TTT Bad Wiessee
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Die Märkte des Adventszaubers sind seit einigen Jahren ein großer Anziehungspunkt. Ihre Organisation kostet aber auch viel Geld und Personal, wie in Bad Wiessee angemerkt wurde. 

Bad Wiessee gibt grünes Licht für TTT-Haushalt

Die „Sache Tourismus“ zu Ende rechnen

  • Gabi Werner
    vonGabi Werner
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Die Gemeinden rund um den Tegernsee – allen voran Bad Wiessee – stecken jedes Jahr viel Geld in den Tourismus. In Wiessee gab’s jetzt grünes Licht für den TTT-Haushalt.

Bad Wiessee– Die Gesellschafter-Beträge sollen nicht steigen. Diese Bedingung hatten die Kommunen rund um den See der TTT mit auf den Weg gegeben. Das habe man geschafft, erklärte Geschäftsführer Christian Kausch jetzt im Wiesseer Gemeinderat, der das Budget einstimmig genehmigte. Allerdings gab man dem Tourismus-Chef ein paar Denkanstöße zur künftigen Finanzierung mit auf den Weg.

Knapp 4,5 Millionen Euro beträgt heuer das Gesamtbudget der TTT. 48 Prozent davon fließen ins Marketing, 36 Prozent ins Gäste- und Anbieterwesen (inklusive der Tourist-Infos), 16 Prozent in die Verwaltung. Bad Wiessee trägt mit rund 1,1 Millionen Euro den Bärenanteil bei der Gesellschafterfinanzierung. „Wir haben 2,5 Mitarbeiter in der Verwaltung eingespart“, machte Kausch in der Gemeinderatssitzung deutlich. Es gebe einen klaren Willen, die Kosten zu senken. Auch die Tourist-Infos in Kreuth und Bad Wiessee müssten mittlerweile mit weniger Personal auskommen, machte der TTT-Chef deutlich.

Der scheidende Vize-Bürgermeister Robert Huber (SPD), der in der Vergangenheit immer mal wieder die hohen Beträge für den Tourismus kritisiert hatte und treibende Kraft bei der Erhöhung der Wiesseer Kurtaxe war (wir berichteten), gab sich auch diesmal nachdenklich. „Was bringt uns der Tourismus? Was kostet er uns?“ Diese Dinge müsse man zu Ende rechnen, forderte Huber. Beispiel: Adventszauber. Dieser ist zwar überaus erfolgreich, wie der Jahresbericht der TTT zeigte, sei aber auch ein „irrer Aufwand“ in finanzieller und in personeller Hinsicht, erklärte Huber. 300 Millionen Euro würden allein im Tegernseer Tal durch den Tourismus erwirtschaftet. Da müsse doch ein Unternehmen wie die TTT in der Lage sein, sich selbst zu organisieren und zu finanzieren, meinte der scheidende Vize-Bürgermeister.

Seinem Kollegen Jupp Brenner (Wiesseer Block) sprach Huber damit aus der Seele. Bei der Gründung der talweiten Gemeinschaft sei es Ziel gewesen, dass alle Kurämter unter einem Dach fusionieren und die Gemeinden aus einer Hand vermarktet werden. Nun werde die gesamte Finanzierung auf den Schultern der Kommunen abgeladen, während die Tourismus-Betriebe außen vor blieben, monierte Brenner. „Ich finde, auch die Privatwirtschaft sollte Geld in die TTT einbringen“, so der Gemeinderat.

Florian Sareiter (CSU) zeigte sich zufrieden mit dem Jahresbericht Kauschs und fand: „Die TTT ist das Paradestück der talweiten Zusammenarbeit.“ Mit Blick auf die laufenden und die noch drohenden Baustellen im Ort wollte Sareiter vom Tourismus-Chef wissen: „Wie will uns die TTT unterstützen, diese Phase bestmöglich zu überstehen?“ Kausch räumte ein, dass die rege Bautätigkeit „definitiv Gäste kostet“. Man sei darum bemüht, sämtliche Beschwerden abzufangen und Aufklärungsarbeit sowohl am Gast als auch am Gastgeber zu leisten.

tourismus-Haushalt: Das zahlen die Gemeinden

Die fünf Tal-Kommunen zahlen als Gesellschafter der TTT für den Haushalt 2020 folgende Beiträge (gerundet): Bad Wiessee: 1,1 Millionen Euro; Rottach-Egern: 833 000 Euro; Tegernsee: 545 000 Euro; Kreuth: 463 000 Euro, Gmund: 193 000 Euro.

Lesen Sie hier: Haushalt verabschiedet

Tourismus am Tegernsee: Die erfolgreichsten Events

TTT-Geschäftsführer Christian Kausch berichtete auch über das abgelaufene Tourismus-Jahr. Dabei ließ er unter anderem die erfolgreichsten Veranstaltungen Revue passieren: 

Dazu gehörten neben der Jäger-Ski-WM (etwa 1000 generierte Übernachtungen) auch der Adventszauber mit seinen drei Märkten und dem Pendelschiff („die Übernachtungszahlen sind so stark gestiegen, dass man schon nicht mehr von einer Nebensaison sprechen kann“) sowie die internationale Schach-Meisterschaft („das bringt eine hohe Wertschöpfung“). Als Meilensteine im Jahr 2019 bezeichnete Kausch die Erneuerung der Vereinbarung mit der Seenschifffahrt zu den kostenlosen Gästefahrten und die Zusammenlegung der Gastgeberverzeichnisse im Landkreis. Was speziell Bad Wiessee betreffe, so sei das neue Jodschwefelbad auch für die TTT ein wichtiges Thema, versicherte Kausch. „Da schieben wir das Marketing mit an.“ Nachdem man heuer im Tal das Gesundheitsjahr ausgerufen habe, spiele das Badehaus eine zentrale Rolle. „Das Jodbad ist eines unserer Hauptthemen“, berichtete Kausch.

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