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Mit diesem Flugdrachen will Yachtclub-Vorsitzender Peter Kathan die Gänse vertreiben. 

Übel riechender Kot macht auch Seglern zu schaffen

So leidet der Yachtclub unter den exotischen Gänsen

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Die exotischen Gänse am Tegernsee machen auch dem Yachtclub Bad Wiessee zu schaffen. Was Vorsitzender Peter Kathan gegen die Tiere unternimmt:

Bad Wiessee– Exotische Gänse am Tegernsee – und keiner weiß, woher sie kommen. Oder doch? Nach dem Bericht in der Tegernseer Zeitung hat sich Peter Kathan, Vorsitzender des Yachtclubs Bad Wiessee, gemeldet. Er kann interessante Infos zur Herkunft der Tiere liefern. 

Ihren Anfang, so Kathan, könnte die Geschichte bereits 2015 in Bad Wiessee genommen haben, in einem Gehege des inzwischen verstorbenen Wiesseers Helmut Knott. Der sei ein Tierliebhaber gewesen und habe auch mehrere Gänse gehalten – zum Eigenbedarf, um sie irgendwann zu verspeisen. Eines Tages sei ein Fuchs eingedrungen. Drei Tiere, zwei Männchen und ein Weibchen, blieben übrig, „und büchsten aus“, weiß Kathan. Er, Knott und der Wiesseer Ferdinand Grieblinger hätten die Tiere im Wiesseer Strandbad eingefangen, woraufhin sie der Besitzer in der Chiemseer Gegend aussetzte. Doch die Tiere flogen offenbar zurück und tauchten am Yachtclubgelände, ganz in der Nähe des ursprünglichen Geheges wieder auf.

Inzwischen haben sich die Tiere, wie berichtet, vermehrt und auch mit einer aus Tegernseer Privatbesitz stammenden asiatischen Schwanengans gekreuzt. Auf etwa zehn Stück schätzt Wolfgang Hiller vom Landesbund für Vogelschutz (LBV) im Landkreis Miesbach, die Zahl. Die Gänse machen Probleme, weil sie beachtliche Kothäufen hinterlassen. Zwei Kilogramm sind es täglich pro Tier. 

Flugdrache soll sie verjagen

„Die Gänse halten sich zwar viel am südlichen See auf, doch sie kommen immer zum Yachtclub“, berichtet dessen Vorsitzender. „Wenn wir unsere Schiffe klarmachen, dann müssen wir vorher mit dem Rasenmäher und Wasserschläuchen ausrücken“, so Kathan. Die Häufen seien ein riesiges Problem, weil der übel riechende Kot auch in die Boote getragen werde. „Wir sind aus hygienischen Gründen in Sorge um die Gesundheit unserer Segler und der Jugend“, sagt Kathan. Um den Tieren Herr zu werden, schaffte der Verein für 600 Euro sogar einen Flugdrachen an, der einen Greifvogel simuliert. „Doch der hilft zwei bis drei Tage, dann haben sich die Gänse daran gewöhnt und kommen wieder.“ Die Forderung, die Tiere zu fangen, könne er daher nur unterstützen. 

gr

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