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Neues Konzept gefordert: Wie teuer darf das Parken in Bad Wiessee sein?

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Von: Gabi Werner

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Wer hier parkt, muss tief in die Tasche greifen: Auf dem Söllbachparkplatz werden zur Hauptsaison pro angefangener halber Stunde 80 Cent fällig, das Tagesticket kostet acht Euro.
Wer hier parkt, muss tief in die Tasche greifen: Auf dem Söllbachparkplatz werden zur Hauptsaison pro angefangener halber Stunde 80 Cent fällig, das Tagesticket kostet acht Euro. © Thomas Plettenberg

Mit einer saftigen Erhöhung der Parkgebühren hatte Bad Wiessee Anfang 2019 für Furore gesorgt. Jetzt wird das Parkkonzept komplett überarbeitet. Die Frage ist: Wie teuer darf das Parken in Wiessee sein?

Bad Wiessee – „Das Thema Parken ist ein Evergreen in Bad Wiessee und im gesamten Tegernseer Tal“, machte CSU-Sprecher Florian Sareiter im Gemeinderat deutlich. Seine Fraktion hatte den Antrag gestellt, diesen viel diskutierten Punkt noch einmal grundlegend zu überarbeiten. Die CSU fordert unter anderem ein ganzheitliches Parkraumkonzept für Bad Wiessee, ein „übersichtliches und reduziertes Preismodell“ für das gesamte Ortsgebiet, die konsequente Überwachung des ruhenden Verkehrs sowie die Einführung von speziellen Parkausweisen und -scheinen für Anwohner, Gewerbebetriebe und Einheimische.

Sareiter: Nebenstraßen in der Saison komplett zugeparkt

Im Sommer und während der Wandersaison sehe es schlimm aus in den Nebenstraßen von Bad Wiessee, erklärte Sareiter. „Es wird geparkt, wo’s umsonst ist.“ Es sei daher dringend Handlungsbedarf geboten. Konkrete Maßnahmen, so Sareiter weiter, könne der Gemeinderat heute freilich noch nicht beschließen. Vielmehr sollten die Anregungen in ein groß angelegtes Gesamtkonzept einfließen – „und das steht nicht in zwei Wochen“.

Kritischster Punkt wird dabei wohl die Höhe der Gebühren sein. „Ich glaube, dass wir über die preisliche Gestaltung noch einmal sprechen müssen“, meinte Sareiter. Schließlich schere Bad Wiessee hier im talweiten Vergleich gehörig aus. Betroffen sind vor allem die Zone Abwinkl und die Wanderparkplätze im Söllbachtal und am Sonnenbichl: Seit der Erhöhung im vorigen Jahr kosten hier die Tagestickets während der jeweiligen Hauptsaison satte zehn beziehungsweise acht Euro.

Lesen Sie hier: Preissprung auf Wiesseer Wander-Parkplätzen: Teure Gebühren bekommt Wirt zu spüren

Während die CSU von jeher gegen diese Erhöhung war, wollen andere Gemeinderäte nicht wieder davon abrücken. Zu ihnen gehört auch Bernd Kuntze-Fechner (SPD). Selbst Verkehrsexperten würden empfehlen, die Parkgebühren zu erhöhen, um somit Geld für den Ausbau des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) zu erwirtschaften, argumentierte Kuntze-Fechner. Er befürchtete, dass bei einer Reduzierung der Tarife die Leute schnell wieder aufs Auto umsteigen könnten.

Grünen-Gemeinderat Böttger: „Unser Parkraum ist das Geld wert“

Eine klare Haltung zum Thema Parkgebühren formulierte auch Wolf-Hagen Böttger von den Grünen: „Unser Parkraum ist das Geld wert“, machte er deutlich. Böttger würde Tarife von zehn Euro pro Tag auch bei den Wanderparkplätzen am Söllbach für durchaus angemessen halten. Zumal wenn er sehe, dass die Leute dort von ihren Autos sündhaft teure Fahrräder für mehrere tausend Euro abladen. „Da machen zehn Euro auch nix mehr aus.“ Fraktionskollege Karl Schönbauer regte unterdessen an, „die Parksituation talweit zu betrachten“. Das Wiesseer Konzept könne hier nur ein Beitrag sein.

Verwaltung und Straßenreferent erarbeiten Lösungsvorschläge

Beschlossen wurde am Ende Folgendes: Die Rathaus-Verwaltung soll in Zusammenarbeit mit CSU-Gemeinderat Peter Kathan, Straßen- und Wegereferent des Gremiums, für die von der CSU vorgelegten Punkte Lösungsvorschläge erarbeiten. Die Ergebnisse werden später im Gemeinderat präsentiert und zur Abstimmung vorgelegt. Ziel sei die Schaffung eines „zukunftssicheren, an die Regelungen der anderen Talgemeinden angepasstes und nicht einnahmeschädlichen Modells“, heißt es in dem einstimmig gefassten Beschluss. Im Frühjahr 2021 solle die neue Verordnung – „unter besonderer Berücksichtigung der einheimischen Gewerbebetriebe und Mitbürger“ – in Kraft treten.

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