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Ein Großaufgebot an Rettungskräften sicherte am Mittwoch die Unglücksstelle in Bad Wiessee ab.

Arbeiter auf dem Weg zur Besserung

Der Tag nach dem Gas-Unglück: Kripo startet Ermittlungen

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Am Morgen nach dem schlimmen Gas-Unglück in Bad Wiessee, bei dem zwei Arbeiter durch eine Verpuffung schwer verletzt wurden, herrscht Schock-Stimmung an der Unfallstelle. So ist die Lage:

14.03 Uhr: So ist am Tag danach die Situation vor Ort:

Bad Wiessee - Nach dem schrecklichen Gasunfall an der Wilhelmina-Quelle in Bad Wiessee am Mittwochnachmittag befinden sich die beiden verletzten Männer offenbar auf dem Weg der Besserung. „Darüber bin ich sehr froh, die Beiden bekommen heute schon Besuch von ihren Kollegen“, sagte Bürgermeister Peter Höß am gestrigen Donnerstag. Die Sperrung des Bereichs konnte am Vorabend um kurz nach 20 Uhr wieder aufgehoben werden. Es ging keine Gefahr mehr von der Unglücksstelle aus. Wie es zu der folgenschweren Verpuffung kommen konnte, hat nun die Kripo Miesbach zu klären.

Im Zuge des geplanten Neubaus ihres Badehauses lässt die Gemeinde Bad Wiessee derzeit auch ihre Heilquellen sanieren (wir berichteten). Die Erneuerung der Wilhelmina-Quelle steht laut Höß bereits kurz vor dem Abschluss – da kam es am Mittwoch zu dem Gasaustritt mit der anschließenden Verpuffung. Dabei erlitten zwei Mitarbeiter der dort tätigen Spezialfirma – ein 52-Jähriger aus Brandenburg und ein 65-Jähriger aus Sachsen-Anhalt – schwere Verbrennungen. Warum es zu dem Gasaustritt kam, darüber könne man derzeit nur spekulieren, machte gestern Jodbad-Geschäftsführerin Renate Zinser deutlich. Die Firma, das Unternehmen Anger’s Söhne aus Hessisch Lichtenau, sei sehr erfahren und betreue die Wiesseer Quellen bereits seit Jahrzehnten, berichtete Zinser. „Sie genießt unser vollstes Vertrauen.“ Der Bauleiter sei auch jetzt noch ganz geschockt, fügte die Jobad-Chefin hinzu. Er habe in all den Jahren auf seinen Baustellen noch nie Verletzte zu beklagen gehabt. Zinser betonte auch: „Die Baustelle war bestmöglich abgesichert.“ Für den Jodbad-Betrieb im benachbarten Badepark hat der Unfall übrigens keine Folgen. Wegen der Sanierung der Wilhelmina-Quelle wird das Bad derzeit ohnehin über die Adrianus-Quelle versorgt.

Wie lange die Ermittlungen zur Unglücksursache dauern werden, konnte Roman Hörfurter, Vize-Chef der Polizeiinspektion Bad Wiessee, gestern nicht abschätzen. Sowohl Vertreter des Bergamtes – eine Stelle, die der Regierung von Oberbayern angegliedert ist – als auch Ermittler der Kripo Miesbach waren bereits vor Ort.

Dem Gerücht, dass die Rettungsalarmierung erst mit Verzögerung erfolgt sei, erteilte Hörfurter gestern übrigens eine klare Absage. „Fakt ist, dass der Bauleiter den Notruf unmittelbar nach dem Unfall abgesetzt hat. Die Rettungskette wurde also sofort in Gang gesetzt.“ Hörfurter räumt allerdings ein, dass Polizei und Feuerwehr erst mit Verzögerung über das Unglück informiert wurden. Wie berichtet, erfuhren diese erst gegen 16.40 Uhr von dem Ereignis. Warum es zu dieser Verzögerung kam, werde noch überprüft, so Hörfurter.

Die Situation am Morgen danach:

Donnerstag, 11.10 Uhr: Bad Wiessee - Nach der schrecklichen Gasexplosion an der Wilhelmina-Quelle in Bad Wiessee am Mittwochnachmittag geht mittlerweile keine Gefahr mehr aus von der Unglücksstelle. Die Sperrung war am Donnerstagmorgen wieder aufgehoben. Unterdessen stehen Bauleiter und Mitarbeiter noch sichtlich unter Schock.

Die Ereignisse im Minuten-Protokoll zum Nachlesen:

News-Ticker: Der Tag nach dem Gas-Unglück

Im Zuge des geplanten Neubaus ihres Badehauses lässt die Gemeinde Bad Wiessee derzeit auch ihre Heilquellen sanieren. Bei den Arbeiten an der Wilhelmina-Quelle kam es am Mittwochnachmittag zu dem Gasaustritt und der anschließenden Verpuffung. Zwei Mitarbeiter der Spezialfirma wurden schwer verletzt, einer liegt noch immer auf der Intensivstation, wie am Donnerstagmorgen vor Ort zu erfahren war. Die Männer erlitten Verbrennungen.

Wie es zu dem Unfall kommen konnte, ist am Morgen danach noch völlig unklar. „Da können wir nur spekulieren“, sagt Jodbad-Geschäftsführerin Renate Zinser. Die Firma, das Unternehmen Anger’s Söhne aus Hessisch Lichtenau, sei sehr erfahren und betreue die Wiesseer Quelle seit Jahrzehnten, berichtet Zinser. „Sie genießt unser vollstes Vertrauen.“ Der Bauleiter sei auch jetzt noch ganz geschockt, sagt Zinser. Er habe in all den Jahren auf seinen Baustellen noch nie Verletzte zu beklagen gehabt. Zinser betont auch: „Die Baustelle war bestmöglich abgesichert.“

Für den Jodbad-Betrieb im benachbarten Badepark hat der Unfall übrigens keine Folgen. Wegen der Sanierung werde das Bad derzeit ohnehin von der Adrianus-Quelle versorgt. Allerdings wird sich wohl die Sanierung der Heilquellen deutlich verzögern. Die Baustelle muss nun für die weiteren Untersuchungen zunächst geschlossen werden. Wer die Ermittlungen zur Unglücksursache übernimmt, steht noch nicht fest.

gab

Lesen Sie auch: Was wir wissen: Alle wichtigen Infos zu dem Unglück

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