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Schutzzone rund um den Tegernsee wegen einer toten Reiherente - jetzt ist klar: Sie war mit H5N8 infiziert.

Eilmeldung: Untersuchung abgeschlossen - Ente positiv getestet - Stallpflicht gilt auf unbestimmte Zeit

H5N8 am Tegernsee bestätigt - Stallpflicht für ganz Bayern

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Bad Wiessee - Es ist raus: Die Reiherente war mit dem hochansteckenden Virus H5N8 infiziert. Es besteht ein hohes Risiko, dass Wildvögel den Virus an Hausgeflügel weitergeben.

Update, 14.24 Uhr: 

Soeben hat das Ministerium eine Stallpflicht für ganz Bayern erlassen, die Pressemitteilung des Umweltministeriums im Wortlaut:

In Bayern wird ab sofort eine allgemeine Stallpflicht für Haus- und Nutzgeflügel angeordnet. Das teilte die Bayerische Umweltministerin Ulrike Scharf heute in München mit." Bayern geht entschlossen gegen eine weitere Ausbreitung der Vogelgrippe vor. Im Sinne der Tiergesundheit und der Seuchenbekämpfung ist es jetzt besonders wichtig, eine Ausweitung der Vogelgrippe auf das Hausgeflügel zu verhindern.Mein Haus hat deshalb heute eine allgemeine Stallpflicht für Hausgeflügel im Freistaat veranlasst", so Scharf. Die Stallpflicht wird von den zuständigen Kreisverwaltungsbehörden durch eine sogenannte Allgemeinverfügung umgesetzt. Sie gilt zunächst für unbestimmte Zeit. 

Die Stallpflicht gilt sowohl für gewerbsmäßige Geflügelhalter als auch für Züchter und Privatpersonen, die Geflügel halten. Für öffentliche Geflügelmärkte, Ausstellungen und ähnlichen Veranstaltungen sind weitere Maßnahmen in Vorbereitung. Scharf: "Wir wollen den bestmöglichen Schutz für das Hausgeflügel. Die Stallpflicht wird konsequent umgesetzt. Gleichzeitig setzen wir auf die Vernunft der Geflügelhalter, die ihre Bestände mit dieser Maßnahme bestmöglich schützen können." Der Bund wurde im Rahmen des Krisenstabs über diese weitere Schutzmaßnahme Bayerns informiert. Die zuständigen Behörden vor Ort werden die Maßnahme überwachen. Zur engen Vernetzung aller Beteiligten wurde in Bayern bereits Anfang dieser Woche ein Koordinierungskreis auf Landesebene eingerichtet. Außerdem arbeitet Bayern im Zentralen Krisenstab des Bundeslandwirtschaftsministeriums mit. Um eine Ausbreitung der Vogelgrippe in der Wildvogelpopulation rasch zu erkennen hat Bayern auch das bestehende Wildvogelmonitoring intensiviert. Bisher sind in mehreren Landkreisen Vogelgrippefälle vom Typ H5N8 bestätigt. Weitere Verdachtsfälle werden am Friedrich-Löffler-Institut geklärt. Für den Menschen ist das Virus nach derzeitigen Erkenntnissen ungefährlich.“

Ursprünglicher Artikel, 12 Uhr:

Die Pressemitteilung des Landratsamts im Wortlaut:

Das Landratsamt Miesbach hat nach einem Treffen der Führungsgruppe Katastrophenschutz gestern eine Allgemeinverfügung erlassen. Nach dieser Verfügung müssen alle Geflügelhalter – privat oder gewerblich – das Geflügel aufstallen, sofern sie innerhalb eines bestimmten Bereichs liegen. Diese Schutzzone erstreckt sich in einem Radius von drei Kilometern um den Tegernsee. Eine Karte ist Teil der Verfügung. Für diesen hochansteckenden Typ sind besonders Wasservögel wie Enten, Gänse und Schwäne empfänglich. Eine Übertragung auf den Menschen gilt als unwahrscheinlich. Sowohl nach Aussage des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI), als auch des Robert-Koch-Instituts (RKI) gab es weltweit noch keine menschliche Infektion mit H5N8.

Hohes Risiko für Übertragung

Innerhalb der Schutzzone liegen 74 Bestände von Geflügel. Nach einer Risikoeinschätzung des FLI besteht ein hohes Risiko, dass das Virus über Wildvögel auf die Hausflügelbestände übertragen wird. Die Infektion erfolgt über Ausscheidungen, bei starker Staubentwicklung aber auch durch die Luft. Ställe dürfen nur mit Schutzkleidung betreten werden, eine strikte Desinfektion ist durchzuführen.

Alle Betriebe werden über das weitere Vorgehen schriftlich informiert. Das Amt hat außerdem die Aktualität des „Alarm- und Einsatzplanes für die Bekämpfung der Geflügelpest“ überprüft, eine Abstimmung mit anderen Behörden, wie anderen Landratsämtern oder der Polizei, ist bereits erfolgt.

Außerdem werden alle Gemeinden des Landkreises und alle Feuerwehren über Verhaltensregeln benachrichtigt.

Feuerwehren brauchen jetzt spezielle Schutzausrüstung

Bürgerinnen und Bürger, welche verdächtige Wasservögel finden, sollten diese nicht berühren, sondern die Telefonnummer „112“ wählen. Die Integrierte Leitstelle in Rosenheim schaltet dann die zuständigen Feuerwehren ein. Die Feuerwehren Miesbach, Holzkirchen, Tegernsee und Weyarn verfügen über spezielle Schutzausrüstung.

Hunde an die Leine

Auf Grund der sehr geringen Anzahl von Fällen sind weitere Maßnahmen bisher noch nicht ausgesprochen worden. So gibt es für Hundebesitzer bisher lediglich die Empfehlung ihre Hunde in der Nähe von Gewässern an die Leine zu nehmen. Auch Katzen müssen zu diesem Zeitpunkt noch nicht im Haus gehalten werden.

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