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Neben dem Bauernhof der Familie Höß in Altwiessee soll ein neuer Laufstall fürs Vieh entstehen, der den EU-Forderungen fürs Tierwohl entspricht.

Antrag auf Laufstall löst Grundsatzdebatte aus

"Da sterben die kleinen Bauern weg"

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Bad Wiessee - Im idyllischen Altwiessee soll ein Lauftstall gebaut werden. Der Antrag der Familie Höß löste im Ortsplanungsausschuss eine Grundsatzdebatte aus.

Laufställe überall. „Und jetzt hat das Thema auch Altwiessee erreicht“, meinte Wiessees Bürgermeister Peter Höß (Wiesseer Block) im Ortsplanungsausschuss. Beim idyllisch gelegenen Hof von Landwirt Augustinus Höß am Dorfplatz soll ein neuer Stall entstehen, der den EU-Vorgaben entspricht. Dabei geht’s ums Tierwohl: Die Rinder sollen sich bewegen können und nicht angebunden sein. 

Vorgaben, die sich in den alten Ställen selten realisieren lassen. Also müssen neue her. Für viel Geld und meist nicht eben schön anzusehen. Eben darum war der Antrag der Familie Höß – Enkel Hans Höß will den Hof in die Zukunft führen – im Ortsplanungsausschuss Auslöser einer Grundsatzdebatte. 

Wobei klar war, dass der Ausschuss trotz aller Kritik seine Zustimmung nicht verweigern würde. Der positive Beschluss fiel dann auch einstimmig. Schließlich wollte niemand dem Landwirt einen Bau verwehren, den er errichtet, um eine Forderung zu erfüllen, die Pflicht werden könnte. „Aber für unsere kleinen Bauern, die unsere Landschaft pflegen, ist die Forderung sehr problematisch“, machte Höß deutlich. Er vermisse die politische Unterstützung. 

„In Tirol und Südtirol ist das anders“, meinte Höß. Dort sei es genug, wenn die Bauern ihren Rindern auch im Winter ein wenig Bewegung rund um den Hof verschafften. Im Sommer seien die Tiere ja ohnehin draußen. „Dieser Gedanke wird bei uns viel zu wenig gehört.“ Jeder Landwirt solle doch selbst entscheiden können, wie er seine Tiere halte, meinte Georg Erlacher (CSU), selbst Bauer. Es gehe nicht an, die Anbindehaltung zu verbieten. „Da sterben die kleinen Bauern weg.“ 

Für ihn sei es in Ordnung, wenn sich die Familie Höß für den Bau eines solchen Stalls entscheide, so Erlacher. Dies dürfe aber nicht zum Muss werden. Für Markus Trinkl (Wiesseer Block) ist aber auch die Ästhetik ein Thema. Er könne nur an alle Bauern appellieren, sich nicht einfach für das Standardmodell der Laufstall-Hersteller zu entscheiden. Das sei meist in einer Einheitsfarbe gehalten, zwischen gelb und ocker. „Das ist einfach grauslig.“ 

Mit einer Verschalung der Außenfassade zum Beispiel lasse sich die Optik schon sehr verbessern. Ein Vorschlag, der Gehör fand. Der Ausschuss stimmte dem Antrag zu, legte den Bauherren aber die Gestaltung ans Herz. In dem neuen Stall am Dorfplatz sollen 26 Milchkühe, 24 Jungrinder und 12 Kälber Platz finden. Der Viehbestand erhöht sich damit nur leicht. SPD-Gemeinderat Bernd Kuntze-Fechner warf die Frage auf, was denn mit dem alten Stall geschehen solle, wenn das Vieh in ein neues Domizil umzieht. Eine Frage, zu der Jungbauer Hans Höß aus dem Zuhörerraum heraus Stellung bezog. Noch sei nicht ganz klar, was wo seinen Platz bekomme, meinte er. Es würden zum Beispiel immer Garagen gebraucht. Eine Umrüstung des bestehenden Stalls in einen Laufstall sei aber nicht möglich. Dazu reiche der Platz nicht: „Wir haben extra einen Gutachter da gehabt.“

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