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Das sind die Reaktionen aufs Saurüsselalm-Urteil

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Von: Gabi Werner

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Die Saurüsselalm darf laut Gerichtsurteil auch künftig als gastronomische Almhütte genutzt werden. Allerdings dürfen keine privaten Sonderveranstaltungen mehr stattfinden. Auch der Tanzboden muss weg.
Die Saurüsselalm darf laut Gerichtsurteil auch künftig als gastronomische Almhütte genutzt werden. Allerdings dürfen keine privaten Sonderveranstaltungen mehr stattfinden. Auch der Tanzboden (im Vordergrund) muss weg. © Thomas Plettenberg

Der Verein zum Schutz der Bergwelt ist mit seiner Klage gegen den Umbau der Saurüsselalm in Bad Wiessee gescheitert. Das Gericht hat allerdings die Sonderveranstaltungen gekippt. Der Verein spricht von einem „wichtigen Teilerfolg“.

Bad Wiessee – In den Augen von Bürgermeister Robert Kühn (SPD) hat das Münchner Verwaltungsgericht unter Vorsitz von Richterin Cornelia Dürig-Friedl mit seiner Entscheidung „ein kluges und salomonisches Urteil“ gesprochen. Dass auf der einst landwirtschaftlich genutzten Alm im Söllbachtal künftig keine Sonderveranstaltungen mehr stattfinden dürfen, komme den gegnerischen Parteien in einem entscheidenden Punkt entgegen und werde „hoffentlich ein wenig Entspannung“ in die strittige Angelegenheit bringen, sagte Kühn am Freitag nach Bekanntwerden des Urteils.

Das besagt wörtlich: Das Gericht habe die Baugenehmigung aufgehoben, „soweit mit dieser die Durchführung von 15 Sonderveranstaltungen im Jahr genehmigt wurde“. Im Übrigen aber wurde die Klage gegen den Umbau und die Nutzungsänderung der seit Dezember gastronomisch genutzten Alm abgewiesen. Eine Urteilsbegründung erfolge in wenigen Wochen, teilte die Pressestelle des Verwaltungsgerichts mit.

Bürgermeister Kühn sieht Arbeit der Gemeinde durch Urteil bestätigt

Kühn zeigte sich erleichtert darüber, dass damit die hier geschaffene „wichtige Infrastruktur für Wanderer“ bestehen bleiben könne. Mit seinem Urteil hat das Gericht nicht weniger klar gestellt, als dass in diesem Fall eine für die Nutzungsänderung nötige Privilegierung vorhanden ist. Der Bürgermeister sieht’s als Bestätigung: „Das heißt, dass wir ordentlich arbeiten in der Gemeinde.“

Verein zum Schutz der Bergwelt trotz abgewiesener Klage nicht unzufrieden

Der Kläger – obwohl im Grundsatz gescheitert – gab sich am Freitag ebenfalls nicht unzufrieden. Sein Minimalziel habe der Verein zum Schutz der Bergwelt mit dem Urteil erreicht – „das ist durchaus als Erfolg zu sehen“, ließ der geschäftsführende Vorsitzende, Rudi Erlacher, in einer ersten Reaktion wissen. Dass der Tanzboden am Rand der Außenterrasse so nicht genehmigungsfähig ist und schnellstmöglich weg muss, war als Nebeneffekt schon während der Verhandlung klar geworden. Laut Urteil sind nun auch die 15 Sonderveranstaltungen auf der Saurüsselalm von Unternehmer Franz Josef Haslberger passé.

Bei Sonderveranstaltungen wurde lang geschlemmt und gefeiert

Tatsächlich waren die in der Vergangenheit manchem Anwohner und Naturschützer ein besonderer Dorn im Auge. Zumal es von den Behörden offenbar versäumt worden war, bei diesen Veranstaltungen in geschlossener Runde einen zeitlichen Rahmen festzulegen. Dem Vernehmen nach wurde somit oft bis in die frühen Morgenstunden gefeiert und geschlemmt, ehe ein Shuttle-Service die Besucher zurück ins Tal brachte. Damit ist es nun vorbei. Unangetastet vom Gericht blieben dagegen die wöchentlichen Hüttenabende. Hier gibt es allerdings einen Zapfenstreich. Bis längstens 24 Uhr dürfen die Frühaufs als Pächter die Gäste bewirten.

Verein zum Schutz der Bergwelt möchte möglicherweise in Berufung gehen

Auch der Zweite Vorsitzende des Vereins zum Schutz der Bergwelt, Lorenz Sanktjohanser, sprach angesichts der gecancelten Sonderveranstaltungen von einem „wichtigen Teilerfolg“ für den Verein. „Das war ein wesentliches Anliegen von uns.“ Was das Scheitern der eigentlichen Klage anbelangt, so wolle man vor einem Statement die Begründung des Gerichts abwarten. Erst dann werde der Verein auch entscheiden, ob er möglicherweise in Berufung geht. „Ausgeschlossen ist das nicht“, sagte Sanktjohanser. Dem Verein gehe es beim Widerstand gegen die Saurüsselalm in erster Linie darum, eine „Präzedenzfall-Wirkung“ für andere Almhütten im Landkreis abzuwenden.

Landratsamt verweist auf fatale Wirkung des Urteils auf Landschaftsschutzgebiete

Das Landratsamt Miesbach, gegen das sich die Klage als zuständige Baugenehmigungsbehörde gerichtet hatte, reagierte mit einer knappen Stellungnahme auf das Urteil: „Unsere Rechtsauffassung wurde durch ein unabhängiges Gericht bestätigt und die Kammer hat sich klar positioniert“, hieß es darin. Um das Urteil genauer interpretieren zu können, müsse man erst die Urteilsbegründung abwarten.

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