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Nach Alm-Eröffnung am Tegernsee: Kritiker lassen nicht locker - „Geht‘s noch?“

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Von: Gerti Reichl

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Die Saurüsselalm bei Bad Wiessee.
In idyllischer Landschaft: Die Saurüsselalm bei Bad Wiessee. © Thomas Plettenberg

Seit Donnerstag ist die Saurüsselalm für Gäste geöffnet – und wie angekündigt lassen die SGT und der Verein zum Schutz der Bergwelt (VzSB) nicht locker mit ihrem Protest.

Bad Wiessee - Rückenwind fühlen sie durch die Einschätzungen der Ministerien Umwelt, Landwirtschaft und Bau. Diese teilen Bedenken und sehen noch nicht hinreichend belegt, dass es sich bei dem Gebiet, in dem die Saurüsselalm liegt, wirklich um einen so stark frequentierten Bereich handelt, der eine gastronomische Versorgung objektiv erforderlich macht.

In der gemeinsamen Presseerklärung nehmen die Vorsitzenden Angela Brogsitter-Finck für die Schutzgemeinschaft Tegernseer Tal (SGT) und Rudi Erlacher für den VzSB unter anderem Bezug auf die Privilegierung. Diese ist nach Ansicht des Landratsamts Miesbach vorhanden, um den Umbau und die Nutzungsänderung von einer bislang landwirtschaftlichen in eine gastronomische Almhütte im schutzwürdigen Außenbereich zu verwirklichen. Bedingung ist, dass es sich um einen „von Wanderern und Mountainbikern stark frequentierten Bereich handelt, der eine gastronomische Nutzung mit einfachen Speisen und Getränken erfordert“.

Saurüsselalm wird eröffnet: „Jetzt muss man schnell die Karten umzeichnen“

Aus der genauen Kenntnis der lokalen Situation sei die Privilegierung nur vorgeschoben, so SGT und VzSB. Zudem werde man jetzt schnell die Panoramakarten umzeichnen müssen, „denn auf denen fehlen gänzlich die Wanderwege zur Alm“, heißt es. Auch gebe es in den Karten des Landesamts für Digitalisierung, Breitband und Vermessung keinen einzigen Wanderweg, sondern nur unmarkierte Wirtschaftswege.

Überhaupt das Thema Wege: Da der Wegebau laut Ministerien im Rahmen eines naturschutzrechtlichen Verfahrens noch geprüft werde, entpuppe sich der Lkw-taugliche Wegeausbau vom Söllbachgrund zur Alm („einem bisher verfallenen Fußweg“) als Schwarzbau. Auch nach Kenntnis von SGT und VzSB habe es vorab keine obligatorische Prüfung des Wegebaus gegeben. „Alles Fehlanzeige.“

Eröffnung der Saurüsselalm: Kritiker wollen nicht locker lassen

Dass nun die touristische Frequentierung durch eine Auswertung des Parkautomaten am Wanderparkplatz nachzuweisen ist, erscheint fragwürdig. „Geht’s noch? Nachdem hier alle Wanderrouten ihren Ausgangspunkt haben, kennt man das Ergebnis. Da muss man nichts hochrechnen.“ Das ändere nichts daran, dass die Seite des Söllbachtals, auf der das umfangreiche Areal der Alm liege, bisher ein „einzigartiger Ruheraum war“ und das Besondere sei, dass sich diese Oase gehalten habe. Fazit der Unterzeichner: „Die Frage wird sein, ob sich die Ministerien dauerhaft ein X für ein U vormachen lassen. Wir werden weiter ein juristisches Auge drauf haben.“  

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