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Beim Pressegespräch zum Runden Tisch Spielbankstandort:  (v.l.) Friederike Sturm, Wolfgang Rzehak und  Peter Höß.

Runder Tisch mit der Präsidentin der Lotterieverwaltung

Spielbank Bad Wiessee: Dem Goldesel die Sporen geben

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Bad Wiessee - Bad Wiessee hat die größte der neun Spielbanken in Bayern und auch die erfolgreichste. Wie sie für die Zukunft fit gemacht werden kann, war Thema eines Runden Tisches mit allen Tal-Bürgermeistern.

Die ganz große Zeit der Staatlichen Spielbanken ist Geschichte. Seit dort Rauchverbot herrscht, überall private Spielhöllen aus dem Boden wachsen und Zocker ihr Glück bequem zuhause am Computer versuchen können, spuckt der staatliche Goldesel statt Golddukaten nur noch Kupfergeld. Über genaue Zahlen spricht Friederike Sturm, Präsidentin der Staatlichen Lotterieverwaltung, nicht gern. Sie war am Donnerstag persönlich in die Wiesseer Spielbank gekommen, um am Runden Tisch mit Vertretern von Politik, Tourismus und Wirtschaft zu reden. Thema: Wie kann die Wiesseer Spielbank mehr Gäste gewinnen? 

Für die Lotterie-Präsidentin war Bad Wiessee eine von neun Stationen. Auf Anregung des CSU-Staatsekretärs Albert Füracker fänden in allen Standortgemeinden der neun bayerischen Spielbanken Runde Tische statt, ließ Sturm wissen. Die Treffen sollen den lokal Verantwortlichen in Erinnerung bringen, dass der Staat ihnen mit der Spielbank einen „einzigartigen Standortfaktor“ beschert, wie Sturm beim Pressegespräch durchblicken ließ. Es fand im Anschluss an die eigentliche Gesprächsrunde statt. Zu der waren neben dem Wiesseer Bürgermeister Peter Höß auch seine Kollegen Johannes Hagn (Tegernsee), Josef Bierschneider (Kreuth), Georg von Preysing (Gmund) und Rottachs Vize-Bürgermeister Josef Lang gekommen. 

„Sehr konstruktiv“ sei darüber gesprochen worden, wie sich der Bekanntheitsgrad der Wiesseer Spielbank noch steigern lasse, berichteten Höß und Sturm unisono. Beim Pressegespräch waren die Herren aus den Nachbargemeinden allerdings schon entschwunden. Wegen des Termindrucks, wie Sturm versicherte. Nicht etwa, weil in Sachen Spielbank zwischen den Tal-Bürgermeistern gerade ziemlich dicke Luft herrscht. Der Streit um die Verteilung der Abgabe sei bei dem Treffen überhaupt kein Thema gewesen, beteuert Höß. Dabei gäbe es durchaus viel zu besprechen. Wie berichtet, haben die vier Nachbargemeinden von Bad Wiessee im November 2015 wegen der nicht mehr an sie ausbezahlten Spielbankabgabe Klage gegen den Freistaat erhoben. Die Gemeinde Bad Wiessee ist beigeladen. 

Deren Bürgermeister Höß hatte den Kollegen im April 2014 nach einem Schreiben des Finanzamts München den Geldhahn zugedreht. Dies deshalb, weil ihm klar wurde, dass es 2005 versäumt worden war, Tegernsee, Rottach-Egern, Kreuth und Gmund an den Kosten für den Bau der 28 Millionen teuren neuen Spielbank zu beteiligen. 3,6 Millionen Euro fordert Höß. Bis dieser Betrag abgestottert ist, behält er die Abgabe ein. 2015 waren das drei Millionen Euro, die ungeschmälert ins Wiesseer Gemeindesäckel flossen. Tegernsee und Rottach-Egern hatten mit je 100 000 Euro, Gmund und Kreuth mit je 50 000 Euro gerechnet, bekamen aber keinen Cent. Ob die Klage der Wiesseer Nachbar-Kommunen um ihr Stück vom Kuchen je vor Gericht kommt, ist offen. Derzeit befassen sich Juristen mit der verzwickten Materie. Ziel ist es, eine Regelung zu finden, die auf Dauer Bestand hat. Weitergekommen ist man bisher noch nicht. 

Im Bemühen, die Spielbank zu stärken, sei man sich aber absolut einig, verkündete Höß. Landrat Wolfgang Rzehak nickte dazu. Auch aus touristischer Sicht sei die Spielbank „eine tolle Attraktion“, meinte Rzehak. Auch wenn er selbst nicht so der Spieler sei. „Aber Menschen spielen nun einmal gerne“, erklärte Sturm. Ihnen das in einem schönen Ambiente und unter seriösen Bedingungen zu ermöglichen, sei der staatliche Auftrag. Wie viele Möglichkeiten die Wiesseer Spielbank biete, auch als Veranstaltungsort, solle bekannter werden. 

Schließlich sei das Casino mit 130 Arbeitsplätzen auch ein großer Arbeitgeber. Künftig, so das Ergebnis des Runden Tisches, soll die Spielbank auch touristisch stärker vermarktet werden, vielleicht auch Teil von Tagungsprogrammen werden. Was sonst noch möglich ist, damit wird sich auch eine neuen Arbeitsgruppe befassen. Die Ergebnisse sollen dann wieder am Runden Tisch Thema sein. Denn den, so Sturm, soll es künftig jedes Jahr geben.

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