Der Badepark wird abgerissen. Seit seiner Schließung im Frühjahr hat das Tegernseer Tal kein Hallenbad. Bad Wiessee will ein neues Bad bauen und setzt dabei auf die Unterstützung der Nachbargemeinden.
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Der Badepark wird abgerissen. Seit seiner Schließung im Frühjahr hat das Tegernseer Tal kein Hallenbad. Bad Wiessee will ein neues Bad bauen und setzt dabei auf die Unterstützung der Nachbargemeinden.

Unterstützung der Nachbarn gefragt

Wer zahlt mit beim neuen Badepark?

  • Christina Jachert-Maier
    vonChristina Jachert-Maier
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Im Tegernseer Tal gibt’s kein Hallenbad mehr. Das soll nicht so bleiben, darin ist man sich rund um den See einig. Bürgermeister Kühn bittet die Nachbarn jetzt zum Gespräch.

  • Wiessees Bürgermeister Robert Kühn stellt Nachbargemeinden Sachstand vor.
  • Talweite Sitzung der Fraktionssprecher zum Thema Badepark.
  • Neubau soll im Winter 2023/Sommer 2024 stehen.

Bad Wiessee – Er wolle offen und ehrlich diskutieren, von Anfang an, sagt Wiessees Bürgermeister Robert Kühn (SPD): „Es sollen alle auf dem gleichen Wissensstand sein.“ Darum hat Kühn die Fraktionssprecher der vier Nachbargemeinden am Mittwoch, 25. November, zu einer nicht öffentlichen Sitzung eingeladen. Dort will er den Vertretern der Gemeinderäte von Rottach-Egern, Kreuth und Gmund sowie des Tegernseer Stadtrats vorstellen, was schon bei der Infoveranstaltung für die Wiesseer Bürger im Juli Thema war: Dass der alte Badepark einem Neubau weichen soll.

Enger Zeitplan für den Neubau

Konkrete Pläne gibt es noch nicht. Aber einen engen Zeitplan: Bis zum Winter 2023 oder Sommer 2024 soll ein neues Vitalbad stehen. Im September gaben die Wiesseer ihrem Gemeinderat mit einem Bürgerentscheid die Rückendeckung für das 30-Millionen-Euro-Projekt. Dies allerdings unter der Vorgabe, dass sich die Nachbarorte am Defizit beteiligen. Genau darüber muss jetzt geredet werden. Rottachs Bürgermeister Christian Köck (CSU) geht mit einigen Erwartungen in diese Sitzung. „Wir hoffen, dass uns etwas Greifbares geliefert wird, das man dann im Gemeinderat vernünftig diskutieren kann.“ An der Wiesseer Bürger-Info im Sommer habe er teilgenommen, aber wenig Konkretes zur neuen Planung mitgenommen. Dass sich am Ende nur 38 Prozent der Wiesseer am Bürgerentscheid beteiligt haben, finde er im Übrigen befremdlich, merkt Köck an. Aktuell habe sich der Rottacher Gemeinderat noch keine Gedanken über eine Kostenbeteiligung gemacht. Klar sei, dass es nur um eine Unterstützung beim Betrieb eines für den Sport geeigneten Schwimmbeckens gehen könne, nicht um den Wellnessbereich: „Wir brauchen im Tal ein Hallenbad, das Vergnügen ist Wiesseer Privatsache.“

Nachbargemeinden erwarten Konkretes

Gespannt geht auch sein Kreuther Kollege Josef Bierschneider (CSU) in die erste Beratung. „Im Moment tappen wir ja noch im Dunkeln“, meint er. Im vergangenen Jahr habe der damalige Wiesseer Bürgermeister Peter Höß seine Kollegen durch den Badepark geführt und die überalterte Technik gezeigt. Aber es sei nicht klar geworden, wie Wiessee sich die Zukunft seines Bads vorstelle. Noch habe der Kreuther Gemeinderat eine Beteiligung nicht diskutiert: „Wir warten ab, was angedacht ist.“

„Brauchen Schlechtwetterangebot für unsere Gäste“

Tegernseer Bürgermeister Johannes Hagn (CSU) ist daran gelegen, pragmatisch und zügig den Bau eines neuen Hallenbads anzugehen. Der Badepark fehle nicht nur den Vereinen, Schulen und allen Einheimischen, die gerne schwimmen gehen, sondern auch touristisch: „Das ist ein Schlechtwetterangebot, das wir für unsere Gäste brauchen.“ Er sehe die Gefahr, dass man sich an den jetzigen, badlosen Zustand gewöhne, meint Hagn. Es gelte, zügig Wege zu finden, die Belastung zu bewältigen. Grundsätzlich habe die Stadt die Absicht, den Betrieb eines Schwimmbeckens zu unterstützen. Eine Beteiligung an den Baukosten stehe ohnehin nicht zur Debatte: „Das wäre förderschädlich.“ Allerdings, so Hagn, könne es keine Zusage geben, jedwedes Defizit zu übernehmen. Letztlich liege die Entscheidung in der Hand aller Stadt- und Gemeinderäte.

Gemeinsamer Weg gesucht

„Der Teufel liegt oft im Detail“, weiß Gmunds Bürgermeister Alfons Besel (FWG). Dabei werde sich die Gemeinde der Bitte nach einer Beteiligung sicher nicht verschließen. Bereits der vorherige Gemeinderat habe noch unter dem damaligen Bürgermeister Georg von Preysing die Bereitschaft bekundet, das Wiesseer Bad zu unterstützen. Dieses Signal habe weiter Bestand. Jetzt müsse man sich zusammensetzen und „die Erwartungen auseinanderklauben“. Er sei aber zuversichtlich, so Besel, dass sich ein gemeinsamer Weg finden lasse.

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