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Schon an Grundschulen gibt es offenbar vermehrt Konflikte zwischen den Schülern. Die Wiesseer Schule setzt daher auf die Unterstützung einer Sozialarbeiterin.

Sozialarbeit an Wiesseer Grundschule wird ausgeweitet

Bandenstruktur schon in der ersten Klasse

Hilferuf aus der Grundschule Bad Wiessee: Weil schon in der ersten Klasse eine gewisse Bandenstruktur herrscht und die Kinder Unterstützung suchen, muss dort die Sozialarbeit aufgestockt werden.

Bad Wiessee – Seit 2015 stellt die Gemeinde 17.000 Euro pro Jahr für Kinder- und Jugendsozialarbeit an der Wiesseer Grundschule zur Verfügung. Zehn Stunden wöchentlich ist eine Sozialarbeiterin seither tätig. Sie bietet Konzentrationstraining an, entwickelt Programme zur Förderung der sozialen Kompetenz, übt mit den Kindern das Streitschlichten.

„Doch dieser Ansatz reicht bei Weitem nicht mehr aus“, informierte Schulleiterin Gertraud Pfaffenberger jetzt die Gemeinde. Wegen großer Nachfrage sollte die Sozialarbeit deutlich ausgeweitet werden, bat sie in einem Brief.

Rathaus-Geschäftsleiter Michael Herrmann informierte den Gemeinderat von dem Schreiben und berichtete, dass schon Erstklässler Hilfe suchen würden, weil in den Klassen eine gewisse Bandenstruktur zu erkennen sei. Während die Zweitklässler zunehmend temperamentvoll seien, ginge es bei den Dritt- und Viertklässlern wegen des Leistungsdrucks von dem Übertritt an andere Schulen dann richtig zur Sache.

Hinzu komme, so Herrmann, dass 30 Prozent aller Kinder einen Migrationshintergrund hätten und auch die Zahl der Trennungskinder immer mehr werde. Nach Ansicht der Schulleiterin würde eine Verdoppelung der genehmigten Stunden die Nachfrage decken. Herrmann klärte darüber auf, dass die Gemeinde bei einer Verdoppelung der Lohnkosten mit einem hohen Zuschuss rechnen könne und damit wieder auf die nahezu gleichen Kosten käme.

Birgit Trinkl (Wiesseer Block) merkte an, dass Bad Wiessee schon immer einen hohen Anteil an Kindern mit Migrationshintergrund habe. „Das liegt an den Mitarbeitern in den Hotels und Kliniken.“ Bernd Kuntze-Fechner (SPD) hielt die Investition für unbedingt notwendig: „Dieses Geld ist sinnvoll eingesetzt.“ Das fanden alle Kollegen am Ratstisch: Sie stimmten der Verdoppelung der Sozialarbeit und den damit verbundenen Kosten zu.

gr

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