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Das Modell zeigt links die Wandelhalle mit dem markanten Turm, davor entsteht ein tiefer gelegter Platz. Es schließen sich die beiden Flügel des geplante Hotels an. Rechts oben ist der OP-Trakt der Anlage zu sehen, dahinter der bestehene Bade-Park. Der flache Bau links neben dem Bade-Park ist das geplante Badehaus.

Behörden und Anwohner äußern sich

Kurviertel: Das sind die Bedenken zum Plan

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Bad Wiessee - Auf dem Weg zum neuen Kurviertel hat Bad Wiessee wieder einen Schritt nach vorne getan. Der Gemeinderat schickte den Bebauungsplan fürs Jodschwefelbad jetzt in die zweite Auslegungsrunde.

Seitens der Behörden gab es wenig Einwände. Sorgen bereiten aber die Themen Verkehr und Stellplätze. Bad Wiessee hat mit seinem Kurviertel Großes vor. Der Investor, die Sports Medicine Excellence Group (SME), plant auf dem Gelände des jetzigen Jodbads unter anderem ein luxuriöses Hotel mit angeschlossenem OP-Bereich. Anfang des Jahres hatte der Gemeinderat den Billigungsbeschluss zum Bebauungsplan gefasst. Nun waren die Behörden, Bürger und die so genannten Träger öffentlicher Belange am Zug. 

„Relativ viele haben gar keine Stellungnahme abgegeben“, schickte Städteplaner Eberhard von Angerer dem Tagesordnungspunkt voraus. Dies liege vor allem daran, dass man die Fachbehörden sehr frühzeitig in die Planung miteinbezogen habe, sagte er. Einige Hinweise hatte das Gremium aber dann doch abzuarbeiten. Nicht neu sind etwa die Bedenken der Nachbargemeinde Gmund: Sie befürchtet angesichts des Großprojekts eine zusätzliche Verkehrsbelastung und mahnte ein ortsübergreifendes Verkehrskonzept an. Auch die Straßenverkehrsbehörde am Landratsamt sah mögliche Verkehrsprobleme auf den Kurort zukommen und forderte ein entsprechendes Gutachten. 

„Nicht nötig“, machte von Angerer deutlich. Bad Wiessee, so hieß es schließlich in der Stellungnahme, habe bereits bei einer früheren Planung ein Verkehrsgutachten erstellen lassen. Diese Daten könne man für weitere Untersuchungen nutzen. Sollten tatsächlich Verbesserungen nötig sein, könnte man die damals angedachte Kreisverkehrslösung am Knotenpunkt B318/Anton-von-Rieppel-Straße wieder in Betracht ziehen. Dass künftig zu wenig Stellplätze im Kurviertel zur Verfügung stehen, befürchten Anwohner der Anton-von Rieppel-Straße. Ein Einwand, der im Bebauungsplan keinen Niederschlag fand, da der Investor in seiner Planung ausreichend Parkplätze nachweise. Unabhängig davon werde die Gemeinde bei Bedarf über die Schaffung weiterer Stellplätze in dem Bereich nachdenken, hieß es. 

Für Kopfschütteln sorgte bei manchem Gemeinderat die Stellungnahme der Schutzgemeinschaft Tegernseer Tal (SGT), die zwar die „behutsame Planung“ lobte, aber auch anregte, dass Matteo Thun als zuständiger Architekt sich doch künftig bei allen Projekten in Bad Wiessee engagieren sollte. „Unsere Gäste aus dem Norden lieben den bayerischen Baustil und wollen keine Häuser, wie Thun sie baut“, meinte Ingrid Versen (CSU). „Bad Wiessee soll kein Thun-Ort werden.“ Fraktionskollege Florian Sareiter ergänzte: „Es geht mir zu weit, was sich die Schutzgemeinschaft hier anmaßt.“ 

Schließlich hatten sich noch die Anwälte der Hotel Terrassenhof GmbH zu Wort gemeldet. Sie mahnten die Einhaltung der Abstandsfläche zur Adrian-Stoop-Straße hin an und wiesen zudem auf die zu befürchtende Lärm- und Staubbelästigung während der Bauphase hin. Letzteres spiele im Rahmen des Bebauungsplan-Verfahrens keine Rolle, die Abstandsflächen würden eingehalten, ließ die Gemeinde in ihrer Antwort wissen. Der Bebauungsplan wurde in seiner neuen Fassung schließlich gegen die Stimmen von Ingrid Versen und Rolf Neresheimer (ranBW) gebilligt. Er wird jetzt erneut zwei Wochen lang ausgelegt.

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