Dr. Michael Szyper untersucht die Wirkung des Jodschwefelwassers.
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Dr. Michael Szyper untersucht die Wirkung des Jodschwefelwassers.

HNO-Arzt Michael Szyper führt Fragebogen-Aktion durch

Studie prüft: Hilft Jodschwefelwasser gegen Corona-Nase?

  • Christina Jachert-Maier
    VonChristina Jachert-Maier
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Wer eine Infektion mit dem Corona-Virus überstanden hat, leidet oft unter Langzeitfolgen. Ob und wie gut Inhalationen mit dem Jodschwefelwasser helfen, ist Thema einer Studie.

Bad Wiessee – Wer eine Infektion mit dem Corona-Virus überstanden hat, leidet oft unter Langzeitfolgen wie Abgeschlagenheit, Verlust des Geschmacks- und Geruchssinns, Halsweh, Husten. Ob und wie gut Inhalationen mit dem Jodschwefelwasser helfen, ist Thema einer Studie. Angestoßen hat sie die gemeindliche Jodschwefelbad-Gesellschaft, die wissenschaftliche Begleitung liegt in den Händen des Holzkirchner HNO-Arztes Dr. Michael Szyper (35).

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Studie prüft: Hilft Jodschwefelwasser gegen Corona-Nase?

Herr Dr. Szyper, was ist Inhalt der Studie?

Wir haben den Begriff Studie gewählt, weil er leicht verständlich ist. Aber eigentlich handelt es sich nicht um eine Studie, deren Ergebnis offen wäre, sondern um eine kontrolliert beobachtende Behandlung. Wir haben in der Praxis täglich mit Patienten zu tun, die unter Covid 19-Spätfolgen wie Geruchs- und Geschmacksverlust leiden. Zur Behandlung steht leider nur ein eingeschränktes Therapiefeld zur Verfügung. Bei anderen schweren Infekten haben wir die Erfahrung gemacht, dass die Beschwerden gut auf Inhalationen mit Jodschwefelwasser ansprechen. Es liegt nahe, diese Behandlung auch Covid 19-Patienten anzubieten. Wir wollen hier die Wirkung unserer Verordnung gezielt dokumentieren und führen dazu eine objektivierte Befragung durch.

Wie läuft das ab?

Die Behandlung sieht pro Woche drei Inhalationen im Wiesseer Jodschwefelbad vor, und das vier Wochen lang. Das ist schon eine intensivere Therapie als üblich. Das Befinden der Patienten halten wir vor und nach Abschluss der Behandlung mit einem detaillierten Fragebogen fest. Im Vergleich können wir dann erkennen, ob und wie sich die Inhalationen auf das Befinden des Patienten auswirken.

Wer kann mitmachen?

Alle Patienten, deren Covid 19-Erkrankung mindestens vier Wochen zurückliegt und die nach diesem Zeitraum noch Beschwerden im Bereich der Atemwege haben. Bei einer gründlichen Voruntersuchung klären wir ab, ob keine Allergie oder eine chronische Entzündung Ursache der Beschwerden ist. Wir wollen uns gezielt auf die Behandlung der Covid19-Spätfolgen fokussieren.

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HNO-Arzt Michael Szyper führt Fragebogen-Aktion durch

Wie viele Teilnehmer sollen es werden?

Die Behandlungen laufen bereits, aktuell mit etwa 40 Teilnehmern. Unser Ziel ist es, insgesamt 100 Patienten in diese Beobachtung einzuschließen. Wir setzen die Dokumentation fort, bis wir diese Zahl erreicht haben. Einen festen zeitlichen Rahmen haben wir dafür nicht gesetzt. Patienten, die mitmachen möchten, können sich direkt im Wiesseer Jodschwefelbad oder bei uns in der Praxis melden.

Was passiert mit dem Ergebnis Ihrer Dokumentation?

Wir werden die Fragebogen statistisch auswerten und können aus dem Ergebnis sicher hilfreiche Schlüsse für die Behandlung betroffener Patienten ziehen. Darüber hinaus ist aber auch eine Veröffentlichung geplant.

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Das Gespräch führte Christina Jachert-Maier

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