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Letzter Akt nach dem Wiederaufbau: die Bauabnahme.

Rotes Kreuz kann Gebäude ab sofort wieder nutzen

Rettungszentrum nach der Brandkatastrophe: Der Wiederaufbau ist geschafft

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Im Februar hatte ein Feuer die Fahrzeughallen des Roten Kreuzes in Bad Wiessee in Schutt und Asche gelegt. Jetzt stehen sie da wie neu. Bei der Bauabnahme am Rettungszentrum kamen gemischte Gefühle auf.

Bad Wiessee – Für Bauleiter Matthias Walch kam die Wiederherstellung des Wiesseer Rettungszentrums einer „Höchststrafe“ gleich. „Du baust etwas, und kurz darauf musst du das Gleiche noch einmal bauen“, machte er das ganze Ausmaß des Dilemmas deutlich. Und dennoch überwogen am Donnerstagvormittag die positiven Gefühle, als sich Vertreter der Gemeinde, der BRK-Bereitschaft Bad Wiessee und die für den Wiederaufbau Verantwortlichen zur offiziellen Bauabnahme trafen. Denn nun ist der Weg endgültig frei für den Wiedereinzug des Roten Kreuzes und seines Fuhrparks.

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Für Vize-Bürgermeister Robert Huber war es – trotz der üblen Vorgeschichte – ein Glückstag. „Ich bin froh wie selten zuvor“, meinte er, als er den Blick durch die wiederaufgebauten, frisch gestrichenen Garagen des Rettungszentrums schweifen ließ. Huber war es auch, der vor etlichen Jahren seitens der Gemeinde mit dem Bau des neuen Rettungs- und Hilfeleistungszentrums in Bad Wiessee betraut war. Als er im Februar dieses Jahres quasi mit ansehen musste, wie ein Feuer einen Teil des Gebäudes regelrecht auffraß, war er den Tränen nahe. Zu diesem Zeitpunkt war der Bau noch nicht einmal vier Jahre alt.

Dass es mit dem Wiederaufbau so zügig geklappt hat, sei vor allem dem Engagement der beteiligten Handwerksbetriebe zu verdanken, hieß es am Donnerstag von allen Seiten. Der Haushamer Architekt Herbert Wagenpfeil, schon damals für den Neubau verantwortlich, und Bauleiter Walch hatten die bewährten Firmen wieder zusammengetrommelt.

„Die Baustelle lief überragend, da ging wirklich was vorwärts“, würdigte Benedikt Dörder (31), der nur wenige Wochen nach der Brandkatastrophe das Amt des Wiesseer BRK-Bereitschaftsleiters übernommen hatte. Obwohl die Auftragsbücher derzeit übervoll seien, hätten alle Handwerker beim Wiederaufbau mitgezogen.

Der Schaden, den das Feuer hinterlassen hat, ist gewaltig. Er beträgt geschätzte drei Millionen Euro. Beim Wiederaufbau des Rettungszentrums sprang zwar die Versicherung ein, doch bei den zerstörten Fahrzeugen wurde lediglich der Zeitwert ersetzt. Daher klafft nach wie vor eine Finanzierungslücke in Höhe von knapp 87.000 Euro.

Von den insgesamt sechs Fahrzeugen, die ab sofort wieder in die Halle einziehen können, sind zwei noch immer Leihgaben. Vor allem die Finanzierung eines neuen Rettungswagens für die Schnelleinsatzgruppe (SEG) Tegernseer Tal ist noch nicht in trockenen Tüchern. „Aber es ist Licht am Ende des Tunnels in Sicht“, meinte Dörder, der in diesem Zusammenhang auch den neuesten Stand auf dem Spendenkonto bekannt gab: Rund 213.000 Euro sind mittlerweile darauf eingegangen.

Bei allem Leid, das die Brandkatastrophe über Bad Wiessee und das Tegernseer Tal gebracht hat, so hätte es noch weitaus schlimmer ausgehen können. „Hier hat sich gezeigt, wie wichtig der Brandschutz ist“, sagte Bauleiter Walch beim Rundgang durch die Räumlichkeiten. Die Vorschriften hätten letztlich dafür gesorgt, dass viele Materialien und Türen den Flammen standgehalten haben und sich das Feuer im Gebäude nicht noch weiter ausbreiten konnte. „Das war unser größtes Glück“, erklärte Walch.

Eine offizielle Einweihung des wiederaufgebauten Gebäudes wird es vermutlich im Mai kommenden Jahres geben. „Das wäre ein guter Zeitpunkt, dann nämlich wäre unser Rettungszentrum genau fünf Jahre alt“, erklärte Dörder. Und Wagenpfeil fügte hinzu: „Es wäre schön, wenn’s diesmal länger hält.“

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