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Die Spielarena besteht bis 2021. Was danach passiert, darüber soll jetzt der Gemeinderat 2020 entscheiden.

Abriss jetzt nicht mehr festgeschrieben

Zukunft der Spielarena: Enscheidung soll erst 2020 fallen

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Bad Wiessee - Auf den Showdown hatten am Montagabend bei der Wiesseer Bürgerversammlung alle gewartet: Hotelneubau gegen Spielarena. Josef Niedermayer gegen Bürgermeister. Doch die überraschten mit neuen Infos.

Die Folien der Präsentation laufen rückwärts. Hektisch gibt Städteplaner Eberhard von Angerer Anweisungen. „Die Richtung stimmt nicht“, sagt er zu Beginn der Bürgerversammlung in einem fast vollbesetzten Postsaal. Nein, Angerer meint damit nicht den politischen Kurs der Gemeinde Bad Wiessee. Die Technik des Beamers spinnt. Die neuen Pläne des Unternehmens Sport Medicine Excellence Group (SME) für das Jodbadareal wollen nicht so recht auf die Leinwand hüpfen. 

Ein bisschen symbolisch wirkt das schon. Hat Angerer doch schon mal einen Vortrag zum selben Thema auf einer Wiesseer Bürgerversammlung gehalten. Ebenfalls mit einem Entwurf von Star-Architekt Matteo Thun. Nur hätte es damals dem Bade Park an den Kragen gehen sollen. Jetzt der Spielarena – so zumindest die Furcht des Betreibers Josef Niedermayer sowie einiger „besorgter Bürger“ aus dem Tegernseer Tal, die per Antrag ein paar schriftliche Fragen stellten. Eine Furcht, die wohl noch bis 2020 andauern wird. Aber alles der Reihe nach. 

Angerer überraschte schon eingangs mit der Info: „Über die Zukunft der Spielarena wird ein neuer Gemeinderat 2020 entscheiden.“ Raunen im Saal. Also ist der Abriss vom Tisch? Bürgermeister Peter Höß (Wiesseer Block) stellte später klar: „Die Spielarena hat keine Zukunft an diesem Platz.“ Das habe er schon 2009 gesagt. Mit den Plänen von SME habe die Arena dagegen nie etwas zu tun gehabt. „Der Abriss war nie Kaufvertragsbedingung.“ Niedermayers Pachtvertrag läuft also wie geplant bis 2021 – und dann aus. „Das haben wir Herrn Niedermayer auch immer deutlich zu verstehen gegeben.“ 

Und der knappe Gemeinderatsbeschluss, der den Abriss im Bebauungsplan festsetzt? Den hat das Landratsamt am Dienstag geprüft, sagt Sprecher Birger Nemitz auf Nachfrage. Ergebnis: Einen zukünftigen Abriss könne man nicht so einfach in einem Bebauungsplan festschreiben. Der Satz muss wieder raus. Die CSU-Fraktion, die den Beschluss bei der nächsten Sitzung am Donnerstag kippen wollte, zieht diesen Antrag nun wohl wieder zurück.

Das ändert allerdings nichts an der düsteren Zukunft der Spielarena. Kreisbaumeister Werner Pawlovsky stellt klar: Privatrechtlich kann die Gemeinde einen Abriss in jedem Fall beschließen. Die Bauherren des Luxushotels in direkter Nachbarschaft hätten sicher wenig dagegen. Niedermayer muss also weiter um seine Spielarena bangen. Der hat inzwischen sowieso eine neue Theorie: „Bei schlechtem Wetter ist die Parkplatzsituation schon jetzt nicht mehr zufriedenstellend.“ Mit dem neuen „Jodbädlein“ samt Gesundheitshotel in direkter Nachbarschaft von Bade Park und Spielarena werde das noch schlimmer. Niedermayer: „Man kann jemanden durch verschiedene Sachen elegant sterben lassen.“ Auch, indem man ihm die Parkplätze wegnimmt, meint er wohl. Angerer stellt klar: Mit dem neuen Konzept gebe es am Ende mehr anstatt weniger Parkplätze. Ob die dann immer noch kostenlos sein werden, darauf wollte sich selbst der Bürgermeister nicht festnageln lassen.

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