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Die große Rutsche und ein Teil der Liegewiese müssen für das geplante Badehaus weichen. Es bekommt seinen Platz gleich neben dem Bade-Park.

Neubau verzögert sich 

Wie viel kostet das Badehaus wirklich? 

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Bad Wiessee - Der Bau des neuen Badehauses hätte jetzt beginnen sollen. Aber Bislang steht noch nicht einmal fest, welche Kosten die Gemeinde zu stemmen hat. 

Eigentlich hätte der Bau des neuen Wiesseer Badehauses jetzt beginnen sollen. Doch der Zeitplan ist nicht zu halten, bislang ist noch nicht einmal die Kostenermittlung abgeschlossen. Das Problem: Es reicht nicht, nur ein neues Haus zu bauen. Es sind auch Investitionen in die Jodschwefelquellen nötig. 

Die heilsamen Jodschwefelquellen sind das Kapital von Bad Wiessee. Die Anwendungen verabreicht das 13-köpfige Team von Jodbad-Chefin Renate Zinser in einem uralten Gebäude, das dem geplanten Gesundheitshotel der Sports Medicine Excellence Group (SME) weichen soll. Die medizinischen Bäder gibt’s dann in einem neuen Gebäude, das die Gemeinde neben den Bade-Park stellen will. Für dieses neue Badehaus sind im aktuellen Haushalt vier Millionen Euro veranschlagt. In diesem Monat hätte der Bau starten sollen. 

Doch bis die Bagger anrollen, dürfte es noch eine ganze Weile dauern. „Im Moment ist noch eine genaue Kostenermittlung nötig“, berichtet Bürgermeister Peter Höß (Wiesseer Block). Das Problem: Die bisherige Kalkulation bezieht nur das Gebäude ein. Auch dafür stehen Umplanungen an. Vor allem aber sind Investitionen in die Quellen nötig. „Wir müssen sie frostsicher machen“, erklärt Höß. Denn anders als bisher wird künftig auch im Winter gepumpt. Schließlich soll die Zahl der Anwendungen deutlich steigen. Bislang, meint Höß, sei im Herbst so viel Jodschwefelwasser gefördert und gelagert worden, dass die Menge über den Winter reichte. Somit durften die Quellen ruhig einfrieren. „Jetzt müssen wir die offen liegende Adrianus-Quelle einhausen“, berichtet Höß. Aber auch die Wilhelmina-Quelle, die sich bereits in einem Gebäude befindet, muss für die Zukunft fit gemacht werden. 

Die detaillierte Kostenermittlung soll nun bis Mitte Juli vorliegen. Bis dahin ist auch zu klären, ob und in welcher Höhe der Freistaat das Projekt fördert. Einen neuen Termin für den Baubeginn gibt es aktuell nicht. Im Idealfall geht der Badebetrieb nahtlos weiter. Das heißt: Wenn die alte Immobilie abgerissen wird, steht das neue Badehaus bereits. Für Jodbad-Chefin Zinser ist das ein Ziel, das unbedingt erreicht werden sollte. Schließlich gilt es, die Stammgäste zu halten. „Die fragen schon die ganze Zeit nach“, berichtet Zinser. Wenn SME mit dem Hotelneubau so schnell loslegt wie geplant, wird es aber zeitlich wohl zu eng. Dann muss das alte Jodbad weg, bevor das neue Haus steht. 

Durch die Verzögerung könnte es zu einer Pause beim Badebetrieb kommen, räumt Bürgermeister Höß ein. Zwar gäbe es die Möglichkeit, vorübergehend im Bade-Park Jodbäder zu verabreichen. Dazu wären aber größere Investitionen nötig. Die Gemeinde müsste erst eine Leitung fürs Jodschwefelwasser von den Quellen zum Bade-Park verlegen lassen. Eine teure Zwischenlösung. „Da wissen wir jetzt noch nicht, ob wir die umsetzen“, erklärt Höß. Unterdessen macht die Unsicherheit dem Jodbad-Team um Zinser schwer zu schaffen. „Das alles ist sehr verwirrend für die Gäste“, sagt die Jodbad-Chefin. Es schwirrten zahlreiche Gerüchte herum. „Viele meinen, wir hätten schon geschlossen oder machen jetzt zu.“ 

Vor allem für ältere Gäste seien verlässliche Aussagen für die Urlaubsplanung des kommenden Jahres wichtig. Aktuell läuft der Betrieb dennoch recht gut. Etwa 16 000 Bäder wurden im Jahr 2015 verabreicht, ebenso wie 2014. Zinser hofft, bald Klarheit über den zeitlichen Ablauf zu bekommen. Sie würde die Stammgäste gerne in einem Brief informieren, meint sie: „Aber im Moment wüsste ich nicht, was ich da reinschreiben soll.“

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