Rumäne muss sich vor Gericht verantworten

Bewährung für den Champagner-Dieb

Bad Wiessee - Er klaute Champagner, um seine finanzielle Lage aufzubessern. Jetzt hat das Amtsgericht einen Rumänen (46) zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. Er hatte auch in Wiessee zugeschlagen.

Wegen gleich drei verschiedener Anklagepunkte musste sich ein 46-jähriger Rumäne aus München vor dem Miesbacher Amtsgericht verantworten. Im Oktober 2014 entwendete er aus dem Edeka-Markt in Bad Tölz Champagner im Wert von 280 Euro. Im April des vergangenen Jahres klaute der Mann im Bogner-Shop in Bernau am Chiemsee drei Jacken, die ihn insgesamt knapp 1.500 Euro gekostet hätten. Weil ihm das noch nicht genug war, begab sich der Angeklagte noch am gleichen Tag in den Edeka-Markt nach Bad Wiessee, um dort wiederum acht Flaschen Champagner zu stehlen.

„Ich gebe zu, die Sachen geklaut zu haben“, zeigte sich der Beschuldigte vor Gericht zerknirscht. Dennoch versuchte er sich zu verteidigen. Der Diebstahl in Wiessee etwa sei ein Versehen gewesen. „Ich habe die Flaschen bezahlen wollen“, sagte der Rumäne vor Gericht aus. „Doch dann bekam ich einen Anruf und musste schnell los. Dabei habe ich vergessen, dass ich den Champagner noch bei mir habe.“

In allen drei Fällen sollten ihm die gestohlenen Gegenstände helfen, seine miserable finanzielle Lage etwas aufzubessern. Die Bogner-Jacken verkaufte er für 100 Euro pro Stück.

Doch die drei Diebstähle waren bei Weitem nicht die ersten Taten des 46-Jährigen. In seinem Bundeszentralregister waren bereits acht Einträge aufgeführt – alle wegen Diebstahls. Seit dem Jahr 1993 ist der Langfinger auf Streifzug und bestiehlt Geschäfte. Selbst zwei Freiheitsstrafen konnten ihn nicht davon abhalten, weitere Diebstähle zu begehen.

Gerade wegen seiner vielen Vorstrafen forderte Staatsanwältin Pongratz eine zehnmonatige Freiheitsstrafe ohne Bewährung für den Rumänen. Der Verteidiger des Münchners, Hannes Liedl, bat darum, „meinem Mandanten noch einmal eine Chance zu geben, da seine letzte Freiheitsstrafe sieben Jahre zurückliegt“. Sieben Monate auf Bewährung hielt Liedl für angemessen. Amtsrichter Walter Leitner sprach den Angeklagten letztlich wegen Diebstahls in drei tatmehrheitlichen Fällen schuldig und verurteilte ihn zu einer Freiheitsstrafe von zehn Monaten auf Bewährung.

Philip Hamm

Rubriklistenbild: © picture-alliance/ dpa/dpaweb

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