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Der Rohbau steht: An Ostern 2020 möchte Birgit Trinkl (51) ihr neues Aparthotel im Zentrum Bad Wiessees eröffnen. Im Hintergrund ist ein Teil des bestehenden Betriebs an der Ludwig-Thoma-Straße zu sehen (r.).

Überzeugte Gastgeberin baut acht exklusive Ferienwohnungen

Wiesseerin mit innovativem Konzept: Dieses Aparthotel soll Maßstäbe setzen

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Birgit Trinkl setzt auf den Tourismus: Die 51-jährige Gastgeberin aus Bad Wiessee, Betreiberin von 16 Ferienwohnungen, erweitert ihren Betrieb um ein Aparthotel. Das Konzept lässt aufhorchen.

Bad Wiessee Birgit Trinkl steht auf ihrer Baustelle und wirkt zufrieden. Die Handwerker – allesamt aus der Region – gehen geschäftig ihrer Arbeit nach, der Rohbau des neuen Aparthotels ist so gut wie fertig. Innerhalb von nur drei Wochen haben die Handwerker das Holzhaus auf der grünen Wiese hochgezogen, täglich konnte Trinkl ihrem Projekt beim Wachsen zusehen. „Da steckt viel Herzblut drin“, erzählt die 51-Jährige, die mit diesem Neubau auch ein klares Bekenntnis abliefert: Der Tourismus, sagt sie, habe in Bad Wiessee eine viel versprechende Zukunft.

16 Ferienwohnungen vermietet Trinkl aktuell an der Ludwig-Thoma-Straße im Zentrum Bad Wiessees. Den gut eingeführten Betrieb hat sie von ihren Eltern übernommen. „Vor fünf Jahren haben wir die Wohnungen von Grund auf renoviert“, berichtet die Gastgeberin. Dass sie mit einem Neubau noch einmal zum ganz großen Wurf ansetzen würde, ahnte sie damals nicht. Doch als im Frühjahr 2018 das Grundstück gegenüber plötzlich zum Verkauf stand, griff die 51-Jährige beherzt zu.

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Acht exklusive Ferienwohnungen wird es in dem neuen Aparthotel geben. Das Konzept entstand aus dem Bauch heraus. „Ich konnte alle Erfahrungen reinpacken, die ich im Laufe der Jahre mit meinen Gästen gemacht habe“, erklärt Trinkl. Hochwertig sollten die Unterkünfte sein, dabei aber auch lässig und familiär. Modern und bayerisch-traditionell zugleich.

Das Resultat ist ein Gebäude in Holzbauweise, das Trinkl zusammen mit dem Tölzer Planer Anselm von Huene Schritt für Schritt entwickelt hat. „Das Natürliche hat mich angesprochen“, sagt die Bauherrin, die ihre Zielgruppe ganz klar vor Augen hat: Zahlungskräftige Urlauber im Alter 50 plus sollen sich in den exklusiven Wohnungen samt Eichenparkett und Ankleidezimmer wohl fühlen. Konzipiert sind die Appartements für zwei Gäste. Familien mit Kindern sind hier – anders als im Stammbetrieb gegenüber – nicht das gewünschte Klientel.

„Bad Wiessee wird sich verändern.“ Davon ist Trinkl, Gemeinderätin und Sprecherin der örtlichen FWG Wiesseer Block, überzeugt. Das neue Jodschwefelbad, das Strüngmann-Hotel am Seeufer: Das Gäste-Klientel im einst so mondänen Kurort am Tegernsee werde wieder anspruchsvoller werden, glaubt die Vermieterin. Für sie sei es daher der perfekte Zeitpunkt, um in diese Richtung zu expandieren. „Es braucht Qualität statt Quantität“, meint Trinkl, die darauf hofft, dass sich eine gewisse Sogwirkung einstellt und auch andere Wiesseer Gastgeber nachziehen und in ihre Häuser investieren.

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Trinkl jedenfalls will mit ihrem neuen Betrieb einen konsequenten Weg gehen. Nicht nur, dass ausschließlich natürliche Materialien verwendet werden, „es soll auch das erste klimaneutrale Hotel im Tegernseer Tal werden“, berichtet die Unternehmerin stolz. Das aus Lärchen-Holz konstruierte Gebäude bekommt eine Pellets-Heizung. Zudem möchte Trinkl beim Gebäude Ladestationen für E-Bikes und E-Autos installieren. Und auch im Kleinen will die Mutter eines Sohnes (17) und einer Tochter (14) der Umwelt Gutes tun: „Wir werden hier auch ganz andere Reinigungsmittel verwenden.“

Das Projekt Trinkls liegt im Zeitplan. An Ostern 2020 will die Vermieterin ihr neues Aparthotel eröffnen. Und auch im Wiesseer Gemeinderat möchte sie – trotz der im Gremium herrschenden schlechten Grundstimmung – weiterhin Flagge zeigen: „Ich bin dort die einzige Gastgeberin mit mehr als zwei Zimmern – da will ich mich nicht zurückziehen.“

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gab

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