Trotz Hochwasser: Vater fährt mit zwei jungen Töchtern mit Schlauchboot auf Isar - es geht böse aus

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Beim Seefest 2019 bedeutete Nähe noch keine Gefahr. Dieses Jahr wird es kein Seefest und auch keine andere Groß-Veranstaltung geben. Das macht dem Tourismus dauerhaft zu schaffen.

TTT-Chef Christian Kausch berichtet

Tourismus im Tegernseer Tal: 50 Millionen Euro Umsatzverlust durch Corona-Virus

  • Christina Jachert-Maier
    vonChristina Jachert-Maier
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Die Corona-Krise hat im Tegernseer Tal von März bis Mai im Bereich Tourismus einen Umsatzausfall von knapp 50 Millionen Euro verursacht. Überwunden ist das Tief noch lange nicht.

Bad Wiessee– Die Studie zur Rolle des Tourismus hatte die Tegernseer Tal Tourismus GmbH (TTT) schon vor der Krise in Auftrag gegeben. Die Analyse des Tourismusberater-Büros DWIF beleuchtet die Wirtschaftskraft der Branche. Das Ergebnis stellte TTT-Geschäftsführer Christian Kausch im Wiesseer Gemeinderat vor. Dort war er an der richtigen Adresse: Bad Wiessee ist die touristisch stärkste Gemeinde im Landkreis. Auf dem zweiten Platz liegt Schliersee, dann erst folgt Rottach-Egern.

Der Überblick über die Wertschöpfung durch den Tourismus im Tegernseer Tal zeigt: 2019 brachte der Tourismus knapp 300 Millionen Euro Brutto-Umsatz bei 5,57 Millionen Aufenthaltstagen von Tagestouristen und Übernachtungsgästen. Die vier Millionen Tagesgäste ließen 95 Millionen Euro im Tal, das entspricht einem Drittel der gesamten touristischen Einnahmen. Ein Wert, der manchen im Gremium überraschte. „Wissen das alle?“ fragte Thomas Erler (CSU). Wenn ja, wundere er sich über die Aussagen mancher politischer Repräsentanten über die Zahl der Tagesgäste.

Tourismusbranche wird sich noch lange nicht erholen

Am 17. März kam mit den Beschränkungen durch das Virus der große Schlag für den Tourismus. Der Umsatzverlust in den Monaten März bis Mai belaufe sich auf knapp 50 Millionen Euro, erklärte Kausch im Gemeinderat. Die DWIF habe die Auswirkungen der Krise bereits ausgewertet. Demnach wird sich die Tourismusbranche nur langsam erholen. Der Ausfall der großen Veranstaltungen, von Tagungen und Gruppenreisen werde sich noch lange bemerkbar machen.

Die TTT habe in der Krise ihre Erreichbarkeit erhöht und viel Zeit investiert, um Spezialprobleme zu lösen, erklärte Kausch. Viele Mitarbeiter, insbesondere bei den Tourist-Infos, habe man aber auch in Kurzarbeit geschickt. „Im Bereich Einsparungen passiert viel“, berichtete Kausch. So verzichte die TTT heuer zum Beispiel auf den Tag des Tourismus. „Wir stecken das Geld lieber in sinnvollere Projekte.“ Intern plane die TTT Umstrukturierungen. Inzwischen gebe es viele Gastgeber, bei denen es nach den Lockerungen wieder sehr gut laufe, so Kausch. Andere hätten überlegt, ob sie überhaupt wieder aufsperren. Ziel der TTT sei es, einen Verlust von Betten zu vermeiden.

Unterstützung der TTT „extrem hilfreich“

Birgit Trinkl (Wiesseer Block), selbst Gastgeberin, stellte dem Krisenmanagement der TTT ein gutes Zeugnis aus. Die Tipps zur Hygiene zum Beispiel seien „extrem hilfreich“ gewesen.

Sebastian Dürbeck (CSU) hingegen fragte nach, was mit den 200 000 Euro Marketingbudget zur Krisenbewältigung geschehen ist. Wie berichtet, hatte die TTT Geld umgeschichtet, um nach den Lockerungen online Zielgruppen anzusprechen. Nach seiner Wahrnehmung sei dies nicht so passiert, meinte Dürbeck: „Da beobachte ich andere Destinationen, die mich als Menschen ansprechen.“

Bei Tagesgästen macht‘s die Masse

Christoph von Preysing (CSU) konfrontierte Kausch mit Fragen, die er als Neu-Gemeinderat abseits der Krise schon lange mal stellen wollte. Was die Touristiker täten, um auch jüngere Gäste nach Bad Wiessee zu holen, wollte Preysing wissen, der als Chef der Fischerei Tegernsee und umtriebiger Gastronom dafür bekannt ist, Feierlustige anzulocken. Weiter erkundigte sich Preysing danach, ob es ein Konzept gebe, die „Wertigkeit der Gäste zu erhöhen“. Er zielte auf das Ergebnis der Studie ab, derzufolge Tagesgäste im Schnitt 24 Euro im Tal lassen. Ihm erscheine das sehr wenig, meinte Preysing.

Bei den Tagesgästen mache es die Masse, räumte Kausch ein. Urlauber hingegen geben im Schnitt 138 Euro pro Tag im Tegernseer Tal aus. Dies sei eine vergleichsweise hohe Summe: „Die Wertschöpfung ist stetig gewachsen.“

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