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Thomas Strüngmann hat das Hotel Lederer gekauft.

Hotelprojekt soll realisiert werden

Thomas Strüngmann kauft Hotel Lederer

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Bad Wiessee - Lange schien sich nichts zu bewegen, jetzt ist Thomas Strüngmann der Kauf des Hotels Lederer geglückt. Das teilt der Unternehmer jetzt mit.

Thomas Strüngmann hat das große Puzzle am Wiesseer Seeufer vollendet: Ihm gehört jetzt auch das Hotel Lederer. Eine Nachricht, auf die man im Rathaus lange gewartet hat. Am Donnerstag verkündete der Unternehmer in einer Pressemitteilung: Am 1. Dezember hat Strüngmann mit der Firmengruppe RDR einen notariellen Kaufvertrag über den Erwerb des Lederer geschlossen. Es handelt sich um ein 18 000 Quadratmeter großes Grundstück. Es grenzt an das ehemalige Spielbank-Grundstück, 11 600 Quadratmeter groß, das Strüngmann Ende 2012 von der Gemeinde Bad Wiessee erworben hat.

Ein Jahr später kaufte er das Hotel Wittelsbach hinzu, weitere 2000 Quadratmeter. Diese ganze Fläche zu verschmelzen, um ein Luxushotel zu errichten, war von Anfang an das Ziel gewesen. Die Verhandlungen zwischen RDR und Strüngmann führten jedoch so lange zu keinem Ergebnis, dass die Ungeduld sehr groß wurde. Schließlich gibt das Grundstück in Bestlage derzeit ein trauriges Bild ab. Wie berichtet, hatte der Gemeinderat auf Antrag von Klaudia Martini (SPD) deshalb diskutiert, ob Bad Wiessee den Verkauf des Spielbank-Grundstücks an Strüngmann rückgängig machen soll. Dieser Antrag und die Berichterstattung darüber hätten zu großen Verzögerungen geführt, erklärt Strüngmann. 

Das Lederer: Wie ein stolzes Hotel zum Geisterhaus wurde

Fotos: Das leer stehende Hotel Lederer

Hotel Lederer in Bad Wiessee - Fotos

Mit dem Kauf des Lederers sei nur die erste Hürde genommen. Die Entwicklung des Gesamtareals werde „sehr komplex und langwierig“ werden. Es brauche die Bereitschaft der Gemeinde, das Projekt in einem gemeinsamen Planungsprozess voranzubringen. Ausgangspunkt solle das gewünschte Hotelprojekt sein. Daran würden sich „komplementäre Nutzungen“ anschließen, heißt es weiter.

Die Größe der Gesamtfläche stelle eine städtebauliche und wirtschaftliche Herausforderung dar. Wie in der Vergangenheit biete er der Gemeinde an, so Strüngmann, das Spielbank-Gelände oder auch das ganze Areal zurückkaufen: „jederzeit und gerne.“

Hier Strüngmanns Erklärung im Wortlaut:

"Der Grundstückseigentümer des ehemaligen Spielbankgeländes, Dr. Thomas Strüngmann, hat mit den Eigentümern des Hotel Lederer, RDR, am 01.12.2015 einen notariellen Kaufvertrag über den Erwerb des Grundstückes Lederer geschlossen. Herr Dr. Strüngmann bedankt sich ausdrücklich bei dem Verhandlungspartner RDR und deren Gesellschaftern aus Stuttgart sowie Herrn Bürgermeister Höß für die konstruktiven und intensiven Gespräche der letzten Monate, bedauert es aber sehr, dass aufgrund von äußeren Einflüssen, Verlautbarungen und Veröffentlichungen, sowie Anträgen im Gemeinderat die Verhandlungen mit RDR, aber auch mit potentiellen Hotelbetreibern, sich in die Länge gezogen haben und schwieriger geworden sind: „Herr Bürgermeister Höß war zu jeder Zeit über die Verhandlungen informiert, mein Dank gilt ihm besonders für sein Vertrauen. Der Antrag von Frau Martini und entsprechende Presseberichte haben zu großen Verzögerungen in dem Bestreben eine positive Entwicklung für die Gemeinde Bad Wiesse zu initiieren, geführt.

Auch wenn nunmehr mit dem Kauf des Hotel Lederer eine erste wichtige Hürde aus meiner Sicht genommen wurde, wird die weitere Entwicklung des Gesamtareals sehr komplex und langwierig werden. Hierzu ist neben finanziellen und personellen Kapazitäten vor allem auch die Bereitschaft der Gemeinde von Nöten, in einem gemeinsamen und abgestimmten Planungsprozess das Projekt voranzubringen. An dieser Stelle möchte ich nochmals klar zum Ausdruck bringen, dass ich wie in der Vergangenheit der Gemeinde anbiete, das Spielbank Gelände oder sogar das ganze Areal jederzeit gerne zurückzukaufen. Die entsprechende Anfrage des Gemeinderats kann ich deswegen auch nicht nachvollziehen.

 Am 25.11.2015 hat eine Informationsveranstaltung vor dem Gemeinderat stattgefunden, bei der die anwesenden Gemeinderatsmitglieder von uns über den Stand der Gespräche und den geplanten zukünftigen Projektablauf informiert wurden. Ebenso habe ich der Gemeinde angeboten, vor Weihnachten persönlich dem Gemeinderat für einen Informationsaustausch zur Verfügung zu stehen.“ Ausgangspunkt der Entwicklung soll das von der Gemeinde gewünschte Hotelprojekt sein, an welches sich dann komplementäre Nutzungen anschließen werden. Erste Gespräche mit in Frage kommenden Hotelbetreibern wurden bereits geführt. 

Ab Februar 2016 können deshalb mit der Gemeinde und deren Fachleuten bzw. Gremien Fragen der städtebauliche Anordnung der Gebäudekörper, die Art und das Maß der künftigen Nutzung unter Berücksichtigung der besonderen örtlichen Gegebenheiten sowie der späteren baulichen Umsetzung diskutiert werden. Am Ende dieser Entwicklung soll dann ein entsprechendes Baurecht z.B. im Rahmen eines vorhabenbezogenen Bebauungsplans sowie eine zügige bauliche Realisierung stehen. Sowohl der Eigentümer als auch die Gemeinde sind sich einig, dass eine zeitnahe Bürgerbeteiligung wünschenswert ist, sobald Klarheit über die Art der Zusammenarbeit hergestellt wurde und die ersten planerischen Entwürfe vorliegen. Allerdings stellt die durch die Vereinigung beider Grundstücksareale entstandene potentielle Gesamtgeschossfläche eine städtebauliche wie auch wirtschaftliche große Herausforderung sowohl für Gemeinde wie Eigentümer dar, die einen sehr sorgfältigen Abwägungsprozess auf beiden Seiten unabdingbar erscheinen lässt."

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