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Was wird aus uns? Die Landwirtschaft im Landkreis Miesbach steht auf wackeligen Beinen.

Debatte im Wiesseer Gemeinderat

Wie sieht die Zukunft der Landwirtschaft am Tegernsee aus?

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Bad Wiessee - Ist das Ende der Landwirtschaft im Landkreis Miesbach nah? Sicher ist jedenfalls: Es muss sich etwas tun, damit Bauern überleben können. In Wiessee wurden jetzt verschiedene Modelle diskutiert.

Marika Kinshofer hat eine Mission – und sie hat es dabei nicht leicht. Die Öko-Modellregionsmanagerin tourt derzeit durch alle 17 Landkreis-Gemeinden, um ihnen das Projekt Öko-Modellregion Miesbacher Oberland näher zu bringen und Ideen zu sammeln. Nicht überall stieß die Mitarbeiterin der Standortmarketing Gesellschaft (SMG) bisher auf Wohlwollen. In Waakirchen und Holzkirchen wurde teils auch harsche Kritik geübt (wir berichteten). 

Nicht so in Bad Wiessee. Bei ihrem Besuch im Wiesseer Gemeinderat wurde Kinshofer von Stefan Gabler, dem Leiter des Landwirtschaftsamtes in Holzkirchen, begleitet. Und der zeichnete zunächst ein düsteres Bild von der Zukunft der Landwirtschaft im Kreis Miesbach. „Ich mache mir große Sorgen um die Milchviehhaltung“, sagte Gabler. Man brauche eine zukunftsträchtige Lösung für die Landwirte, „ansonsten wird ein massiver Strukturwandel kommen“, prophezeite er. Die Anzahl der Rinder und Milchkühe sei bereits stark zurückgegangen, verbunden mit einem großen Flächenverlust. Die Förderung des Ökolandbaus sei allerdings nur ein Weg, um der Situation zu entgehen. „Wir brauchen eine Lösung für alle unsere Betriebe“, machte der Behördenleiter deutlich und reagierte damit auch auf die Kritik, die zuletzt vor allem von konventionellen Landwirten kam. 

Kinshofer stellte anschließend die Projekte vor, die dem Miesbacher Oberland seinerzeit zum Titel Öko-Modellregion verholfen haben und bat, sich über weitere Möglichkeiten Gedanken zu machen. „Bayern importiert Ökowaren und exportiert konventionelle Ware“, so Kinshofer. Daran solle sich künftig etwas ändern. Vize-Bürgermeister Robert Huber (SPD) bekannte sich zum „Erhalt der dörflichen Strukturen“ und kritisierte zugleich die hohen Auflagen, mit denen die Landwirte zu kämpfen hätten. Das öffentliche Interesse an regionalen Produkten, so Huber weiter, sei häufig nur geheuchelt. „Wenn es darum geht, ein paar Cent mehr auszugeben, machen es die Leute schon nicht.“ 

Seine Fraktions-Kollegin Klaudia Martini lobte das Projekt Öko-Modellregion und will es nach Kräften unterstützen. „Wir müssen die Menschen wieder an die Natur heranführen – das ist das A und O“, meinte sie. Als erste konkrete Maßnahme schlug sie vor, die gemeindliche Bepflanzung auf Streuobstwiesen umzustellen – und die Gründe dafür den Menschen auf Infotafeln zu erläutern. „Geranien sind wunderbar“, meinte Martini, „aber davon wird keine Biene satt.“ Georg Erlacher, CSU-Gemeinderat und einziger Landwirt im Wiesseer Gremium, sah auch die eigenen Berufskollegen in der Pflicht. Die Bauern müssten die Menschen wieder mehr an die Thematik Landwirtschaft heranführen. Die meisten Leute hätten kaum Ahnung von der Landwirtschaft – das sehe man etwa am Thema „Anbindehaltung“. „Die meisten, die sich darüber aufregen, haben eine 50-Quadratmeter-Wohnung und halten darin zwei Hunde“, meinte Erlacher. 

Bernd Kuntze-Fechner (SPD) schließlich sah in der Öko-Modellregion eine „Riesenchance für den Landkreis“. Er schlug vor, einmal im Jahr einen runden Tisch mit Landwirten und Gemeinde-Vertretern zu veranstalten. Konkrete Beschlüsse gab es jedoch nicht.

Auch im Stadtrat Tegernsee wurde die Öko-Modellregion vorgestellt. Eine Diskussion gab es dabei aber nicht.

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