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Mehr als 40 Grundstücke umfasst das Plangebiet an der Ringbergstraße. Der Gemeinderat hat für das Areal einen Bebauungsplan aufgestellt, um möglichst viel Grün zu erhalten.

Bebauungsplan mit Vorbild-Charakter aufgestellt

Wiessee will Riesen-Bauten künftig verhindern

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Bad Wiessee - Ein kleines Häuschen kommt weg, dafür schießt eine Eigentumswohnanlage in die Höhe. Um diese Entwicklung einzudämmen, geht der Gemeinderat Bad Wiessee neue Wege.

Das Gremium hat für das Areal an der Ringbergstraße einen Bebauungsplan aufgestellt. Ein Beispiel, das im Kurort Schule machen soll. „Der Plan könnte als Muster-Bebauungsplan für unseren Ort dienen“, meinte Bauamtsleiter Helmut Köckeis am Ende zufrieden. Der neue Bebauungsplan für die Grundstücke an der Ringbergstraße gibt das Maß künftiger Neubauten vor und soll helfen, möglichst viel Grün zu erhalten.

Das nun überplante Gebiet umfasst insgesamt 43 Grundstücke. Bei 30 Flächen gebe es noch bauliche Entwicklungsmöglichkeiten, teilte Köckeis dem Gemeinderat mit. Im Norden wird das Areal vom Söllbachdammweg begrenzt, im Süden von der Gemeindegrenze zu Kreuth, im Westen von der Sanktjohanserstraße und im Osten von den Reihenhäusern am Spengersagweg.

Auslöser für die Erarbeitung eines Bebauungsplans war ein Bauantrag, wie er häufig am Tegernsee gestellt wird: Auf dem Grundstück Ringbergstraße 4 sollte ein Einfamilienhaus abgebrochen und durch eine große Wohnanlage ersetzt werden. Der Gemeinde gefiel das nicht. „Doch das Landratsamt hätte möglicherweise sein Einvernehmen erteilt“, erläuterte Köckeis. Denn: Bei beantragten Neubauten zählt nicht der Geschmack, sondern allein die Tatsache, ob sich das Gebäude in die nähere Umgebung einfügt.

„Nun stellt sich aber die Frage: Was ist die nähere Umgebung?“, meinte Köckeis. Nach Ansicht der Gemeinde sei das Areal an der Ringbergstraße vor allem durch kleinere Einfamilien- und Doppelhäuser geprägt. Daher die Aufstellung des Bebauungsplans. „Wir haben dafür einen erheblichen Aufwand betrieben“, betonte Köckeis. Denn ein solcher Bebauungsplan müsse wasserdicht sein und auch möglichen gerichtlichen Nachprüfungen standhalten. 

Geregelt wird in dem Planwerk unter anderem Folgendes: Die Grundflächenzahl für künftige Bauten darf den Wert von 0,18 nicht überschreiten. Für ein Grundstück von 1000 Quadratmetern bedeutet das beispielsweise, dass ein Gebäude mit 180 Quadratmetern möglich ist. „Wir brauchen aber auch eine Begrenzung in der Höhenentwicklung“, machte Köckeis deutlich. Im Bebauungsplan wurde daher eine Wandhöhe von maximal 6,70 Metern festgelegt. Diese Festsetzungen, so erklärte der Bauamtsleiter, würden eine vernünftige bauliche Entwicklung ermöglichen.

Der Gemeinderat war mit dem Werk offenbar zufrieden – eine größere Diskussion gab es nicht mehr. Der Aufstellungsbeschluss erfolgte einstimmig. Klaudia Martini (SPD) merkte mit Blick auf den Landschaftsschutz noch an: „Die oft geschmähte Westbank war hier vorbildlich.“

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