem sehr langen Tauchgang möglich wäre. Nur eins stellt Preysing gegenüber seinen Kunden im benachbarten Bistro von vorherein klar: "Hier kann man sich keine Fische zum Essen raussuchen. Die sind nur zum Anschauen da." Oder eben zum gegenseitig Fressen. Der Eintritt ist kostenlos. Das Aquadome hat ab sofort täglich von 9 bis 19 Uhr geöffnet.

kmm

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