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An den Badeseen in Bayern ist bei den aktuellen Temperaturen die Hölle los. (Symbolbild)

Fehleinsätze und Corona-Chaos

Hochbetrieb an bayerischen Badeseen - Wasserwacht wütend: „Wenn Eltern ihrer Aufsichtspflicht nachkommen würden...“

  • Christian Masengarb
    vonChristian Masengarb
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Badeseen in Bayern sind ein beliebtes Ziel für Familien. Oft muss jedoch die Wasserwacht ausrücken. Die sieht vor allem in nachlässigen Eltern ein Problem.

Bad Wiessee – Ferien, Sonnenschein, Reisewarnungen – der Druck auf die Seen im Landkreis war auch am Wochenende groß. Gleichzeitig bleiben durch das Hochwasser der vergangenen Woche Risiken. In unserem Gespräch erklärt Alexander Schwarz, Vorsitzender der Kreiswasserwacht, die größten Gefahren in den Gewässern, die Herausforderungen der Corona-Krise für die Wasserwacht und warum Eltern besser auf ihre Kinder aufpassen sollten.

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Herr Schwarz, viele Badegäste, viel Wasser – wie gefährlich sind die Seen im Landkreis noch?

Beim Hochwasser sind wir gerade noch mit einem blauen Auge davongekommen. Nach meinem Wissensstand wurde keine Wasserrettungsstation beschädigt. Rein optisch war der Tegernsee am Wochenende noch getrübt durch Sedimenteinschwemmungen der Flüsse. Sonst gelten die üblichen Gefahren, die vom Wasser ausgehen, die aber beim Einhalten der Baderegeln beherrscht werden können.

Alexander Schwarz (60) Vorsitzender Kreiswasserwacht aus Kreuth

Wasserwacht in Bayern: Fehleinsätze wegen unachtsamer Eltern

Wie ist die Lage in den Flüssen?

Flüsse sind wegen der Strömung besondere Badeplätze, die mit Seen nicht zu vergleichen sind. Die Flüsse haben noch immer einen erhöhten Pegelstand, sodass die Strömung deutlich stärker ist als vielleicht gewohnt. Insbesondere bei Gewässerstufen entstehen gefährliche Rückströmungen, die eine Person festhalten und immer wieder unter Wasser drücken.

Badeseen und Flüsse in Bayern: Pegelstände und Strömung bergen Gefahr

Wie viele Einsätze hatten die Wasserwachten am Wochenende?

Am Wochenende keinen. Der Wasserrettungsdienst wurde am Donnerstag und Freitag alarmiert, wobei es sich um Fehlalarme gehandelt hat. Die Personen wurden noch vor Erreichen der Einsatzstelle wohlbehalten gefunden. Während des Wachdienstes der Ortsgruppe Schliersee kam es zu zwei Einsätzen, die sich glücklicherweise gleichfalls als Fehleinsätze erwiesen haben.

Chaos an bayerischen Badeseen: „Kinder sind wichtiger als das Smartphone“

Warum so viele Fehleinsätze?

Ich hätte einen Appell an Eltern und Erziehungsberechtigte: Passen Sie auf Ihre Kinder selbst auf. Ihre Kinder sind viel wichtiger als irgendwelche belanglose Nachrichten auf dem Smartphone. Wenn die Eltern ihrer Aufsichtspflicht nachkommen würden, würde es keine Vermisstensuchen geben.

Bringen sich mehr Menschen in Gefahr, weil sie Neues wie Stand Up Paddling (SUP) versuchen?

Es sind mehr SUPs auf den Seen, weil sie preisgünstig und leicht zu transportieren sind. Ich denke, es ist eine Modeerscheinung wie damals das Windsurfen, die vorübergehen wird. Mehr Einsätze durch SUP können wir nicht feststellen. Der Badetod ist nach wie vor vorrangig. Wünschenswert wäre, wenn SUP-Fahrer wenigstens die Sicherungsleine anlegen. Dadurch kann beim Sturz ins Wasser das Brett nicht abtreiben. Auch eine Schwimmweste aus dem Kajakbereich ist wünschenswert. Kinder sollten in jedem Fall eine Rettungsweste tragen.

Corona-Regeln an den Badeseen: Nicht immer wird Abstand eingehalten

Sind die Menschen durch die Corona-Unsicherheit am See vorsichtiger geworden?

Das ist schwer zu sagen. Es gibt Badestellen, die schon immer sehr gerne besucht werden. Da der Platz begrenzt ist, werden sicher nicht immer die Abstandsregeln eingehalten. Aber in meiner Wahrnehmung haben die Menschen die Regeln grundsätzlich verinnerlicht und halten Abstand.

Corona-Krise in Bayern: Regeln treffen Wasserwacht hart

Wie trifft Corona die Wasserwacht?

Das trifft uns sehr hart, weil derzeit kein Kinder- und Jugendschwimmtraining und Ausbildungsstunden möglich sind. Sonst gelten bei uns die üblichen Corona-Regeln: Abstand, Maske, Händehygiene. Wir versuchen, dass die verkleinerten Wachgruppen möglichst nicht durchmischt werden. Das ist nicht immer machbar, weil einige aktive Mitglieder der Risikogruppe angehören und nicht dienstfähig sind.

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