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"Eine Fehlplanung" findet Gemeinderat Rolf Neresheimer: der Badehaus-Entwurf von Stararchitekt Matheo Thun.

Neresheimer bietet Alternativplan - mit dem Badepark

Gemeinderat vor Sondersitzung: „Badehaus ist Fehlplanung"

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Bad Wiessee – Der Neubau des Badehauses ist ein Millionen-Projekt, dessen Kosten wohl viel höher sind als gedacht. Ein Gemeinderat schlägt Alarm - kurz vor der entscheidenden Sondersitzung.

„Am Donnerstag ist Showtime im Sitzungssaal“, kündigt Rolf Neresheimer, Sprecher der zusammen mit Armin Thiem zweiköpfigen ran-BW-Fraktion an. „Es geht um viel, um die Zukunft des Jodschwefelbades.“ Vorgestellt wird ein überarbeiteter Entwurf des Badehauses, der neben dem Badepark entstehen soll, und in dem künftig das heilende Jod-Schwefelwasser verabreicht wird. Die Gemeinde wird das Haus nach den Vorstellungen des Südtiroler Star-Architekten Matteo Thun bauen. 

Doch Neresheimer warnt: Thuns Pläne mit viel Holz und Glas seien nicht geeignet, um so ein Bad ohne immense Folgekosten zu betreiben. „Holz wird in Schwefel-Umgebung schwarz. Wollen wir das?“ Ein solider Zweckbau ohne künstlerisches Tamtam wäre geeigneter.“ Das alte Jodbad mit Kacheln und Fliesen, findet der ran-BW-Sprecher, habe auch 100 Jahre gehalten. 

Ohne Rücksichtnahme auf einen eventuellen Prestige-Verlust der Gemeinde fordert Neresheimer: „Wir sollten uns von der Thun-Planung verabschieden.“ Alles in allem hält er die Planung des Badeshauses für nicht entscheidungsreif. „Das ist eine Fehlplanung, sie wird uns um die Ohren fliegen.“ Abgesehen von den Kosten, die wohl über fünf Millionen Euro liegen werden. Ab dieser Schallmauer ist zudem eine EU-weite Ausschreibung nötig, die das Projekt verzögert.

Weil die Zeit drängt, und die Sports Medicine Excellence Group (SME) noch im Herbst mit dem Abriss des alten Jodbads wegen der Verwirklichung der Hotelpläne beginnen möchte, muss eine Entscheidung über eine Interimslösung her. Für Neresheimer wäre es sinnvoll, ungenutzte Badepark-Flächen so umzubauen, dass ein Jodbad-Betrieb dort künftig dauerhaft möglich ist.

Neresheimer fürchtet weiteres Millionen-Risiko

Abgestimmt wird auch über die Neuverlegung von Leitungen der Heilquellen und die Errichtung eines Wasserreservoires auf dem Areal südlich der Wilhelminastraße. Ein weiteres Millionen-Risiko, befürchtet Neresheimer. Ein bestehendes Vorhaltebecken, in dem das hochgepumpte Wasser zwischenlagern muss, befindet sich hinter der Wandelhalle im Boden. Dieses muss entfernt, entsorgt und neu gebaut werden. Wiessee muss laut Vertrag für die Altlasten und die Neuverlegung aller Leitungen aufkommen. Zudem müssen die Pumpen der Quellen eingehaust und frostsicher gemacht werden. „Da schlummern immense Kosten“, sagt Neresheimer.

Für die Gemeinde ist alles entscheidungsreif: „Es wurden umfangreiche Vorarbeiten geleistet“, betont Rathaus-Geschäftsleiter Michael Herrmann. „Es gilt jetzt, wichtige Entscheidungen zu treffen.“

Neresheimer hofft, dass viele Bürger den Weg in den Sitzungssaal finden, „um zu sehen, wie ihre Volkssvertreter tatsächlich ihre Interessen vertreten.“

gr

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