+
Das touristische Angebot am Tegernsee soll wachsen. Hier studiert eine Urlauberin den Prospekt der TTT, ganz entspannt auf einer Himmelsliege an der Tegernseer Länd.

Antrag der FWG zu TTT-Aufsichtsrat abgelehnt

Bad Wiessee fordert Mega-Sitzung zum Tourismus

  • schließen

Bad Wiessee - Den Antrag der Tal-FWG, einen Aufsichtsrat für die TTT zu gründen, hat der Wiesseer Gemeinderat mit 9 zu 5 Stimmen abgelehnt. Doch damit soll die Diskussion nicht beendet sein. 

Um Alleingänge der Bürgermeister in Sachen Tourismus künftig unmöglich zu machen, fordert die Tal-FWG einen Aufsichtsrat für die TTT. Der Wiesseer Gemeinderat hat den Antrag abgelehnt, will aber mehr Information zum touristischen Kurs. Die Empfehlung: Es soll eine talweiten Sitzung stattfinden.

Der Donnerschlag erschütterte das Tal am 1. April. Da teilte die Tegernseer Tal Tourismus GmbH (TTT) mit, die Amtszeit von TTT-Geschäftsführer Stephan Köhl sei nach drei Monaten beendet. „Das haben die fünf Bürgermeister im Handstreich entschieden“, erinnerte Birgit Trinkl (FWG), als sie im Wiesseer Gemeinderat den Antrag ihrer Gruppierung erklärte. Wie berichtet, fordert die FWG im Tal einen TTT-Aufsichtsrat, dem je ein Gemeinderat aus allen fünf Orten angehören soll. Ziel ist es, den Informationsfluss zu verbessern. 

Bislang fühlen sich die FWG-Gemeinderäte schlecht informiert. Dabei, so Trinkl, müsse man über ein Millionenbudget entscheiden. Ein Aufsichtsrat aus fünf Gemeinderäten: Das behagte der Mehrheit des Gremiums nicht. Mit 9:5 Stimmen lehnte der Gemeinderat den Antrag ab. Vor allem, weil es kein zusätzliches Gremium geben soll. Und schon gar keines, das aus Gemeinderäten besteht. „Wir brauchen nicht noch mehr Politik in der TTT“, meinte Kurt Sareiter. Zu den Befürwortern des Antrags zählte Bürgermeister Peter Höß (FWG) selbst – somit stellte er sich hinter seine Gruppierung. Die Kritik am Informationsfluss darf er aber durchaus persönlich nehmen. Höß fungierte in der Causa Köhl sogar als Sprecher der fünf Tal-Bürgermeister. 

„Man hätte schon das ein oder andere Wort mehr mit dem Gemeinderat reden können“, merkte Vize-Bürgermeister Robert Huber (SPD) an. Während das von der FWG geforderte Aufsichtsrats-Konstrukt keine Mehrheit fand, stieß eine andere Idee Trinkls auf breite Zustimmung. Sie regte eine gemeinsame Sitzung aller Kommunen im Tal zur Zukunft der TTT an. Dabei dürfte das Augenmerk ganz besonders auf der Suche nach einem neuen Mann an der Spitze liegen. Bislang ist nach dem Willen der Bürgermeister, die als TTT-Gesellschafter das Sagen haben, bis zum Jahresende keine Ausschreibung geplant. „Aber wir brauchen schon einen Kopf“, meinte Florian Sareiter (CSU). 

Die Bürgermeister seien keine geschulten Touristiker. Bis zur Einstellung eines neuen TTT-Geschäftsführers solle nicht allzu viel Zeit vergehen. Eine Meinung, die sein Onkel Kurt Sareiter (CSU) teilt. Auch ihm gefiel der Gedanke einer talweiten Gemeinderatssitzung gut. Allerdings müsse eine Beratung dieser Größe sehr vorbereitet sein, sonst führe sie zu nichts. Zumal es mitnichten nur um die Frage geht, wann die Spitze der TTT wieder auf Dauer neu besetzt ist – übergangsweise führt Prokurist Christian Kausch die Geschäfte. Auf dem Prüfstand soll die gesamte Struktur der TTT. „Es geht doch darum, wie wir die Geschichte verschlanken können“, erklärte Florian Sareiter. Im gehe der Antrag der FWG nicht weit genug. „Wir müssen innehalten und uns fragen, wie wir künftig weitermachen wollen“, fand auch Huber. 

Seiner Ansicht nach müsse der neue TTT-Chef auch nicht unbedingt direkt aus dem Metier kommen: „Wir sollten unsere Suche aufweiten.“ Unterdessen verwies Höß darauf, dass es auch Grund zur Freude in Sachen Tourismus gebe. Trotz des schlechten Wetters zeige die Statistik 2016 bis Ende Mai im ganzen Tegernseer Tal einen Zuwachs. In Bad Wiessee betrage das Plus bei den Übernachtungen 7,62 Prozent. „Das ist von den kleinen Vermietern getragen.“ Auch sein Stellvertreter Huber wollte die TTT nicht in ein schlechtes Licht gesetzt sehen. „Das ist ein Unternehmen, auf das wir stolz sein können.“

 Die – inzwischen aufgegebene – politische Vorgabe, die Tourismus-Organisationen TTT und ATS zu verschmelzen, habe die TTT aber viel Kraft gekostet. Seiner Ansicht nach sei der langjährige TTT-Chef Georg Overs auch deshalb gegangen. Es sei „unglücklich“ dass die Chemie mit Overs-Nachfolger nicht gestimmt habe, so Huber. Somit hätten die Bürgermeister sich für die Trennung entscheiden müssen: „Das war bitter, aber notwendig.“

Auch interessant

Mehr zum Thema

Meistgelesene Artikel

Späte Ehre für jüdischen Chemiker Eichengrün
Es gab nur einen Antrag an die Wiesseer Bürgerversammlung: Die Gemeinde möge an den Chemiker Dr. Arthur Eichengrün erinnen. Bürgermeister Peter Höß sicherte das zu - …
Späte Ehre für jüdischen Chemiker Eichengrün
Söllbachklause: Rätselraten über Haslbergers Pläne
Seit drei Jahren hat der die Söllbachklause geschlossen. Eigentümer Franz Haslberger feilt weiter an Umbauplänen. Jetzt will er einen riesigen Keller unter dem Gebäude …
Söllbachklause: Rätselraten über Haslbergers Pläne
Mit Hackschnitzeln heizen: Im Eiltempo zu Nahwärmenetz
Im Wiesseer Kurviertel wird alles aufgerissen: Da könnte neben Hotels und Badehaus auch gleich ein Nahwärmenetz entstehen. Bald soll es mehr Informationen geben - und …
Mit Hackschnitzeln heizen: Im Eiltempo zu Nahwärmenetz
Hier wandern Sie 24 Stunden lang zwischen Tegernsee und Schliersee
Zum zweiten Mal findet von Freitag, 26. Mai, an das Alpenregion Tegernsee Schliersee Wanderfestival statt. Die Teilnehmer haben die Wahl zwischen einer 24 und …
Hier wandern Sie 24 Stunden lang zwischen Tegernsee und Schliersee

Kommentare