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Graugänse, hier auf der Tegernseer Point, scheiden pro Tier und Tag zwei Kilo Kot aus. 

Bürgermeister sieht nur eine Lösung

Gänse-Plage am Tegernsee: Bürgermeister fordert drastische Schritte - „Auf Dauer unzumutbar“

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Die Zahl der Graugänse am Tegernsee steigt gewaltig an - und damit die Verunreinigung am Ufer. Manchen Bürgern reicht‘s.

  • Immer mehr Graugänse siedeln sich rund um den Tegernsee an. 
  • In der Gemeinde Bad Wiessee wird der Kot der Tiere zum Problem. 
  • Der Bürgermeister fordert deshalb drastische Maßnahmen.

Bad Wiessee– Den Graugänsen gefällt’s prächtig am Tegernsee. Erstaunlich ist ihre Verdauung. Zwei Kilo Kot scheidet jedes Tier pro Tag aus, verteilt auf etwa 170 Portionen. Dass dies ein Problem ist, war jetzt bei der Wiesseer Bürgerversammlung Thema.

„Da zieht der Gänsebaaz zwischen den Zehen durch“, erinnerte sich ein Bürger an den Badesommer 2019. Wie wolle die Gemeinde Bad Wiessee mit den Tieren künftig verfahren?

Zu viele Graugänse am Tegernsee - Bürgermeister sieht nur eine Lösung

Bürgermeister Peter Höß sieht nur eine Lösung. Die Gans gehöre „entnommen“, wie der Wolf auch. Das Federvieh müsse zur Jagd freigegeben werden: „Sonst wird es irgendwann so schlimm, dass es unerträglich ist.“

Schon im Frühjahr hatte Peter Kathan, Vorsitzender des Yacht-Clubs Bad Wiessee, über ein massives Gänse-Problem geklagt. Er hat sich deshalb ans Landratsamt gewandt und auch sämtliche Tal-Bürgermeister angeschrieben, berichtete Kathan in der Bürgerversammlung. 

Graugänse am Tegernsee: Jäger haben Angst vor Tierschützern

Das Argument, es handle sich um einen Wildvogel, der nicht entnommen werden dürfe, lässt Kathan nicht gelten. „Das ist keine andere Gans als die, die wir Weihnachten oder zu Kirchweih essen“, meinte Kathan. Nur weniger gemästet vielleicht und deshalb gesünder. Seiner Einschätzung nach ist aber nicht die Haltung des Landratsamts das Problem. Die Behörde wäre wohl zum Handeln bereit. Aber: „Die Jäger trauen sich nicht. Die haben Angst vorm Tierschutz“, erklärte Kathan. Das habe seinen Grund: Es habe wegen Abschüssen an bayerischen Gewässern schon Morddrohungen gegen Jäger gegeben. Er appelliere deshalb an die Vertreter des Tierschutzes, das Problem als solches zu erkennen.

Lesen Sie hier: Das ungewisse Schicksal des Problem-Schwans

Gänse-Plage am Tegernsee: „Auf Dauer ist das unzumutbar“

Versuche, die Fortpflanzung der Gänse einzudämmen, haben laut Höß schon stattgefunden. „Aber das funktioniert wohl nicht.“ Kathan berichtete von einem gewaltigen Zuwachs. 2014 habe es vier Graugänse am See gegeben, jetzt seien es 35.

„Wir wissen, dass Handlungsbedarf besteht“, seufzte Höß. Nicht nur in Bad Wiessee, sondern rund um den Tegernsee. Auch auf der Rottacher Popperwiese seien die Gänse ein großes Problem, weiß Höß: „Auf Dauer ist das unzumutbar.“

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jm

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