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Beim Stammtisch der Vermieter sprach Bürgermeister Peter Höß (l.). Viele Fragen blieben offen.

Entscheider bleiben Antworten schuldig

Weggang des Tourismus-Chefs: Vermieter sauer auf Bürgermeister

Bad Wiessee - Die Tegernseer Tal Tourismus GmbH ist führungslos, Stephan Köhl musste gehen. Der schnelle Abgang bewegt die Vermieter. Bei einer Versammlung verlangten sie Aufklärung. Konkrete Antworten bekamen sie nicht.

Die Wogen schlagen hoch. Nur drei Monate nach seinem Amtsantritt musste Tourismus-Chef Stephan Köhl zum 31. März das Feld räumen. Zu den Hintergründen sagen die Bürgermeister als TTT-Gesellschafter nichts, Köhl selbst ist abgetaucht. Der Unmut über das Schweigen der Verantwortlichen entlud sich im Rahmen eines Vermieterstammtischs, zu dem der Wiesseer Verkehrsverein eingeladen hatte. Auch Wiessees Bürgermeister Peter Höß war gekommen. Er begründete die Trennung von Köhl einmal mehr mit „strategische Differenzen“. Eine Antwort, die den über 30 anwesenden Vermietern nicht genügte. „Was hat Herr Köhl denn anders gesehen?“, wollte Isabella Moisl wissen. 

Doch Höß ließ sich nichts Konkretes entlocken. „Wir haben vereinbart, keine Einzelheiten herauszugeben. Da geht es um Persönlichkeitsrechte.“ Es gebe Situationen, wo es einfach nicht zusammenpasst, so der Rathauschef. Die ersten Anzeichen dafür habe es bereits nach 14 Tagen gegeben. Welche das waren, ließ Höß offen. Sehr zum Ärger der Vermieter. „Ein Bürgermeister muss Mumm in der Hose haben. Ich höre seit Jahren, dass Herr Höß etwas weiß, aber nichts sagen will“, machte einer der Anwesenden seinem Unmut Luft. Vor allem die Tatsache, dass die Entscheidung in der Causa Köhl ohne Rücksprache mit dem TTT-Beirat gefällt wurde, erregt die Gemüter. Der TTT-Beirat – also die früheren privaten Gesellschafter – müssen rein rechtlich nicht in Entscheidungen einbezogen werden. Bei einem Beschluss dieser Tragweite hätten sich die Betroffenen aber Transparenz gewünscht. 

Für Anastasia Stadler, Vorsitzende des Rottacher Verkehrsvereins, geht’s ums Grundsätzliche. „Man muss sich fragen, ob das System TTT das richtige ist“, wetterte sie. Die Bürgermeister hätten den Beiräten einen vertrauensvollen Umgang versprochen: „Das jetzt hat aber nichts mit vertrauensvoll zu tun.“ Höß zeigt sich einsichtig. „Da bin ich ganz bei Dir“, meinte er. Die Beiratssatzung müsse vielleicht nachbearbeitet werden. Sorgen machen sich die Vermieter wegen der Außenwirkung. Schon wieder musste ein TTT-Chef den Sessel räumen. Derzeit sondieren die Verantwortlichen den Markt nach einem Nachfolger. „Das dauert ein paar Tage, ihr müsst uns Zeit geben“, forderte Höß. 

Es dürfte schwer sein, einen Kandidaten zu finden, der den Ansprüchen gerecht wird. Viele Vermieter fürchten, dass der Posten lange vakant sein wird. „Was hier gerade passiert bekommt doch jeder mit“, echauffierte sich ein Vermieter. „Da kriegen wir nur irgendeinen viertklassigen Manager.“ Offen blieb auch die Frage, ob Köhl noch ein Gehalt bezieht. „Das sind vertragliche Vereinbarungen, die hier nicht behandelt werden“, sagte Höß knapp. Auch ihm mache das Ganze zu schaffen, ließ er durchblicken: „Ich habe wochenlang schlecht geschlafen.“ Das Vertrauensverhältnis zwischen Vermietern und TTT scheint gestört. „Wir wollen nicht nur ein Feigenblatt sein“, sagt Stadler. Die TTT-Beirätin regte eine Aussprache zwischen Bürgermeistern und Beirat an. Es gehe ums bessere Miteinander. „Wir wollen volle Betten und einen vollen Ort, da hängen alle dran.“

Von Bastian Huber

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