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Ärger um Luxus-Hütte bei Bad Wiessee: Eigentümer wehrt sich gegen Abriss

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Von: Gabi Werner

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Der Streit um die private Luxus-Hütte im Wiesseer Bergwald kommt vor Gericht. Wie zu erwarten war, hat der Eigentümer gegen den Beseitigungsbescheid des Landratsamtes Klage eingereicht.

Update vom Donnerstag, 22. September: Der Eigentümer und die Nutzer der umstrittenen Hütte oberhalb des Breitenbachtals wollen mit allen Mitteln für den Erhalt ihres Häuschens kämpfen: Wie die Pressestelle des Bayerischen Verwaltungsgerichts München bestätigt hat, ist zwischenzeitlich eine Klage gegen die Abrissverfügung des Landratsamtes eingegangen. „Die Klage wird nun zugestellt“, hieß es am Donnerstag (22. September). Eine Begründung dazu liege derzeit noch nicht vor.

Ursprüngliche Meldung vom 15. September 2022:

Bad Wiessee – Im Falle der zum Wochenendhäuschen umgebauten Hütte im Wiesseer Bergwald gibt es kein Erbarmen: Das Landratsamt Miesbach bleibt auch nach der Anhörung des Eigentümers bei seiner Forderung, dass das Bauwerk beseitigt werden muss. Einen entsprechenden Bescheid hat die Behörde den Verantwortlichen diese Woche zukommen lassen. Nun bleiben dem Eigentümer zwei Alternativen: der Abriss oder der Gang vors Verwaltungsgericht.

Mit viel Komfort wurde die private Hütte – hier ein Bild vom jüngsten Winter – ausgestattet.
Mit viel Komfort wurde die private Hütte im Wiesseer Bergwald – hier ein Bild vom jüngsten Winter – ausgestattet. © Archiv Thomas Plettenberg

Luxus-Chalet am Tegernsee: Eigentümer bleiben zwei Alternativen

„Wir bleiben bei der Rechtsauffassung, dass der Bestandsschutz der Hütte erloschen ist“, erklärt Landratsamtssprecherin Sophie Stadler auf Nachfrage. Dabei sind es weniger die einzelnen Veränderungen an der privaten Hütte, welche die Behörde dazu veranlasst haben, ein bauaufsichtliches Verfahren zu eröffnen.

Vielmehr gehe es um die Summe der durchgeführten Maßnahmen. Der Umbau komme praktisch einer Neuerrichtung des im Außenbereich liegenden Gebäudes gleich, so die Argumentation der Bauaufsicht. Oder noch deutlicher: „Hier ist aus einer einfachen Aufenthaltshütte ein vergleichsweise komfortables Wochenendhäuschen entstanden.“

Luxus-Chalet im Bergwald: Argumente des Bauwerbers konnten Behörde nicht umstimmen

An der Haltung der Behörde änderten auch die zuletzt geführten Gespräche mit dem Eigentümer beziehungsweise den Nutzern nichts. „Der Bauwerber hat von seinem Recht Gebrauch gemacht und ist im Rahmen der sogenannten Anhörung zur Beseitigung umfassend gehört worden“, berichtet Stadler. Letztlich hätten die vorgetragenen Argumente aber nicht dazu geführt, dass die Behörde von ihrer Rechtsauffassung abrückte.

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Die für den Umbau verantwortlichen Hüttennutzer sind der Ansicht, dass es sich bei der Sanierung um verfahrensfreie Maßnahmen handle. Die beiden hatten sich zudem auf einen früheren Kontrollbesuch von Mitarbeitern des Landratsamts Miesbach berufen, bei dem nichts beanstandet worden sei.

Wird Hütten-Eigentümer nun gegen den Bescheid klagen?

Ob der Eigentümer der Winner Alm – so der offizielle Name der Hütte oberhalb des Breitenbachtals – den Bescheid nun gerichtlich anfechten wird, blieb offen. Die Verantwortlichen wollten sich nicht mehr zum Sachverhalt äußern. Die Vermutung liegt allerdings nahe, dass der Eigentümer Rechtsmittel einlegen wird – immerhin wurde die Hütte unter großem Kostenaufwand mit dem jetzigen Komfort ausgestattet.

Unter anderem wurden laut Landratsamt der bisherige Eingangsbereich zum Wohnraum umgebaut, das Schlaflager im Dachgeschoss zum Schlafraum umfunktioniert und auch ein Anbau für die Haustechnik errichtet. Zudem verfügt die Hütte nun über eine Solaranlage und eine großzügige Holzterrasse.

Rechtsmittel müssen innerhalb eines Monats eingelegt werden

Die Klage muss nach Angaben des Verwaltungsgerichts München innerhalb eines Monats ab Zustellung des Beseitigungsbescheids eingelegt werden. Danach geht alles seinen üblichen Gang. Wann es zu einer möglichen mündlichen Verhandlung komme, könne allerdings nicht pauschal beantwortet werden, teilt die Pressestelle des Verwaltungsgerichts auf Nachfrage mit.

„In diesem Zusammenhang können viele unterschiedliche Umstände von Bedeutung sein“, heißt es. So könne etwa ausschlaggebend sein, wann die zuständige Kammer im Landkreis Miesbach bereits einen Augenschein-Termin habe und auch, „ob die Wege und Örtlichkeiten der zu ladenden Fälle gut zueinander passen, damit möglichst effektiv an diesem Tag verhandelt werden kann“, teilt die Pressestelle mit. gab

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