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Der Südtiroler Star-Architekt Matteo Thun.

Matteo Thun zu Gast in Bad Wiesse

So sieht der Star-Architekt das Jodbad-Projekt

Bad Wiessee - Der traditionsreiche Kurort Bad Wiessee entsteht neu. Maßgeblich beteiligt ist der Südtiroler Star-Architekt Matteo Thun.

Wenn die Klinik, das 110-Betten-Hotel und des neue Jodschwefelbad stehen, dann schlägt das Herz von Bad Wiessee in einem neuen Takt. Der Südtiroler Star-Architekt Matteo Thun gibt ihn mit vor. Er hat die Pläne erarbeitet und stellte sie am Freitagnachmittag bei der Ausstellungseröffnung „Alpen Architektur Tourismus am Beispiel Südtirol“ in der Wandelhalle Bad Wiessee erneut vor.

Bürgermeister Peter Höß hatte einen gelben Teppich ausrollen lassen, um den Gästen der Ausstellungseröffnung einen angenehmen Weg über die brüchigen Stufen hinauf zur Wandelhalle zu ermöglichen. Viele kamen: Investoren, Architekten, Kreisbaumeister, Gemeinderäte, einige Gastgeber, Unternehmer. Auch andere Bürgermeister, die derzeit solidarisch oder auch neidvoll nach Bad Wiessee blicken, wo alles im Umbruch ist. Sie folgten zunächst der Bozener Architektin Susanne Waiz bei ihrem Streifzug durch Südtiroler Architektur. 

Waiz zeigte, wie Hotels funktionieren können, wenn sie nicht den Klischees entsprechen. Wenn sie funktionieren, „weil sie die Qualität des Ortes ausloten und damit erfolgreich und über die Landesgrenzen hinaus bekannt sind“. 

Die Ausstellung in der Wandelhalle.

Mattheo Thun will genau das schaffen in Bad Wiessee. Vor vielen Jahren schon, so erzählt er in einem exklusiven Interview mit der Tegernseer Zeitung noch vor der Veranstaltung, sei ein „ausgezeichneter Dialog“ mit Bürgermeister Peter Höß und Städteplaner Eberhard von Angerer entstanden. „Durch den Bau einer Therme in Meran begleitet mich das Thema Wasser, und so kam’s zur Zusammenarbeit.“

Ein erster Entwurf scheiterte bekanntlich, doch im Nachhinein sei er froh darüber. „Die Komplexizität, mit der wir an dem Thema Jodbad gearbeitet haben, war nicht zielführend.“ Das Ergebnis des Umdenkens liegt nun vor: Das neue Jodbad wird neben dem Badepark angesiedelt. „Es hat nun die richtige Größe“, findet Thun. „Und Sie haben die Sache im Griff“, beglückwünscht er Höß. Anders, als früher geplant, wird die Gemeinde Bad Wiessee das Jodbad selbst bauen und betreiben.

Der Motor des gesamten Projekts aber ist für Thun die Wandelhalle. Für sie ist ein Haus-in-Haus-Konzept angedacht: „Diese Achse zum See ist das Schönste, was es im Alpenraum gibt", sagt Thun. Dass er hier in Bad Wiessee gerne alt werden würde, klingt wie eine Liebeserklärung. Die Wandelhalle mit Eventbereich, Restaurant und Terrasse solle ganzjährig geöffnet sein. „Schicken Sie das Personal nicht weg, denn die touristisch toten Monate werden künftig zur Hauptsaison“, prophezeit Thun, der seine Entwürfe zusammen mit dem Investor der Sports Medicine Excellence Group (SME) abstimmt. 

Bei allem Tun ist ihm bewusst: „Die Profitabilität muss stimmen.“ Und weil die Architekten „wahnsinnig unter Kostendruck stehen“, wird noch an allem gefeilt. Er könne noch nicht sagen, wie die Gestaltung im Detail aussehen wird. Im Jodbad wolle er ausschließlich Lärchenholz einsetzen, „das kommuniziert Leichtigkeit.“ Die Fassaden der Gebäude seien noch lange nicht ausgegoren, „dem Baby fehlen noch einige Monate, bis es auf die Welt kommt“. Aber: „Vergessen Sie Nostalgie und Zeitgeist.“

 Mattheo Thun auch als Innenarchitekt des Wiesseer Vorzeigeprojekts am See? „Lassen Sie uns doch den Versuch der Gesamtheitlichkeit starten“, schlägt er vor und zeigte Bilder von hölzernen Badewannen und Duschen, die durch ihre Schlichtheit ein Kunstobjekt darstellen. Thun, der Designer. Derzeit entwirft er Bad Wiessee ganz neu.

Die Ausstellung in der Wandelhalle zeigt eine Reihe von Hotelbauten in Südtirol. Sie ist noch bis Sonntag, 10. April, täglich von 15 bis 18 Uhr geöffnet.

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