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Das Ex-Hotel " Haus Rheinland" liegt an der Münchner Straße in Bad Wiessee. Ende 2014 hat es die Gemeinde für 1,15 Million Euro gekauft. Der Plan: Das Landratsamt soll das Haus anmieten und dort Asylbewerber unterbringe n. Doch daraus wurde bisher nichts.
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Wie sich bei einer Begehung mit Vertretern des Landratsamtes und des Kreisbrandrats herausstellte, können hier erst Asylbewerber einziehen, wenn der Brandschutz des Hauses modernisiert wurde.
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Das größte Problem ist dabei die veraltete Elektrik. Die ist bei einem für Asylbewerber-Unterkünfte erforderlichen E-Check durchgefallen und muss für gut 30.000 Euro auf Vordermann gebracht werden. Insgesamt wird der neue Brandschutz für das Ex-Hotel ca. 50.000 Euro kosten. Zu tragen hat sie der Besitzer, also die Gemeinde.
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Kurios dabei: Das Hotel war bis 2014 geöffnet, hatte als Beherbergungsbetrieb erst 2008 eine neue Konzession erhalten. Bürgermeister Peter Höß wundert sich, dass die veraltete Elektrik damals nicht aufgefallen ist.
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Musste sie auch nicht, sagt dazu das Landratsamt. Das Hotel habe damals unter Bestandsschutz gestanden, der nur bei Umbauten oder Gefahr für Personen aufgehoben werde. Diese sah der Fachbereich Asyl nun und zog das Bauamt hinzu. Und das legte fest: Um die Sicherheit der Asylbewerber zu gewährleisten, muss die Elektrik modernisiert werden.
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Elektriker sind nun dabei, die Stromversorgung im gesamten Haus zu ertüchtigen. "Nach der ersten Besichtigung lagen wir bei 12.000 Euro Kosten", sagt Höß. Die Anforderungen des Landratsamtes haben sie vervierfacht.
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Viele fragen sich nun: Warum ist das Ex-Hotel, in dem Gäste jahrzehntelang Urlaub gemacht haben, für die Unterbringung von Asylbewerbern plötzlich nicht sicher genug?
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„Das Landratsamt ist für die Sicherheit der Asylbewerber verantwortlich, denn wir verteilen die Menschen auf die Unterkünfte. Sie können nicht selbst entscheiden, wo sie wohnen wollen", sagt dazu Landrat Wolfgang Rzehak. 

Wiesseer Ex-Hotel als Beispiel

Foto-Reportage: Asyl - So viel Bürokratie steckt dahinter

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Bad Wiessee - Gemeinden suchen verzweifelt nach Unterkünften für Asylbewerber - und scheitern an der Bürokratie. Wir haben die Herausforderung "Asyl" an einem Beispiel aufgedröselt.

Es ist immer das Gleiche: Gemeinden suchen händeringend nach Unterkünften für Asylbewerber. Und das Landratsamt muss Absagen erteilen, weil freie Häuser nicht den Anforderungen entsprechen. Oder die Gemeinden müssen viel Geld investieren, um Immobilien so herzurichten, dass sie die Regelungen einhalten. Ein solcher Fall ist derzeit beim Ex-Hotel Haus Rheinland in Bad Wiessee zu beobachten. All das geschieht zur Sicherheit der untergebrachten Flüchtlinge. Doch immer öfter taucht in der Bevölkerung auch die Frage auf: Ist das alles nicht völlig überzogen?

Wir haben uns mit Wiessees Bürgermeister Peter Höß, Thomas Holzapfel vom Bauamt und der Asylbewerber-Beauftragten Sissi Mereis zu einem Rundgang durch das Ex-Hotel Haus Rheinland, das eine Unterkunft für bis zu 40 Menschen werden soll, getroffen. Anhand dieses Beispiels zeigen wir in unserer Foto-Reportage, wie viel Bürokratie hinter dem Thema Asyl steckt.

Fotos: Thomas Plettenberg

Redaktion und Texte: Veronika Stangl und Klaus-Maria Mehr

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