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Kein schönes Entrée fürs neue Jodbad der Gemeinde: Der Zustand der Wilhelminastraße lässt zu wünschen übrig. Trotzdem muss die Sanierung noch warten. 

Wegen Wiesseer Großbaustellen: Wilhelminastraße muss in Warteschleife

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Der Gemeinderat hat die Neugestaltung der Wilhelminastraße in Bad Wiessee wieder verschoben. Der Grund: die Großbaustellen.  In der Debatte gerieten auch die Investoren von SME erneut in den Fokus.

Bad Wiessee – Das neue Badehaus soll das Flaggschiff der Gemeinde Bad Wiessee werden. In einem unschönen Kontrast zu dem schicken Neubau steht die Wilhelminastraße, die eher einer Asphaltwüste gleicht. Der Gemeinderat hat daher eine komplette Neugestaltung im Sinn. Nun hat das Gremium aber entschieden, dass die Maßnahme warten muss, bis die großen Baustellen rundherum abgeschlossen sind. Bei der Debatte in der Gemeinderatssitzung gerieten auch die Investoren von SME erneut in den Fokus.

Großzügige Gehwege, neue Parkplätze, mehr Grün: Gerne hätte Städteplaner Eberhard von Angerer die Neugestaltung der Wilhelminastraße schon jetzt auf den Weg gebracht und entsprechende Fördermittel abgerufen. Bislang wurde lediglich in einem ersten kleinen Bauabschnitt der Gehweg vor dem neuen Jodbad angehoben – ansonsten herrscht das gewohnt triste Bild vor. „Das ist kein sehr attraktives Entrée“, erklärte der Städteplaner. Nachdem sich die Baustelle der Sports Medicine Excellende Group (SME) wegen des Baustopps auf unbestimmte Zeit verzögere, warb von Angerer dafür, die Fertigstellung des Hotels gar nicht erst abzuwarten, sondern die Straßensanierung gleich anzupacken. Zu einem späteren Zeitpunkt komme ja auch noch die Sanierung des Badeparks daher.

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Was den Baustopp auf dem ehemaligen Jodbad-Gelände betrifft, gab der erfahrene Planer im Übrigen eine düstere Prognose ab. „Da wird ein neues Konzept erarbeitet, Nutzungen werden umgelagert“, meinte von Angerer. All das benötige seine Zeit. Seiner Einschätzung nach werde SME die Bauarbeiten wohl erst „sehr spät in diesem Jahr“ wieder aufnehmen können.

Obgleich die anwesenden Fachleute betonten, dass die neu gestaltete Straße dem Verkehr mit den vielen Baustellenfahrzeugen standhalten würde, war ein Großteil der Gemeinderäte dafür, mit der Maßnahme zu warten. „Ich würde jetzt keinen Schnellschuss machen“, erklärte Kurt Sareiter (CSU). In seinen Augen sei der Zustand der Straße und des Gehsteigs vor dem neuen Badehaus vertretbar. Ähnlich sah das Zweiter Bürgermeister Robert Huber (SPD). In der Umgebung würden in den kommenden Jahren „unglaubliche Bautätigkeiten“ stattfinden, erklärte Huber mit Blick auf Badepark, SME- und Strüngmann-Projekt. „Da hätte ich große Angst, dass durch die schweren Lkw die Straße beschädigt wird.“ Ein Großteil des Gremiums war der gleichen Meinung: Mit 10:3 Stimmen wurde die Neugestaltung der Straße zu diesem Zeitpunkt abgelehnt. Immerhin würde die Maßnahme die Gemeinde trotz Förderung noch rund 750 000 Euro kosten.

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CSU-Gemeinderat und Bürgermeisterkandidat Florian Sareiter nutzte die Gelegenheit, um die Aufmerksamkeit noch einmal auf SME zu lenken. Dass nun schon von einem Baustopp bis Ende des Jahres die Rede sei, bezeichnete er als „Hohn“. Sareiter forderte von dem Investor ein schnelles und klares Statement dazu in der Öffentlichkeit. Denn: „Unwissenheit erzeugt Skepsis.“

SME selbst hatte im Dezember gegenüber unserer Zeitung erklärt, dass „die erforderlichen Anpassungen zeit- und ressourcenintensiver“ seien als ursprünglich angenommen. Wann mit einer Wiederaufnahme der Bauarbeiten auf dem alten Jodbad-Gelände zu rechnen sei, ließ der Schweizer Investor offen. Auch Bürgermeister Peter Höß (Wiesseer Block) hat keine neuen Erkenntnisse dazu, wie er auf Nachfrage erklärt. Es bleibt also bei Spekulationen.

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