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Freuen sich auf die Rückkehr : (v.l.) Regisseur Ingo Neise, Schauspielerin Eva Röder, Peter Rie von der TTT und „Jedermann“ Hans Jürgen Stockerl.

Wieder Freilichttheater auf der Waldbühne am Tegernsee

Der „Jedermann“ kehrt zurück 

Der „Jedermann“ geht am Tegernsee in seine zweite Spielzeit. Die ist geprägt von der besseren Bühne und kleinen, auf den Zeitgeist zielenden Aktualisierungen in der Inszenierung.

Bad Wiessee – In weniger als zwei Wochen ruft es wieder „Jedermann!“ am Tegernsee. Dann gehen die Burgspiele Hohensalzburg mit Hugo von Hofmannsthals berühmtem Mysterienstück auf der Wiesseer Waldbühne in die zweite Runde. Zur Neuauflage mittwochs und donnerstags, 2. und 3. sowie 9. und 10. August, jeweils ab 20 Uhr (Einlass 19.15 Uhr) haben sich die Macher aber nicht auf dem Erfolg der ausverkauften Premierenspielzeit ausgeruht, erklärten sie beim Pressegespräch.

„Die Waldbühne war 2016 wegen der Kurzfristigkeit des Projekts noch improvisatorisch“, erklärt Veranstaltungsmanager Peter Rie von der Tegernseer Tal Tourismus GmbH (TTT). Spielbank und TTT hätten „tüchtig nachgebessert“: Feste Schallschutzwände wurden installiert, die Grünbereiche ausgeschnitten, der Boden befestigt, in die Beleuchtung investiert. Die Rückwand des Parkhauses wurde in einem effektvollen Fliederton gestrichen und Teile des Parkhausinneren für die Besucherführung in Rot. Dort wurde auch ein Barbereich fürs Catering eingerichtet, und die Künstler-Garderoben wurden umgebaut. „Alles mit sehr viel Eigenleistung durch die Mitarbeiter der Spielbank“, so Rie. Die Spielbank braucht keine Leihbühne mehr, sondern hat, da die Scherenbühne aus der Wandelhalle ausgebaut wurde, nun eine eigene – ebenso wie 500 Stühle, für die ebenfalls ein Lager eingerichtet wurde. „Investitionen in einem fünfstelligen Bereich“, sagt Rie. „Die Waldbühne ist einzigartig, es gibt in der Gegend nichts Vergleichbares. Und wir werden an dem Thema dranbleiben.“

Auch vor den Kulissen wird sich etwas tun. Eva Röder, die den Teufel mimt und für die Kostüme zuständig ist, berichtet, dass einige neue Kostüme hinzukamen: „Da hat die Buhlschaft ein sensationelles neues Kostüm im Stil von Hollywood und ,LaLaLand‘ bekommen.“ Das passe zur sehr substanziell angelegten Rollenfigur, ergänzt Regisseur Ingo Neise. „Ansonsten liegt die Qualität unserer Inszenierung ohnehin darin, dass wir genau jene Punkte im Stück, die es so zeitlos und aktuell machen, herausgearbeitet haben.“ Dadurch seien Aktualisierungen nicht notwendig. Weil die Besetzung die gleiche sei und die Zusammenarbeit vertrauensvoll, könnten sich die Schauspieler zu jeder Spielzeit gegenseitig neu herausfordern und befruchten, die Rollen würden immer weiterentwickelt.

Das Ensemble bei der Premiere auf der Waldbühne der Spielbank in Bad Wiessee 2016.

Hauptdarsteller Hans Jürgen Stockerl, der sich gerade beim Freilichttheater in Bad Pyrmont als Pantalone in Goldonis „Diener zweier Herren“ warmläuft, freut sich auf die Rückkehr: „Der Text sitzt wieder. Und der ,Jedermann‘ ist ein Jahr älter und erfahrener geworden.“ Auch Stockerl spricht sich gegen eine „plumpe Aktualisierung“ aus: „Es passiert so viel um uns herum, dass wir zu einer neuen Wahrnehmung kommen. Das regt mich an, meine Rolle neu und etwas anders anzulegen. Wie genau, bleibt ein Geheimnis bis zur Aufführung.“

Die Termine in Bad Wiessee werden für die Burgspiele heuer die einzigen sein, erst 2018 sind Auftritte in Kitzbühel geplant. „Wir sind keinesfalls beschwert, dass wir auch dieses Jahr nicht in Salzburg spielen“, sagt Neise. „Wir fühlen uns auf der Waldbühne, die ja für uns gebaut wurde, aufgehoben und angekommen.“

Karten zu 34 Euro (zuzüglich Gebühren) gibt es vorab in allen Tourist-Infos am Tegernsee, bei der Spielbank-Rezeption (0 80 22 /9 83 50) und den Vorverkaufsstellen von München-Ticket sowie im Webshop. Bis spätestens 15 Uhr wird jeweils entschieden, ob der „Jedermann“ im Freien stattfindet oder in der Winner’s Lounge. Bei schönem Wetter wird das Kontingent auf bis zu 500 Plätze aufgestockt. Zeitnahe Infos gibt es dazu auf der Info-Homepage der TTT.

Alexandra Korimorth

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