Auf dem Wallberg hielt Pfarrer Christian Hählke einen Gottesdienst, unterstützt von Trompeter Quirin. Der evangelische Pfarrer ist als Vertretung noch bis zum 10. September im Tegernseer Tal tätig.
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Auf dem Wallberg hielt Pfarrer Christian Hählke einen Gottesdienst, unterstützt von Trompeter Quirin. Der evangelische Pfarrer ist als Vertretung noch bis zum 10. September im Tegernseer Tal tätig.

Geistlicher genießt die Zeit im Tal

Urlaubspfarrer mit Familiensinn: Christian Hählke ist wieder am Tegernsee zu Gast

  • Christina Jachert-Maier
    vonChristina Jachert-Maier
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Urlaubspfarrer Christian Hählke (68) aus dem Münsterland ist wieder am Tegernsee. Und wieder hat der evangelische Pfarrer auch ganz privat etwas zu feiern: Diesmal ist es die Taufe der Enkelin.

  • Zum wiederholten Mal ist Urlaubspfarrer Christian Hählke am Tegernsee zu Gast
  • Der Geistliche aus dem Münsterland feiert hier sogar die Taufe seiner Enkelin
  • Coronavirus hat den Dienst des Urlaubspfarrers entscheidend verändert

Bad Wiessee – Dicke Nebelschwaden umhüllten diesmal den Gipfel, als Pfarrer Christian Hählke vor der Wallbergkapelle predigte. Schon vor einem Jahr hatte der evangelische Geistliche aus dem Münsterland hier oben einen Gottesdienst gehalten, musikalisch begleitet von Trompeter Quirin. Damals bei Sonnenschein. Aber auch Wolken trüben Hählkes Freude nicht. „Es ist so schön hier“, sagt der 68-Jährige.

Lettland, Dänemark, Polen: Den Pfarrer zieht's hinaus in die Welt

Dabei gefällt es dem Geistlichen, der im Münsterland zuhause ist, nicht nur am Tegernsee. Ihn zieht’s in die Welt, darum hat er als Urlaubspfarrer schon Kollegen in Lettland, in Dänemark, Polen und anderswo vertreten. Immer wieder ist er auch als Geistlicher auf einem Kreuzfahrtschiff unterwegs. „Aber die Kreuzfahrten sind jetzt ja wegen Corona alle gestrichen“, sagt er. Wegen der Pandemie war der Umtriebige mehr daheim als sonst. Offiziell ist Hählke seit vier Jahren im Ruhestand. Aber i.R., das heißt für den Pfarrer nur „in Rufweite“. An den Tegernsee zieht es ihn aber nicht nur, weil die evangelische Pfarrstelle in Bad Wiessee gerade vakant ist. Wie berichtet, hat sich Pfarrer Martin Voß in seine fränkische Heimat verabschiedet, seine Nachfolgerin Sabine Arzberger tritt ihren Dienst am 1. November an.

Hählke hat Familie am Tegernsee. Sein Sohn Benjamin lebt in Gmund und hatte am 7. September 2019 dort seine Corina kirchlich geheiratet. Genau ein Jahr später, wieder am 7. September, wird nun die Taufe der zwei Monate alten Emilie gefeiert. Zu diesem Fest reist auch Hählkes Ehefrau an und verbringt ein paar Tage am Tegernsee. Sie bleibt ansonsten meist lieber in der Heimat.

Coronavirus hat Dienst des Urlaubspfarrers stark verändert

Hählke hingegen war auch in diesem Sommer viel unterwegs. Vor dem Dienstantritt im Tegernseer Tal am 14. August war er als Urlaubspfarrer in Mittenwald tätig. In Tegernsee wird er bis zum 10. September bleiben. Die Einschränkungen durch das Corona-Virus haben seinen Dienst allerdings sehr verändert. Gottesdienste sind nur vereinzelt und in veränderter Form möglich. Was bleibt, sind Gespräche und Trauungen. „In diesem Jahr fühlt es sich wirklich wie Urlaub an“, meint Hählke.

Jeder Vertretungstag wird in einem Reisebericht festgehalten

Ein Urlaub, den er genießt. „Hier sind alle Leute so freundlich“, findet er. Dass die Tegernseer Seesauna geöffnet hat, erfreut sein Herz. „Bei uns ist wegen Corona alles geschlossen“, meint Hählke. Genossen hat er auch den Anblick der festlich gekleideten Gesellschaft, als er vor wenigen Tagen ein Hochzeitspaar in der Rottacher Auferstehungskirche traute. Selbst die Kleinkinder seien „sehr schön angezogen“ gewesen, vermerkt er in seinem Reisebericht. Jeden Vertretungstag hält er so fest, die Zahl der Gottesdienstbesucher wird stets notiert.

Auf dem Wallberg waren es 25. Gar nicht wenig für einen trüben Tag. Es wird wohl nicht das letzte Mal sein, dass Hählke hier oben am Altar steht. Zwar hat er bislang für nächstes Jahr noch keine Pläne gemacht, aber man darf mit ihm rechnen, wie Hählke durchblicken lässt: „Ich komme gerne wieder.“

jm

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