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Diese Gebäude müssen weichen. Auf dem Jodbadgelände entsteht ein Hotel mit Medizinzentrum, am Seeufer ein Hotel und fünf Wohn- und Geschäftshäuser. 

Dauert wohl länger als gedacht

Wann kommt die Abrissbirne? Das lange Warten auf den großen Knall

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Der große Abriss auf dem Jodbadgelände und der Seepromenade lässt auf sich warten. Heuer dürfte sich auf Wiessees Filet-Grundstücken nicht mehr viel tun. 

Bad Wiessee – In diesem Jahr wird das alte Jodbad wohl stehen bleiben. „Ich glaube, dass wir mit dem Abriss heuer nicht mehr beginnen“, meint Bürgermeister Peter Höß. Ihm zufolge werden die Abbrucharbeiten im Januar starten: „Nach jetzigem Stand“.

Wie berichtet, hatte sich der Abriss immer wieder verschoben. Die Gemeinde hat das Gebäude bereits Weihnachten 2016 geräumt. Die Jodbäder werden seitdem im Obergeschoss des Badeparks verabreicht. Eine Zwischenlösung: Das neue Badehaus entsteht bereits. Die Arbeiten laufen, wie Höß erklärt. Allerdings seien die Betriebe wegen des Baubooms so ausgelastet, dass auf der Baustelle immer wieder mal Stillstand herrsche. Dass Überlegungen im Gange sind, Badehaus und Badepark mit einem Gang zu verbinden und eventuell einen gemeinsamen Eingang zu schaffen, spiele für den aktuell laufenden Bau keine Rolle. „Wir haben das Gebäude nur etwas gedreht“, so Höß. Damit sei eine spätere Verbindung leicht möglich.

Auf dem alten Jodbad-Gelände will die Schweizer Firma Sports Medicine Excellenve Group (SME) ein Hotel der Luxusklasse mit Medizinzentrum errichten. Ein gigantisches Projekt, das vor Kurzem die Baugenehmigung erhalten hat. Damit wird der Kaufpreis fällig. Sieben Millionen Euro hat SME an Bad Wiessee zu zahlen. Allerdings hat die Gemeinde die Abbruchkosten von einer Million Euro zu tragen. Den Abriss planen Gemeinde und SME Hand in Hand.

Noch immer offen ist auch der Zeitplan für den Abriss an der Seepromenade. Hier entstehen ein Luxushotel sowie fünf Wohn- und Geschäftshäuser, das Grundstück gehört der Tegernseer Unternehmerfamilie Strüngmann. Für die Neubauten müssen das Hotel Lederer, das ehemalige Haus des Gastes und das Hotel Wittelsbach weichen. In seiner Wohnung im Lederer-Komplex lebt noch der frühere Hotelier Josef Lederer. Er kämpft gegen den Abriss. Sein bisher letzter Coup war der Hinweis auf eine Fledermaus-Population, die dort siedelt. Es handelt sich um ein geschütztes Tier, das nicht gestört werden darf.

„Die Fledermäuse sind da, da müssen wir Rücksicht nehmen“, meint Höß. Inzwischen liegt ein Experten-Gutachten vor. Die Regierung von Oberbayern prüft, welche naturschutzrechtlichen Auflagen für den Abriss gelten.

„Theoretisch könnte der Abriss jederzeit stattfinden“, erklärt Andreas Göbel, Sprecher von Athos, dem Büro der Familie Strüngmann. Die Entscheidung über den Zeitplan sei weiter offen. „Es ist schon möglich, dass wir im Dezember noch anfangen“, meint Göbel. Der Winter sei eine gute Jahreszeit für den Abbruch. „Da ist die Staubentwicklung geringer.“ Dem Unternehmen sei aber sehr daran gelegen, die Belastung der Nachbarschaft so gering wie möglich zu halten. Auf keinen Fall wolle Athos dem Weihnachts- und Silvestergeschäft in die Quere kommen.

Unterdessen richtet sich Josef Lederer (78) auf ein weiteres Weihnachtsfest in seiner Wohnung ein. Noch immer hütet er das alte Hotel, hat dort sein Büro. „Ich hoffe sehr, dass das Hotel Bad Wiessee noch eine Weile erhalten bleibt“, meint er. Silvester soll es dort vielleicht eine Party geben, hat Lederer von den Betreibern der Strandbar Leda & Schwan vernommen. Lederer würde das gut gefallen: „Eine Dracula-Party, das wäre doch gut.“

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